17.5.2001

Holzverarbeitung steigert Produktion 2000 um 14 Prozent

Abschwächung 2001/02 ohne "Konjunkturopfer"
Unternehmenskonzentration bei Sägewerken und Möbelhandel
Wohnbau als Zukunftsmarkt

Die Produktionsleistung der österreichischen holzverarbeitenden Industrie ist 2000 um beachtliche 14 Prozent gestiegen. Dies geht aus dem jüngsten Branchenbericht zur Holzbe- und -verarbeitung der Bank Austria Volkswirtschaft hervor. Preiseinbußen bei Holz und Holzprodukten verhinderten jedoch gleichzeitig ein ähnlich hohes Umsatzwachstum. So konnte die Branche ihre Erlöse im abgelaufenen Jahr lediglich um 7,9 Prozent auf 63,3 Milliarden Schilling erhöhen.

Nach einem Produktionswachstum von immerhin noch 18 Prozent im Jänner und Februar 2001 ist im weiteren Jahresverlauf mit einer Verlangsamung der Holzkonjunktur zur rechnen. Schwache Impulse kommen gegenwärtig vom Wohnbau, der sich nicht nur in Westeuropa eingebremst hat sondern sich auch in Österreich bis 2003/04 rückläufig entwickeln wird. Die Abschwächung des heimischen Exportwachstums wird zusätzlich die Entwicklung der Direktlieferungen sowie die Umsätze der Hersteller von Verpackungsmaterialien aus Holz dämpfen. Als eine Stütze der Holzkonjunktur könnte sich die Möbelindustrie erweisen, falls der private Konsum 2001 und 2002 wie prognostiziert um durchschnittlich 2 Prozent wächst.

Abschwächung 2001/02 ohne "Konjunkturopfer"

Aufgrund ihrer starken Wettbewerbsfähigkeit sollte Österreichs Holzverarbeitung in den kommenden Jahren keine besonderen "Konjunkturopfer" zu beklagen haben. Trotz schwacher Baukonjunktur sowie rückläufiger Holzpreise hat die Holzwirtschaft im Vorjahr ein Produktions- und Umsatzwachstum deutlich über den Gesamtergebnissen der Sachgütererzeugung erzielt, die nur um 10 Prozent bzw. 3 Prozent wuchs.

Bestätigt wird die Konkurrenzfähigkeit der heimischen Holzwirtschaft durch die Exporterfolge der letzten Jahre. Überdurchschnittlich hoch war die Nachfrage nach österreichischem Holz und Holzprodukten in den Hauptabsatzmärkten Deutschland und Italien. Allein Italien nimmt 4 von 6 Millionen Kubikmeter Schnittholz aus Österreich ab. Bemerkenswerter sind aber die knapp 200.000 Kubikmeter Bretter für die USA sowie die 500.000 Kubikmeter für Japan. Der Handelsbilanzüberschuss mit Holz und Holzprodukten wächst seit Jahren ungebrochen.

Unternehmenskonzentration bei Sägewerken und Möbelhandel

Von den 63,3 Milliarden Schilling Produktionswert der Holzverarbeitung entfallen 42 Prozent auf Holzkonstruktionen wie Dachstühle, 39 Prozent auf Säge- und Hobelwerke, 14 Prozent auf Holz- und Faserplatten sowie 5 Prozent auf Sonstige Holzwaren wie Holzverpackungen.

Der Konsolidierungsprozess in der Sägeindustrie hat dabei eine drastische Unternehmenskonzentration zur Folge. Schon jetzt wird rund die Hälfte der Einschnittmenge von den zehn größten Unternehmen erzeugt. In den letzten 50 Jahren ist die Zahl der Sägewerke in Österreich um mehr als zwei Drittel gesunken, gleichzeitig ist der Output der Branche um das Dreifache gestiegen. Das Produktionswachstum von Österreichs Möbelherstellern hat sich im Vorjahr, Daten liegen noch nicht vor, nach 1 Prozent 1999 höchstwahrscheinlich gefestigt. Darauf lassen die Außenhandelsdaten schließen, die ein Exportwachstum von 13 Prozent ausweisen.

Ein wesentliches Problem der Möbelhersteller ist seit Jahren die zunehmende Konzentration im Möbelhandel, die zusammen mit der schwachen Nachfrage und mit Billigimporten den Preisdruck erheblich verschärft hat. Eine weitreichende qualitative Aufwertung der Produktpalette, als Garant für stabile Preise, ist der heimischen Möbelindustrie noch nicht gelungen.

Wohnbau als Zukunftsmarkt

Die Attraktivität von Holz als ökologisch wertvoller und energiesparender Baustoff wächst. Die Änderungen in den Bauordnungen der Bundesländer, die mit Holzbauten zunehmend liberaler verfahren, werden die Nachfrage noch beschleunigen: Der Marktanteil des Holzbaus im österreichischen Gesamtwohnbauvolumen liegt derzeit zwischen fünf und zehn Prozent. Langfristig sind rund 15 Prozent sicher ein realisierbares Ziel. Mittelfristig kann die Holzverarbeitung mit einem Nachfragewachstum von 3 bis 4 Prozent im Jahr rechnen.

Rückfragen: Bank Austria Group Public Relations

Tiemon Kiesenhofer, Tel. 711 91 DW 52819

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