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17.4.2001

News aus dem Asset Management der Bank Austria: Trügerische Morgenröte für Technologietitel

Netzwerkspezialist Cisco meldet Gewinn- und Umsatzwarnung
Technologieaktien dadurch wieder unter Druck
Wir bekräftigen: kurzfristig vorsichtig, langfristig positiv

Noch letzte Woche verzeichnete die US-Technologiebörse Nasdaq die zweitbeste Wochenperformance ihrer Geschichte, mit einem Plus von 14%. Aber die Freude währte nicht lange. Der Netzwerkspezialist Cisco meldete gestern nach Börsenschluss in New York eine Umsatz- und Gewinnwarnung, die ihre Wirkung auf Technologieaktien in aller Welt nicht verfehlte.

Hier kurz die Warnung im Detail:

Im laufenden 3. Quartal (zum 30.4.) wird der Gewinn je Aktie deutlich unter den bisher erwarteten 8 Cents liegen. Man rechne mit einem Gewinn je Aktie, der "sehr tief einstellig" sein werde.
Der Umsatz wird gegenüber dem 2. Qu um 30% fallen. Noch Anfang Februar hatte Cisco gemeldet, man erwarte im 3. Qu. einen Umsatz, der vs. dem 2. Qu. unverändert bis –5% sein werde.
Das ist zwar nicht die erste Warnung für Cisco, aber doch die heftigste, und das erste Mal, dass das Unternehmen in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen einen Umsatzrückgang hinnehmen muss. Und der fällt mit –30% gleich sehr deutlich aus.
Instabile Nachfrage Grund für übervolle Lager

John Chambers, der CEO von Cisco, sprach in seinem begleitenden Statement von einer "Jahrhundertflut", die alles bisher Gesehene weit übertreffe. Noch nie sei das Geschäft so rasch eingebrochen, Veränderungen, die sich früher über einige Quartale hinweg herausgebildet haben, gehen jetzt in Monaten vonstatten. Zu den Gründen für die Warnung meinte Chambers, dass im Jahr 2000 die Nachfrage fast durchwegs über den Erwartungen gelegen habe. Dem sei Cisco durch Kapazitätsausweitungen begegnet, die jetzt, da die Nachfrage nachlässt, zu den überschüssigen Lagerbeständen führen.

Die Aktie gab nach der Meldung nachbörslich um über 7% auf knapp unter 16$ nach. In den letzten 52 Wochen war der Wert schon bei über 71$, aber auch schon bei 13$ gewesen.

Die Warnung kommt nur eine Woche, nachdem Barron’s einen kritischen Artikel zu Cisco veröffentlicht hatte, dessen Essenz sich als sehr vorausblickend erwies. Cisco, so das Magazin, sei nur dann als "billig" einzustufen, wenn der Gewinn (also das "E" in P/E) auch eintreffe. Wenn nicht, so sei Cisco derzeit kein Kauf. Soweit Barron’s.

Auswirkungen auf das Technologiesegment

Prinzipiell sollte die Warnung von Cisco nicht überraschen, da gerade im aktuellen wirtschaftlichen Umfeld die stark zyklische Komponente der Technologie voll durchschlägt. Cisco ist, ebenso wie Lucent oder Nortel, ein Opfer der konjunkturellen Abkühlung, und das nicht nur in den USA, sondern vor allem auch in Asien (auf Asien weist Cisco in seinem Statement speziell hin). Das schwierigere Umfeld hat bei den Investitionsausgaben zu einem deutlichen Rückgang geführt, und dem fällt Cisco jetzt zum Opfer. Die Frage, die sich daher stellt, lautet: Sehen wir wirklich wie gehofft die Erholung im 2. Halbjahr, oder dauert die schwierige Phase länger als ursprünglich angenommen? Die Warnung von Cisco könnte hier dämpfend auf gewisse Hoffnungen wirken, die sich vor allem in der Vorwoche breit gemacht haben. Nachdem Salomon Smith Barney letzte Woche die Chip-Industrie aufgestuft hatte (SSB waren letzten Sommer die ersten, die für den Chip-Sektor gewarnt hatten), war im Markt die Hoffnung aufgekommen, dass es nicht viel schlimmer werden könne, als derzeit bereits angenommen. Diese Hoffnung hat sich mit der in ihrer Größenordnung überraschenden Warnung von Cisco vielleicht fürs erste etwas zerschlagen. Außerdem mag es durchaus Anleger geben, die nach den guten Kursgewinnen in der Vorwoche jetzt erste Gewinne mitnehmen.

Fazit

Wie in unserer Aussendung letzte Woche betont, bleibt der Markt anfällig, bis die Flut an negativen Unternehmensmeldungen nachlässt. Wir bleiben daher bei unserer Aussage, dass sich die Aktienmärkte langfristig wieder erholen werden, dass wir für eine Stabilisierung aber eine bessere Nachrichtenlage brauchen. Diese Woche berichten 200 der 500 größten US Unternehmen ihre Ergebnisse für das 1. Qu 2001. Der aktuelle Konsensus geht für das 1. Quartal (für den S&P 500) von einem Gewinnrückgang um 8,7% aus. Viel wird davon abhängen, inwieweit die Unternehmen die ohnehin schon reduzierten Targets treffen bzw. welchen Ausblick sie für das restliche Jahr geben. Vor diesem Hintergrund bekräftigen wir unsere vorsichtig-optimistische Haltung, weisen aber auf die weiterhin hohen Volatilitäten hin.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33 147 DW 5403

E-Mail: monika.rosen@amg.co.at