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1.2.2001

FED senkt erwartungsgemäß Zinsen um 50 Basispunkte

Märkte reagieren verhalten
Chancen auf besseres Aktienjahr 2001 trotzdem weiter intakt

Die amerikanische Notenbank hat gestern den allgemeinen Erwartungen des Marktes entsprochen und die Zinsen nochmals um 50 Basispunkte gesenkt. Der Schritt erfolgte im Rahmen der tourlichen Fed-Sitzung und stellt – nach dem überraschenden Schritt vom 3. Jänner – heuer bereits die zweite Zinssenkung dar. Somit hat Greenspan innerhalb eines Monats die Zinsen um einen vollen Prozentpunkt gesenkt – eine bis dato nur äußerst selten ergriffene Maßnahme. In ihrer Begründung verwies die Notenbank vor allem auf die Stimmung der amerikanischen Konsumenten, die zuletzt gelitten hatte. Monika Rosen, Bereichsleiterin Research vom Asset Management der Bank Austria: "Der private Konsum steuert zwei Drittel des US BIP bei, es ist also von eminenter Bedeutung, dass hier eine prolongierte Verschlechterung verhindert wird. In diesem Sinn hat sich Greenspan auch in seiner Stellungnahme vor dem Senat letzte Woche geäußert."

US-Aktienmarkt unbeeindruckt – S&P im Jänner mit mehr als 3 Prozent im Plus

Der US Aktienmarkt zeigte sich gestern relativ unbeeindruckt und reagierte nach dem Motto "Buy the rumour, sell the news". Trotzdem war der Jänner ein positiver Monat für US-Aktien, der S&P ist mit mehr als 3 % im Plus, während die Nasdaq sogar über 10% zulegen konnte.

Vor diesem Hintergrund ergeben sich aus Sicht des Asset Managements der Bank Austria folgende Parameter für die Aktienmärkte:

Die Notenbank hat sich auf die Seite des Marktes geschlagen. Greenspan spricht nicht mehr von "irrational exuberance", sondern versucht, durch Zinssenkungen die konjunkturelle Abkühlung in den USA in Grenzen zu halten. Damit schafft er potenziell günstige Bedingungen für die Aktienmärkte.
In der Vergangenheit hat der S&P 500 in den ersten 3 Monaten nach einer Zinssenkung im Schnitt 10 % zugelegt, nach 6 Monaten waren es sogar 19 % (Daten lt. Merrill Lynch).
Mit der Erholung an den Märkten fassen die Anleger wieder Mut und gehen verstärkt in Aktien. Im November sahen die amerikanischen Aktienfonds mit einem Nettozufluss von lediglich etwa 5 Milliarden Dollar den Tiefpunkt des Jahres 2000. Im Dezember haben sich die Zuflüsse schon auf 11 Mrd erhöht. Erste Indikationen gehen auch von einer positiven Entwicklung im Jänner aus.
Das Gewinnwachstum für 2001 wird derzeit nur mehr bei 6,5 % im Konsensus gesehen (bezogen auf den S&P 500). Im ersten Halbjahr werden in der Technologie sogar negative Gewinnentwicklungen erwartet. Man kann also sagen, dass die Erwartungen wirklich schon sehr negativ geworden sind – umso leichter sollten positive Überraschungen fallen.
Positive Parameter: Fallende Zinsen, gedämpfte Erwartungen

Damit sind also zwei durchaus positive Parameter gegeben, nämlich fallende Zinsen und äußerst gedämpfte Erwartungen. Dennoch sollte man keinesfalls übersehen, dass der Anstieg der Nasdaq im heurigen Jahr schon sehr zügig war, vor allem, wenn man sich an die Performance des Vorjahres erinnert. Eine Reihe von Technologieaktien haben sich heuer schon verdoppelt (!!). Rosen: "Somit ist unsere Aussage, dass von den Zinssenkungen vor allem die im Vorjahr geprügelten Tech-Werte profitieren würden, voll eingetroffen." "Der Mut der Anleger ist (zumindest teilweise) zurückgekehrt, und damit kam es bei den Favoriten des Vorjahres, den defensiven Sektoren wie Pharma oder Nahrungsmittel, zu Gewinnmit-nahmen", so Rosen weiter. Geld floss eher in die Stiefkinder der Vergangenheit, also vor allem in die Technologie.

Obwohl dieser Mechanismus so stark eingesetzt hat – oder vielleicht gerade weil er es getan hat – sollte man aber auf Rückschläge auf jeden Fall gefasst sein. Die Nasdaq hat im Vorjahr einiges an Vertrauensverlust hinnehmen müssen, der Weg zurück wird kaum ohne Rücksetzer zu bewältigen sein. Vor diesem Hintergrund sind die Mitte Februar anstehenden Ergebnisse von Cisco, Dell und Hewlett Packard sicher von großer Bedeutung. Sie werden mehr Information über die weitere Gewinnentwicklung bei Tech-Unternehmen liefern. Bis dahin könnte es aber durchaus sein, dass der Markt erst einmal auf der Stelle tritt und weitere Daten– sei es zur Wirtschaftslage, sei es zu den Unternehmen – abwartet.

"Unsere grundsätzlich positive Meinung zu Aktien im allgemeinen und auch zu Qualitätswerten aus der Technologie bleibt aber bestehen, so Monika Rosen abschließend.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33 147 DW 5403