24.4.2001

Gute Renditen in Mittel- und Osteuropa

"Im Vorfeld des EU-Beitritts der Reformländer Mittel- und Osteuropas und in weiterer Folge ihrer Teilnahme an der gemeinsamen Währung ist in den europäischen Emerging Markets in den nächsten Jahren weiterhin mit hohem Wirtschaftswachstum zu rechnen. Diese Aufholphase sollte für solide Renditen auf den Renten- und Aktienmärkten sorgen," meinte Willi Hemetsberger, Vorstandsmitglied der Bank Austria, anlässlich der EBRD Tagung in London.

"Auch wenn die Börsenperformance in den letzten Jahren enttäuschend verlief, muss man bedenken, dass diese Periode doch von erfolgreichen Reformanstrengungen im Bereich der Wirtschaft geprägt war," sagte Hemetsberger. Seiner Ansicht nach war die schwache Verfassung der meisten Aktienmärkte hauptsächlich globalen Faktoren zuzuschreiben. Dagegen zeigten die Rentenmärkte in Mittel- und Osteuropa sogar eine günstige Entwicklung.

Weiters wies Hemetsberger auf die Unterschiede zwischen Mittel- und Osteuropa und anderen Emerging Markets weltweit hin. Diese Unterschiede bestehen insbesondere in den implizit durch die EU-Konvergenz vorgegebenen Ziele bei Wirtschaftswachstum, Wechselkursen und Zinsen. Hemetsberger sagte für die Länder Mittel- und Osteuropas eine Aufholphase voraus, die aus Produktivitätszuwächsen resultieren und zu Lohnsteigerungen führen würden. Er vertrat auch die Ansicht, dass das Zinsniveau aufgrund des gesamtwirtschaftlichen Inflationspotentials über dem EU-Niveau bleiben und damit die Währungen stärken werden.

Mit der wirtschaftlichen Erholung und einer allmählichen Verbesserung der Managementfähigkeiten befinden sich die osteuropäischen Reformländer auf dem richtigen Kurs. Im Vergleich zu den vergangenen drei Jahren, in denen die USA der Wachstumsmotor für die Weltwirtschaft waren und den Investoren höhere Renditen bescherten, profitiert Mittel- und Osteuropa derzeit von der Führungsrolle, die Europa eben erst übernommen hat. Die Stabilisierung der politischen Lage in Russland und der Rückgang der Kapitalabflüsse aus diesem Land haben wesentlich zu dieser positiven Entwicklung beigetragen.

Für Aktieninvestoren sollten die Telekommunikationsbranche, der Bankensektor und die Öl- und Gasindustrie das größte Potential aufweisen. Weiters seien Uebernahmekandidaten unabhängig von der jeweiligen Branche nicht aus den Augen zu lassen. Auf dem Markt für festverzinsliche Kapitalanlagen bieten sich bei mittelfristig fälligen Anleihen in Polen, Rentenwerten mit Laufzeiten unter drei Jahren in Ungarn sowie Anlagen mit Bindungsfristen von sechs bis neun Monaten in der Slowakei interessante Möglichkeiten.

Abschließend meinte Hemetsberger, es gebe genügend Anlass für Optimismus, dass die Renten- und Aktienmärkte in den kommenden Jahren eine solide Performance aufweisen werden.

Rückfragen: Bank Austria Group Public Relations

Martin Hehemann, Tel. 711 91 DW 57007;

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