2.5.2002

BA/CA-Einkaufsmanager-Index: Österreichs Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs

Aufträge erstmals gestiegen
Industrie erwartet wieder steigende Produktion


Der saisonbereinigte BA/CA-Einkaufsmanager-Index blieb auch im April mit einem Wert von 49,8 noch unter der Wachstumsgrenze von 50. Nach einem fünfmonatigen, kontinuierlichen Anstieg zeigen wichtige Teilindikatoren jetzt jedoch spürbar optimistische Werte.

"Nach dem schlechten Jahresbeginn verbessert sich unter Österreichs Industrie die Stimmung jetzt deutlich", so Stefan Bruckbauer von der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe. Erstmals erwartet Österreichs Industrie wieder steigende Aufträge und eine wachsende Produktion. Die Neuaufträge, besonders jene aus dem Ausland, werden deutlich optimistischer gesehen als noch vor einem Monat. Der Index für die Neuaufträge stieg von 47,1 auf 51,8 und bewirkte den stärksten Zuwachs seit Erhebung des BA/CA-EMI. "Der steigende Optimismus in der Weltwirtschaft ist nun endlich auch für Österreichs Industrie spürbar" sagte Marianne Kager, Chefvolkswirtin der BA/CA-Gruppe. "Auch unsere Erwartungen an die Weltkonjunktur sind gedämpft optimistisch."

Nach Meinung der österreichischen Industrie dämpft neben der noch immer verhaltenen Wirtschaftsentwicklung in Deutschland besonders die Lage der österreichischen Bauwirtschaft die Nachfrage. Auch wenn die Stimmung in der Industrie nun deutlich nach oben zeigt, ist die Unsicherheit über die weitere konjunkturelle Entwicklung in der Weltwirtschaft noch zu groß, um wieder an einen Aufbau der Beschäftigung zu denken. Dies wird auch durch die Lagerentwicklung bestätigt: Die Lager werden, wenn auch weniger stark als vor einem Monat, weiterhin abgebaut.

Nach Meinung der BA/CA-Ökonomen bestätigt der BA/CA-Einkaufsmanager-Index für April die Trendwende in der österreichischen Industrie nach der Rezession 2001. "Der starke Anstieg des BA/CA-EMI gibt Anlass zur Hoffnung, dass Österreichs Industrie nach dem sehr schwachen Jahresbeginn nun wieder ihre traditionelle Rolle des konjunkturellen Vorreiters einnehmen wird," analysiert Stefan Bruckbauer abschließend.

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum in der Sachgütererzeugung gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungs-tendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt-Gruppe, Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen

Stefan Bruckbauer, Tel. 71191 DW 51054