17.12.2002

BA-CA bringt erstmals Kreditrisiken österreichischer Mittelstandsunternehmen an den Kapitalmarkt

Die HVB Group bringt jetzt unter dem Namen PROMISE Austria-2002 Plc ihre dritte Securitization-Transaktion unter dem PROMISE Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) an den Kapitalmarkt. Die im Rahmen der Transaktion verbrieften Kredite mit einem Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro wurden von der Bank Austria Creditanstalt AG (BA-CA) an mittelständische österreichische Unternehmen vergeben. Es ist die erste österreichische Securitization in diesem Jahr, nachdem im Jahr 2001 die beiden bisher einzigen ABS-Deals mit österreichischem Underlying an den Markt kamen.

Die HVB Group setzt damit ihre verstärkten Aktivitäten in diesem Feld fort. Ziel ist es dabei, im Rahmen eines konzernweiten Liquiditäts- und Bilanzmanagements das Risikokapital der Bank zu reduzieren, und damit eine regulatorische Eigenkapitalentlastung und Risikotransfer an den Kapitalmarkt zu erlangen.

Im konkreten Fall wird das Kreditrisiko aus über 2.300 Krediten der BA-CA in Form von Asset Backed Securities (ABS-Anleihen) verbrieft. Die Transaktion hat ein Gesamtvolumen von etwa 1 Milliarde Euro, wovon 205 Millionen Euro am Kapitalmarkt in Form von ABS-Anleihen platziert werden. Der statische Referenzpool enthält Kredite an über 1200 verschiedene, mittelständische österreichische Kreditnehmer. Das durchschnittliche Exposure pro Kreditnehmer beträgt 808.740 Euro und pro Kredit durchschnittlich 431.720 Euro. Das Portfolio ist sehr diversifiziert in Bezug auf die darin enthaltenen Branchen, die Kredite haben ein durchschnittliches Alter von zirka 3,5 Jahren.

Die Tranchen werden nach einem „Master Amortisationsplan“ zurückgezahlt, damit sind die Rückzahlungen für die Investoren planbar. Die Durchschnittslaufzeit der Tranchen beträgt rund 2 1/2 Jahre. Die erwartete Endlaufzeit beträgt etwa 3 1/2 Jahre, die Kündigung ist erstmalig im Mai 2006 möglich.

Über diese Transaktion erhalten institutionelle Investoren die Möglichkeit, in Firmenrisiken des österreichischen Mittelstandes zu investieren. Es handelt sich um die erste öffentliche ABS-Platzierung, die dieses ermöglicht. Im Vergleich zu seinen europäischen Konkurrenten zeigt die österreichische Wirtschaft, ungeachtet der derzeitigen allgemeinen konjunkturellen Dämpfung, positive Trends und eine vielversprechende Entwicklung.

Innovative ABS Transaktionen als Instrument des Risikomanagements
Der HVB Group gelingt mit PROMISE Austria-2002 in Zusammenarbeit mit der KfW eine regulatorische Eigenkapitalentlastung. Der Risikotransfer wird mittels einer Verlust-Garantie der KfW für das gesamte Referenz-Portfolio erreicht. Die KfW platziert das übernommene Kreditrisiko ihrerseits weiter an den Kapitalmarkt in Form einer Tranche mittels eines „Senior Credit Default Swaps“ mit einer OECD Bank, sowie in Form einer Junior Tranche - bestehend aus ABS Anleihen unterschiedlicher Bonitäten - unter Einschaltung einer Spezialgesellschaft (Special Purpose Vehikel, SPV). Das SPV mit Sitz in Irland übernimmt das Risiko aus der Junior Tranche durch den Erwerb von KfW Schuldscheinen und deckt das übernommene Risiko durch die Emission von ABS Anleihen ab, deren Rückzahlungsprofil dem der KfW Schuldscheine entspricht.

Da die Kredite auf Grund der KfW-Garantie für die BA-CA kein Kreditrisiko mehr bergen, ist keine Unterlegung mit Eigenkapital mehr erforderlich. Auf diese Weise wird zur Verbesserung der Risikostruktur im Firmenkundengeschäft der Bank beigetragen und darüber hinaus entscheidend Eigenkapitalkapazität freigesetzt. Diese steht für Kredit-Neugeschäft mit dem österreichischen Mittelstand zur Verfügung.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Group Public Relations
Martin Hehemann, Tel. +43 (0)5 05 05 DW 57011; E-Mail: martin.hehemann@ba-ca.com