2.1.2002

BA/CA-Einkaufsmanagerindex im Dezember: Pessimismus hält an

Industrie steckt unverändert in der Rezession
Schwache Auftragslage führt zu weiterem Beschäftigungsabbau
Rückgang der Produktion wird sich fortsetzen

Der saisonbereinigte BA/CA-Einkaufsmanager-Index verzeichnete im Dezember mit 43,7 eine leichte Erholung. Mit einem Wert unter 50 zeigt der Index jedoch an, dass die Industrie weiterhin mit rückläufigen Produktionszahlen rechnet. "Für Österreichs Industrie ist die Rezession keineswegs bereits vorüber", analysiert Marianne Kager von der Bank Austria Creditanstalt, "auch wenn der Einkaufsmanager-Index leicht nach oben zeigt."

Die Anzahl der Unternehmen, die im Vergleich zum Vormonat ein sinkendes Auftragsvolumen meldeten, ist leicht zurückgegangen. Trotzdem sieht sich die Mehrheit der befragten Unternehmen weiterhin einer rückläufigen Auftragslage gegenüber. Die Zahl der Unternehmen, die eine im Vormonats-Vergleich schrumpfende Produktion meldeten, ist dagegen erneut gestiegen. Sie erreichte den schlechtesten Wert seit Beginn der Befragung im Oktober 1998. Der Rückgang der Industrieproduktion in Österreich wird sich weiter fortsetzen und hat sich zum Jahreswechsel wahrscheinlich sogar noch verstärkt.

Parallel zur schwachen Nachfrage haben sich die Lieferzeiten verkürzt. Noch nie seit Erhebung des Index hatten die Unternehmen eine so kurze Lieferzeit bei Bestellungen zu erwarten.

Die seit September besonders pessimistische Sicht der Beschäftigungssituation hält weiter an. Damit setzt sich der im Sommer begonnene Beschäftigungsabbau in der Industrie weiter fort. Eine Erholung ist nicht zu erkennen.

Die Dezemberumfrage bestätigt die pessimistische Sichtweise der Konjunktur in Österreich, welche die Ökonomen der Bank Austria Creditanstalt bereits seit längerer Zeit einnehmen. Österreichs Wirtschaft wird 2002 knapp unter 1% wachsen. Nicht nur die österreichische Industrie, die stärker als andere Bereiche der Wirtschaft unter der weltweiten Wachstumsschwäche leidet, ist in einer Rezession: Auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal dürfte gegenüber dem dritten Jahresviertel rückläufig gewesen sein. "Damit ist Österreich technisch gesehen in der Rezession", erklärt Kager.

Während derzeit noch keine Bodenbildung erkennbar ist und die Mehrheit der Befragten mit weiteren Produktionskürzungen rechnet, erwartet die Bank Austria Creditanstalt für den Frühjahr erste Erholungssignale. "Sollte die Industrie in den nächsten Monaten keine Erholung signalisieren, wird die Abschwächung der Konjunktur deutlicher ausfallen als allgemein erwartet" so Kager abschließend.

Anmerkung: Werte des EMI über 50,0 weisen auf ein Wachstum in der Sachgütererzeugung gegenüber dem Vormonat hin, Notierungen unter 50,0 signalisieren einen Rückgang. Je weiter die Werte von 50,0 entfernt sind, desto größer sind die Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen.

Diese Aussendung enthält die Originaldaten aus der Monatsumfrage unter Einkaufsleitern der Industrie Österreichs, die von der Bank Austria Creditanstalt gesponsert und unter der Schirmherrschaft des ÖPWZ seit Oktober 1998 von NTC Research durchgeführt wird.

Rückfragen: Bank Austria/Creditanstalt Konzernvolkswirtschaft und Marktanalysen

Marianne Kager, Tel. +43 1 71191 51950