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5.3.2002

Staatsanleihen – Veranlagungsalternative in Zeiten hoher Unsicherheit

Kein typisches konjunkturelles Erholungsszenario
Zinserhöhungen der Notenbanken frühestens in 6 Monaten
Polnische und ungarische Lokalwährungsanleihen bieten attraktive Renditen

Wichtige volkswirtschaftliche Indikatoren deuten auf ein Auslaufen der globalen Rezession hin. Die Analysten der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe sind betreffend Geschwindigkeit und Nachhaltigkeit des Aufschwunges allerdings nur gedämpft optimistisch. In dieser Situation gelten Staatsanleihen bei den Zinsprodukten als attraktivste Anlageform, wobei vor allem österreichische Bundesanleihen zu den Favoriten zählen.

Anlass für die vorsichtige Einschätzung der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe sind u.a. die Belastungen, die von den makroökonomischen Ungleichgewichten in den USA herrühren. In den ersten Quartalen wird der beginnende Lageraufbau die Konjunktur stützen. Fraglich ist jedoch, ob der private Konsum die Rolle des Wachstumsmotors danach voll übernehmen kann, da die Haushalte zur Zeit eine sehr niedrige Sparquote und hohe Verschuldung ausweisen. Zudem ist ungewiss, wie rasch der Investitionsüberhang aus der vergangenen Boom-Phase abgebaut werden kann. Der globale Wirtschaftsaufschwung wird darüber hinaus von Japan gedämpft, wo Rezession, Deflation sowie eine Bankenkrise die dominierenden Faktoren sind.

Noch kein Anlass für Zinserhöhungen

Inflationssorgen werden auf Grund überschüssiger Kapazitäten und eines geringen Nachfragedrucks auf absehbare Zeit eine untergeordnete Rolle spielen, solange interne und externe Schocks (z.B. hohe Lohnabschlüsse, Ölpreis) ausbleiben. Deshalb kann die Fed mit Zinsanhebungen bis zum Ende des ersten Halbjahres, die EZB bei weiterhin gedämpftem Aufschwung sogar bis Anfang nächsten Jahres zuwarten.

Im 6-Monatszeitraum werden die langfristigen Renditen dies- und jenseits des Atlantiks voraussichtlich steigen. Danach sollten lang laufende Anleihen wegen der von den Analysten erwarteten nachlassenden konjunkturellen Dynamik wieder fester tendieren. Hand in Hand damit geht eine Abflachung der Zinsstrukturkurven, verstärkt durch einen Anstieg der 2-jährigen Renditen infolge zunehmender Zinserhöhungserwartungen.

Empfehlungen im Euro-Raum

Staatsanleihen in der Eurozone sind nach Ansicht der Bank Austria Creditanstalt-Analysten bei unsicherem wirtschaftlichen Umfeld eine interessante Anlageform. Wegen der erwarteten Renditeanstiege am langen Ende versprechen bei einem Anlagehorizont von sechs Monaten nur Laufzeiten bis fünf Jahre Kursgewinne. Auf eine Frist von zwölf Monaten bieten hingegen 10-jährige Staatsanleihen eine überdurchschnittliche Perspektive.

Für konservative Anleger sind österreichische Staatsanleihen weiterhin ein Renner. Unter allen AAA-Ländern (u.a. Deutschland und Frankreich) ist Österreich im Verhältnis Rendite zu Risiko nach wie vor am attraktivsten. Eine weitere interessante Investitionsmöglichkeit bieten italienische Staatsanleihen durch eine mögliche Hinaufstufung Italiens von derzeit Aa3 auf Aa2 durch die Ratingagentur Moody’s.

Im Vergleich mit den USA sind Euroland-Anleihen attraktiver, da die wirtschaftliche Erholung und damit die Renditeanstiege kurzfristig in den USA kräftiger ausfallen sollten.

Wechselkursprognosen

Bei den Wechselkursen sieht die Bank Austria Creditanstalt-Gruppe keinen ausgeprägten Trend. EUR/USD: Die Investoren werden auf 3-Monatssicht den zu erwartenden Wachstumsschub in den USA durch verstärkte USD-Nachfrage Rechnung tragen (im drei Monatshorizont EUR/USD 0,86). Im späteren Jahresverlauf wird sich der EUR jedoch von diesem Druck befreien und wieder fester gehen (im 12-Monatshorzizont EUR/USD 0,92).

EUR/JPY: In den nächsten zwölf Monaten ist eine Stabilisierung auf dem gegenwärtigen Niveau von 115 zu erwarten. Allerdings ist aufgrund der prekären wirtschaftlichen Situation in Japan das Abschwächungsrisiko des JPY sehr hoch.

Der EUR/CHF-Wechselkurs sollte im 12-Monatshorizont bei Abflauen der geopolitischen Unsicherheiten von aktuell 1,48 wieder auf 1,52 steigen.

Annäherung von CEE- und Euro-Bondmärkten

Die Entwicklung der lokalen Anleihenmärkte in Mittel- und Osteuropa wird zunehmend von den Bondbewegungen in Euroland getrieben, bieten aber nach wie vor interessante Perspektiven. Sie implizieren weiterhin Konvergenzphantasie und sie eignen sich zur Diversifizierung von Portfolios.

Die Analysten der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe empfehlen vor allem ungarische und polnische Anleihen in Lokalwährung. Sowohl polnische als auch ungarische Anleihen bieten attraktive Renditeaufschlag gegenüber Euroland-Anleihen und beide Märkte sollten von Zinssenkungen der jeweiligen Zentralbanken profitieren. Tschechische Bonds stehen dagegen auf der Verkaufsliste, da diese nur unwesentlich höhere Renditen gegenüber Euroland-Staatsanleihen bieten und die tschechische Zentralbank wahrscheinlich keine weiteren Zinssenkungen vornehmen wird. Weiters empfehlen die Analysten der Bank Austria Creditanstalt-Gruppe Hartwährungsanleihen russischer Emittenten, da eine weitere Abnahme des Kreditrisikos, fallende Auslandsschulden, die Verabschiedung von Reformen sowie weiteres Kommitment zur Zahlung von Auslandsschulden zu weiteren Spread-Rückgängen russischer Bonds führen sollten.

Rückfragen: Gerhard Winzer, Leiter Major Markets Research , Tel.: 01/711 91 DW 82353

Martin Blum, Leiter CEE Markets Research , Tel.: 711 91 DW 82363