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16.4.2002

Bank Austria Asset Allocation für das 2. Quartal 2002

Börsen: freundlichere Kursentwicklung, aber hohe Erwartungen
Zeit der Zinssenkungen vorbei
Im 2. Quartal müssen US-Gewinne ins Plus drehen
Defensive Werte, die Rallye verpasst haben, bevorzugt
Aktienmärkte nach der Rezession

An den Aktienmärkten fiel das erste Quartal zwar in der Performance der einzelnen Börsen durchaus unterschiedlich aus, immerhin gab es aber erstmals seit zwei Jahren in einer Reihe von Indizes (z.B. Dow Jones in den USA) zwei positive Quartale in Folge. Daran sieht man schon deutlich, dass sich die Börsen von den Tiefständen nach dem 11. September deutlich erholt haben. Branchenmäßig führen im 1. Quartal die Zykliker der old economy die Performancelisten an, auf beiden Seiten des Atlantik waren Autotitel die Spitzenreiter. Zu den Schlusslichtern gehörte ebenfalls die Telekombranche.

Wie nachhaltig die freundlicheren Tendenzen an den Börsen im 2. Quartal sind, bleibt indes abzuwarten. Außerdem erfolgt im 2. Quartal 2002 die Nagelprobe vor allem für den amerikanischen Markt – denn im laufenden Quartal sollen die Unternehmensgewinne erstmals seit mehr als einem Jahr ins Plus drehen. Insgesamt sind die Erwartungen für die Gewinnsteigerungsraten aber auch heuer wieder reichlich ambitioniert. In den USA werden heuer 14 Prozent Gewinnzuwachs, in Euroland gar 25 Prozent erwartet. Wenn auch irgendwann der Basiseffekt unterstützend wirken wird (es wird immer leichter, nach den niedrigen Gewinnraten der Vergangenheit Steigerungen zu erzielen), so scheinen die Erwartungen doch erneut ein wenig hochgegriffen.

Da die Zykliker unserer Meinung nach zunehmend Ermüdungserscheinungen zeigen, konzentrieren sich unsere Empfehlungen mehr auf defensive Bereiche, wie Versorger oder Pharma. Hier haben viele Werte die Rallye der letzten 6 Monate nicht mitgemacht.

Ultra-expansive Zinspolitik zu Ende

Die internationalen Rentenmärkte waren in den letzten sechs Monaten von einem hohen Ausmaß an Volatilität gekennzeichnet. Im November 2001 fielen die 10-jährigen Renditen sowohl in den USA als auch in Euroland auf Tiefstände, wie sie seit der Russlandkrise 1998 nicht mehr gesehen wurden. Gegen Jahresende begann sich aber auch der Rentenmarkt mit dem Szenario einer kommenden Konjunkturerholung anzufreunden, und damit setzte ein breiter und relativ massiver Anstieg in den Renditen auf beiden Seiten des Atlantiks ein. Von November 2001 bis Ende März 2002 sind die 10-jährigen US-Renditen von 4,31 auf 5,35 Prozent gestiegen, die der deutschen Bünde von 4,32 auf 5,26 Prozent.

Hintergrund dieses Anstiegs war die Entscheidung der US-Notenbank, ihre Geldpolitik von "locker" auf "neutral" umzustellen. Die Fed reagierte damit auf den volkswirtschaftlichen Datenkranz, der zunehmend das Bild einer Konjunkturerholung suggerierte. Außerdem ließen Befürchtungen einer neuerlichen militärischen Krise im Mittleren Osten (USA/Irak, aber auch der schwelende Konflikt Israels mit den Palästinensern) den Ölpreis auf ein Sechs-Monats-Hoch steigen. Damit tritt unweigerlich das Gespenst der Inflation wieder auf den Plan, auch wenn im Moment die Daten noch keinen wirklichen Anhaltspunkt in diese Richtung geben.

Asset Allocation

Sowohl die Aktien- als auch die Rentenmärkte haben im heurigen Jahr stark auf die einsetzende konjunkturelle Erholung reagiert. Mit dem Anspringen der Wirtschaftsindikatoren kehrte der Optimismus (zumindest teilweise) an die Aktienmärkte zurück, gleichzeitig sind aber Themen wie Bilanzierungspraktiken (Stichwort: Enron) noch nicht völlig vom Tisch. Vor diesem Hintergrund heben wir unsere Aktiengewichtung von zuvor 43 auf aktuell 45 Prozent an, nehmen aber angesichts der teilweise bereits ambitionierten Bewertungen von einer noch höheren Aktiengewichtung Abstand. Cash bleibt mit 1 Prozent gewichtet, auf die Renten entfallen somit 54 Prozent. Die Allocation lautet daher auf 45 Prozent Aktien, 54 Prozent Anleihen und 1 Prozent Cash.

Anleihen

Wir sind weiterhin von einer guten Performance des Euro überzeugt, weshalb wir den Euro-Anteil unverändert bei 83 Prozent belassen. Innerhalb Europas sind wir bezüglich der Entwicklung britischer Anleihen optimistisch und haben daher den UK-Anteil von 2 auf 4 Prozent verdoppelt. Diese 2 Prozent werden beim Dollar-Anteil entnommen, der von zuvor 10 auf 8 Prozent reduziert wird. Resteuropa bleibt mit 5 Prozent unverändert gewichtet.

Aktien

In das 2. Quartal 2002 wird die zweite Phase der Umstellung auf Streubesitz in den MSCI-Indizes fallen, unsere Umschichtungen tragen den erwarteten Veränderungen teilweise bereits Rechnung. Euroland bleibt gegenüber der Benchmark zwar übergewichtet, wird aber um 1 Prozent von 19 auf 18 Prozent reduziert (Benchmarkgewichtung wird fallen!). UK und Resteuropa bleiben mit 10 bzw. 3 Prozent unverändert. Der USA-Anteil wird um 1 Prozent auf 56 Prozent reduziert, damit ist bereits jetzt eine leichte Untergewichtung versus Benchmark gegeben, die nach der MSCI Umstellung noch steigen wird. Japan bleibt mit 8 Prozent unverändert leicht untergewichtet. Die Sonstigen Länder werden von zuvor 3 auf 5 Prozent aufgestockt, da sie uns als das aussichtsreichste Play auf die internationale wirtschaftliche Erholung erscheinen.

Rückfragen: Asset Management GmbH

Monika Rosen, Bereichsleiterin Research, Tel. (01) 33 147 DW 5403
E-Mail: monika.rosen@amg.co.at