29.10.2002

US-Ergebnisse zum 3. Quartal 2002 – ein zarter Silberstreif

Silberstreif, aber zu früh für endgültige Entwarnung
Vorsichtiger Optimismus weiterhin angebracht

In einem wieder sehr enttäuschenden Jahr für Aktienmärkte gab es in den letzten Wochen erstmals so etwas wie einen Silberstreif am Horizont:
Seit dem Tief vom 9. Oktober hat der Dow Jones 16 Prozent zugelegt (Schlusstand 28.10.). Die Erholung war stark von den Unternehmensergebnissen zum 3. Quartal getrieben, die vereinzelt positive Überraschungen brachten und so wieder etwas Vertrauen herstellten. Dass die Stimmung aber weiterhin fragil ist, zeigt die anhaltend hohe Skepsis vieler Marktteilnehmer.

Top-Verlierer führen die Erholung an
Seit den Tiefständen vom 9.10. haben vor allem jene Sektoren Stärke gezeigt, die in den Wochen und Monaten davor besonders arg gelitten hatten.  Dazu zählen vor allem Technologie, Telekom und Fluglinien, aber auch Finanztitel. Diese Tatsache für sich genommen sollte Anlegern Mut machen: Es ist nicht untypisch für ein Tief, dass die Top-Verlierer dann auch in der Erholung den größten Hebel nach oben entwickeln. Immerhin würden sie von einer konjunkturellen Belebung mit am stärksten profitieren. Dem steht als größtes Risiko allerdings gegenüber, dass sich die Investitionstätigkeit, namentlich im Bereich Technologie, nicht so schnell erholt.

Die meisten Tech-Unternehmen haben in ihren Ausblicken zum 4. Quartal noch nicht wirklich schlüssig auf eine Verbesserung der Lage hingewiesen. Somit kommt den Konjunkturzahlen, die diese und nächste Woche zur Veröffentlichung anstehen, erhöhte Bedeutung zu. Das fundamentale Gesamtbild muss sich verbessern, um der jüngsten Kursrallye Nachhaltigkeit zu verleihen.

Zur Gewinnsituation ist zu sagen, dass die Unternehmen den positiven Trend in der Profitabilität in das 3. Quartal hinüberretten konnten. Waren die Gewinne für die Werte
im S&P 500 im 2. Quartal noch um etwa 1 Prozent gestiegen, so zeichnet sich für das
3. Quartal in etwa ein Zuwachs von 6,5 Prozent ab (noch haben ca. ein Viertel der Unternehmen nicht berichtet).

Für das 4. Quartal liegen die Schätzungen aktuell bei etwas über 17 Prozent, diese Ziffer wird aber praktisch täglich nach unten revidiert. Trotzdem, die Richtung in der Gewinnentwicklung scheint zu stimmen, es geht stetig, wenngleich langsam nach oben, und der Markt hat dieser Tatsache durch die Kurserholung im Oktober ja auch Rechnung getragen.

Fazit
Der US-Aktienmarkt hat die Ergebnisse der Unternehmen zum 3. Quartal mit Kursgewinnen quittiert, da es doch die eine oder andere positive Überraschung gab und die Gewinnerholung weiterhin auf Kurs zu sein scheint. Die Tatsache, dass vor allem die Top-Verlierer die Erholung anführten, spricht historisch gesehen für das Markieren eines (Zwischen-) Tiefs. Mit dem Auslaufen der Berichtsaison wendet sich der Markt wieder den Konjunkturdaten zu, hier stehen diese Woche mit Verbrauchervertrauen, Arbeitslosigkeit und Einkaufsmanagerindex einige „schwere Brocken“ an. Wir sehen uns für den Moment in unserer Aussage, dass das 4. Quartal zumindest eine technische Erholung bringen könnte, bestätigt und bleiben weiterhin vorsichtig optimistisch.


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