01.07.2002

Bank Austria Creditanstalt-Einkaufsmanager-Index im Juni: Industrie fasst mehr Mut

  • Verbesserte Binnenkonjunktur, schwächere Auslandsnachfrage
  • Stopp des Beschäftigtenabbaus in Sicht

Trotz der international gestiegenen Konjunkturskepsis fasst Österreichs Industrie zunehmend mehr Mut. Der saisonbereinigte Bank Austria Creditanstalt-Einkaufsmanagerindex lag im Juni zum zweiten Mal über 50: Er stieg von 51,1 auf 52 und erreichte damit einen Wert wie zuletzt im Dezember 2000. Dies bedeutet eine Fortsetzung der langsamen Erholung der österreichischen Industrie.

Die verbesserten Aussichten vor allem im Inland stimmt die Industrie optimistischer. Die Auslandsauftragslage wird zwar etwas weniger positiv beurteilt, doch ist auch hier die Mehrheit der Befragten der Meinung, dass die Situation sich verbessert. "Da die Industrieproduktion in Österreich bisher genau dem Verlauf des Bank Austria Creditanstalt-EMI folgte, erwarten wir eine Fortsetzung der im April begonnenen Erholung der Industrieproduktion", sagt Stefan Bruckbauer von der volkswirtschaftlichen Abteilung der Bank Austria Creditanstalt Gruppe. Während die Einkaufsmanager bisher besonders die Situation der Auslandsaufträge positiv gesehen haben, sind es nun zunehmend die Inlandsaufträge, die günstiger gesehen werden.

"Der gestiegene Optimismus in der Weltwirtschaft trägt nun auch bei der heimischen Nachfrage Früchte" meint Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt Gruppe. Kager relativiert die an den Märkten derzeit vorherrschende Skepsis: "Trotz der sich abzeichnenden Delle in den USA ist die Einschätzung über die wirtschaftliche Dynamik der Weltwirtschaft heute deutlich optimistischer als noch vor einem halben Jahr."

 Obwohl derzeit noch keine deutlichen Signale von Kapazitätserweiterungen erkennbar sind, zeigen die steigenden Aufträge zunehmend auch ihre Wirkung bei den Einkaufsmanagern. So wird eine weitere Zunahme der eingekauften Mengen und eine Preissteigerung bei den eingekauften Gütern gemeldet. Auch die Lager füllen sich leicht. Noch wird synchron zur Produktion eingekauft: Beschaffungsengpässe sind nicht zu erwartet, doch sind erste Anzeichen eines Stimmungswandels erkennbar.

Die Einkaufsmanager melden auch weiterhin, dass die Firmen Personal abbauen. Allerdings ist der Index in diesem Bereich erneut gestiegen und liegt mit 49,4 in der Nähe von 50 - was ein Ende des Personalabbaus bedeuten würde.

Die nächsten Wochen werden zeigen, wie sehr die Stimmung in der österreichischen Industrie gedämpft wird durch die derzeitige Skepsis gegenüber der US-Erholung und den starken Anstieg des Euros. Die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt Gruppe gehen davon aus, dass die Erholung sich fortsetzen wird. "Damit gibt es gute Chancen, dass Österreichs Wirtschaft im zweiten Halbjahr rund zwei Prozent wachsen wird", so Stefan Bruckbauer abschließend optimistisch.

 Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum in der Sachgütererzeugung gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen. Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt Gruppe, Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen
Stefan Bruckbauer, Tel. 71191 DW 51054