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5.4.2002

BA/CA-Konjunkturindikator für Österreich: Wachstumsaussichten haben sich verbessert – 1,7 Prozent für 2002

Trotz schwachem Start der Industrie gewinnt Gesamtwirtschaft deutlich an Dynamik
Rasche Erholung der USA und steigende Stimmung bei den Konsumenten als Motor
Zum Jahresende Abflachung der Weltwirtschaft, trotzdem 2003 über 2 Prozent für Österreich
Konsumentenstimmung und raschere Erholung der Weltwirtschaft

Der BA/CA-Konjunkturindikator zeigte im März mit dem stärksten Anstieg seit Mitte der 90er-Jahre zum dritten Mal nach oben. Vor allem die deutlich verbesserte Stimmung bei der Industrie im Euroraum – allen voran in Deutschland – und ein spürbar gestiegener Optimismus bei Österreichs Konsumenten bewirkten diese starke Aufwärtsbewegung. Einziger Wermutstropfen, die österreichische Industrie, die auch zu Jahresbeginn noch schrumpfte, blickte im März pessimistischer in die Zukunft als noch im Februar. "Trotz vorläufig noch pessimistischer Industrie dürfte die Gesamtwirtschaft im zweiten Quartal deutlich an Dynamik gewinnen, Österreich daher mit 1,7 Prozent schneller als bisher erwartet wachsen", so Stefan Bruckbauer von der Bank Austria Creditanstalt-Konzernvolkswirtschaft. Die schwache Industriekonjunktur dürfte zwar im ersten Quartal ein Wachstum der Gesamtwirtschaft im Vergleich zum Vorjahr verhindert haben, aber schon ab dem zweiten Quartal werden sich die Wachstumsraten deutlich beschleunigen. Zum Jahresende sind dabei trotz einer leichten Abflachung sogar 3 Prozent Wachstum möglich.

Die Weltwirtschaft erholt sich – ausgehend von den USA – deutlich rascher als erwartet. "Die USA könnten im ersten Quartal bereits wieder mit 4 Prozent (auf Jahresbasis) gewachsen sein, dies hilft auch Europa aus der Wachstumsdelle", begründet die Chefvolkswirtin der BA/CA-Gruppe Marianne Kager den gestiegenen Optimismus für Europa und Österreich. "Europa wird mit einem Quartal Verzögerung folgen", so Kager weiter. Mit den weltwirtschaftlichen Vorgaben, so die Volkswirte der BA/CA-Gruppe, sollte es auch der österreichischen Industrie gelingen aus ihrem Stimmungstief zu finden. Obwohl sich die Stimmung in der Industrie seit Jahresende 2001 verbessert hat, verharrt sie weiter im negativen Bereich, was auch in den deutlich negativen Produktionszahlen bis Jänner 2002 seine Bestätigung erfährt. Mit Frühlingsbeginn sollte sich dies jedoch ändern.

Die deutlich gestiegene Stimmung der österreichischen Verbraucher, die damit wesentlichen Anteil an der Konjunkturerholung haben, lässt sich mit den wieder steigenden Beschäftigungszahlen, mit der sinkenden Inflation, aber wahrscheinlich auch mit der allgemeinen Stimmungsverbesserung in der Weltwirtschaft nach dem Tief im September des Vorjahres erklären.

Inflationsrückgang bremst sich ein

Etwas negativer als bisher präsentieren sich nach Meinung der BA/CA-Ökonomen die Inflationsaussichten. Zwar liegt die Inflation mit rund 2 Prozent deutlich niedriger als im Frühjahr des Vorjahres (über 3 Prozent), der erneut gestiegene Ölpreis, die anhaltend hohen Lebensmittelpreise und die sich belebende Weltwirtschaft verhindern jedoch einen weiteren deutlichen Rückgang. Im Jahresdurchschnitt dürfte die Inflation daher mit 1,8 Prozent nur knapp unter der 2 Prozent-Marke bleiben. "Auch wenn der Inflationsrückgang vor allem aufgrund des gestiegenen Ölpreises seinem Ende zugeht, wird dies keine Belastung für die Konjunkturerholung", so Bruckbauer optimistisch.

Risken liegen weiter bei der Weltwirtschaft sowie politischen und militärischen Unsicherheiten

Das deutlich positive Konjunkturbild für die nächsten Monate ist nach Meinung der BA/CA-Ökonomen im wesentlichen von der konjunkturellen Entwicklung in den USA und den Gefahren, die von militärischen und terroristischen Ereignissen ausgehen, gefährdet. Weiters erwartet die BA/CA-Gruppe, dass die Dynamik der US-Wirtschaft sich zum Jahresende deutlich reduziert und dann wieder leicht beschleunigt. Dies wird zwar die weltwirtschaftliche Dynamik nicht direkt treffen, könnte aber weltweit einen Stimmungswandel an den Finanzmärkten und bei der Industrie verursachen. "Sollte die von uns erwartete Abschwächung der USA zum Jahresende sehr negativ aufgenommen werden, könnte die Erholung der Wirtschaft auch in Europa schnell zu Ende gehen", warnt Kager, betont aber gleichzeitig, dass dies nicht das Hauptszenario, sondern ein Risikoszenario zur Konjunktur ist.

Mit der sich rascher als erwartet beschleunigenden Wirtschaft ist auch in Österreich bald mit steigenden kurzfristigen Zinsen zu rechnen. "Zinserhöhungen seitens der EZB sind spätestens ab Herbstbeginn zu erwarten", so Kager. Der Euro sollte sich im Verlauf des Jahres erholen. Ausmaß und Tempo sind dabei aber wegen der vielen Unsicherheiten – nicht zuletzt angesichts der Lage im Nahen Osten - nur schwer prognostizierbar.

Rückfragen: Bank Austria Creditanstalt-Konzernvolkswirtschaft
Stefan Bruckbauer, Tel. 71191 DW 51054; E-Mail: stefan.bruckbauer@ba-ca.com