4.5.2001

Bank Austria baut Private Equity-Aktivitäten kräftig aus

Neue Tochtergesellschaft koordiniert Private Equity-Aktivitäten
Zwei neue Fonds für das laufende Geschäftsjahr geplant
Österreichischer Private Equity-Markt wächst dynamisch um mehr als 25 % jährlich

Die Bank Austria hat mit der BA Private Equity GesmbH eine neue Tochtergesellschaft gegründet, die die Private Equity-Aktivitäten der Bank Austria-Gruppe koordiniert. Sprecher der Geschäftsführung ist Klaus Haberzettl, der in den letzten Jahren als Vorstand der UBF Mittelstandsfinanzierungs AG große Erfahrung in diesem Geschäftsfeld erworben hat. Die neu gegründete Gesellschaft ist für die Konzeption, Koordination sowie das Sponsoring der Private Equity-Aktivitäten der Bank Austria-Gruppe in Österreich verantwortlich. Zu den Aufgaben zählt damit auch die Konzeption und Entwicklung neuer Private Equity Fonds.

Zwei neue Venture Capital Fonds geplant

Noch heuer werden zwei neue Venture Capital Fonds gegründet. Geplant sind:

Ein Venture Fonds über 100 Mio. Euro, der als Nachfolgefonds für die UBF, die auf Grund des guten Dealflows bald ausinvestiert sein wird, fungieren soll. Er zielt auf Klein- und Mittelbetriebe mit starkem Wertsteigerungspotential ab und ist für Beteiligungen mit einem Volumen ab 20 Mio. Schilling gedacht.
Ein Mezzaninfonds über 100 Mio. Euro. Die Investments sollen hier vor allem in mittelständische Unternehmen gehen, die im Rahmen einer Wachstumsstrategie Kapital benötigen und die erforderlichen Investitionen im Hinblick auf ihre Eigenkapitalstruktur nicht nur über Kredite darstellen können.
Beide Fonds werden österreichischen Unternehmen mit großem Wertsteigerungspotenzial Eigenkapital (Private Equity) bzw. Mezzaninkapital (eine Sonderfinanzierungsform, die Elemente von Eigen- und Fremdkapital in sich vereint) zur Verfügung stellen. Investoren sollen – neben der Bank Austria – insbesondere die bisherigen Kernaktionäre sowie weitere in- und ausländische institutionelle Anleger sein. Details zu beiden Fonds werden derzeit erarbeitet.

Aufgaben der BA Private Equity GesmbH

Eine der wesentlichen Aufgaben der BA Private Equity GesmbH besteht im Sponsoring. Dieser Begriff hat im Zusammenhang mit Private Equity-Finanzierungen eine vom üblichen Sprachgebrauch abweichende Bedeutung. Es umfasst die Unterstützung beim Fund Raising, den Know-How-Transfer für Marketing, Controlling, Administration, aber auch den Zugang zu Kontaktnetzwerken – in diesem Fall der Bank Austria-Gruppe - für die optimale Generierung des Dealflows. Durch all diese Maßnahmen werden die Venture Capital Fonds entlastet und können sich auf ihre Kernaufgabe – der zielgerichteten Beteiligung an Unternehmen mit hohem Wertsteigerungspotenzial - widmen. Im Gegenzug generiert die Bank Austria Private Equity GesmbH ein Managementfee von den operativen Fondsgesellschaften.

Das Management der Venture Capital Fonds entscheidet unabhängig von der Bank Austria Private Equity GesmbH und auch unabhängig von der Bank Austria selbst über die Investments und betreut diese in der Folge. Diese Fonds sind üblicherweise in der Rechtsform einer AG gestaltet. Die Bank Austria beteiligt sich an den Fondsgesellschaften mit maximal 24 %, also immer als Minderheitsgesellschafter und hat auch nie den Aufsichtsratsvorsitz inne. Da die Renditeerwartungen internationaler Investoren mit über 20 % sehr anspruchsvoll sind, müssen die Fondsmanager bei den Investments äußerst selektiv vorgehen.

Klaus Haberzettl zu dieser Strategie: "Neben den zusätzlichen Erträgen, die wir als Sponsor lukrieren und den interessanten Renditen aus den Investments selbst, erwarten wir für die Bank Austria-Gruppe vor allem auch sehr positive Auswirkungen auf das gesamte Firmenkunden-geschäft. Im Sinne eines integrierten Corporate Finance Ansatzes bietet die Bank Austria-Gruppe ihren Kunden in Finanzierungsangelegenheiten ein volles Package - von den verschiedensten Kreditformen über Mezzaninkapital bis hin zur Vermittlung von Eigenkapital."

Im Bereich der Venture Finanzierungen verfügt die Bank Austria bereits heute über zwei hervorragende Produkte:

den Gründer- und Gründerinnenfonds der BATAG (Bank Austria Treuhand AG), der mit einem Volumen von 220 Mio. Schilling auf Beteiligungen bis 20 Mio. Schilling abstellt und
die UBF Mittelstandsfinanzierungs AG, die mit einem Volumen von 500 Mio. Schilling auf Beteiligungen ab einer Größenordnung von 20 Mio. Schilling ausgerichtet ist.
Track Record der Bank Austria im Venture Capital Bereich

Die Bank Austria hat der auch in Österreich steigenden Nachfrage nach Private Equity Rechnung getragen und sich bereits seit einigen Jahren in diesem Geschäftsbereich erfolgreich engagiert. Dies nicht nur als Investor bei in- und ausländischen Beteiligungsgesellschaften, sondern auch als echter Sponsor für Private Equity in Österreich.

1997 hat die Bank Austria 320 Mio. Schilling Investitionskapital in den BA TFV High-Tech-Fonds investiert. Dieser Venture Fonds hat sich durch seine Beteiligungen an elf innovativen, jungen Unternehmen überaus positiv entwickelt. Im Sommer 2000 hat 3i, eine der bedeutendsten internationalen Venture Capital Gesellschaften, diesen Fonds erworben. Die Bank Austria erzielte mit dieser Transaktion eine Rendite von weit über 50 % p.a. Neben der starken Nachfrage der Unternehmen ist dies ein deutliches Signal für die Bank Austria, das Engagement auf diesem Sektor weiter zu verstärken und Private Equity zu einem strategischen Geschäftsfeld zu erklären.

Bei der UBF Mittelstandsfinanzierungs AG ist die Bank Austria mit 24 % als Investor beteiligt, 40 % werden von der Europäischen Investitionsbank, 20 % von der Wiener Städtischen und 16 % von Duke Street gehalten. Aufsichtsratspräsident ist Dr. Klaus Raidl, Vorstandsvorsitzender der Böhler Uddeholm AG.

Venture Capital in Österreich

Der österreichische Venture Capital Markt ist verglichen mit anderen europäischen Ländern noch immer ein Entwicklungsgebiet. Bei den Private Equity Investments in Prozent des BIP ist Großbritannien mit 0,865 % Spitzenreiter, gefolgt von Schweden mit 0,575 %, Österreich kann lediglich auf 0,045 % verweisen. Dennoch ist auch in Österreich die Nachfrage nach dieser Finanzierungsform in den letzten Jahren exponentiell gewachsen. 1995 wurden erst 13,7 Mio. Schilling an Venture-Mitteln investiert; 1999 waren es immerhin schon 1.229 Mio. Schilling (Quelle: EVCA Jahrbuch 2000). Der österreichischer Private Equity-Markt wächst dynamisch um mehr als 25 % jährlich.

Rückfragen: Bank Austria Group Public Relations

Margit Schmid-Weihs, Tel. 711 91 DW 52371

E-Mail: margit.schmid-weihs@bankaustria.com