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13.3.2001

News aus dem Asset Management der Bank Austria: Unsicherheit dominiert Weltbörsen

Stock Schock: Weltbörsen geben deutlich nach
Gewinnwarnung bei Ericsson
Hoffnung auf Erholung noch nicht aufgegeben
Verkaufswelle an den internationalen Börsen – Spirale dreht sich nach unten

Die Verkaufswelle an den internationalen Börsen scheint im Moment nicht zu stoppen.

Die Nasdaq fiel gestern unter die Marke von 2.000 Punkten, der S&P 500 ist mehr als 20 % von seinem Hoch entfernt und damit offiziell in einen Bärenmarkt eingetreten – das erste Mal seit 1987!

Auch die anderen Weltbörsen konnten sich dem negativen Trend nicht entziehen.Obwohl die Nachrichtenlage im Moment nicht wirklich positiv ist (Gewinnwarnung Ericsson – mehr dazu unten, Entlassungen bei Cisco), gab es für den gestrigen Verkaufsdruck keinen wirklich zwingenden äußeren Anlass. Der Markt befindet sich im Moment offenbar in einer nach unten gerichteten Spirale, aus der ihn nur ein äußerer Impuls befreien könnte.

Insofern kann man die aktuelle Situation vielleicht wirklich mit der Börsenlage vor genau einem Jahr vergleichen. Damals schienen die Tech-Börsen den Himmel zu stürmen, und die Technologie konnte nichts falsch machen. Heute ist es genau umgekehrt, die Technologie kann nichts richtig machen. Die Stimmung hat also de facto um 180 Grad umgeschlagen. Daraus kann man den – vorsichtigen – Schluss ziehen: Genau so wie die Euphorie übertrieben war, ist es auch die aktuell herrschende völlige Depression. Letztlich wird die Technologie nicht verschwinden, sondern im Gegenteil weiterhin unverzichtbarer Teil der modernen Welt bleiben. Sie ist der Motor des Wachstums gewesen, hat daher eine Art Vorreiter-Rolle, der sie leider momentan auch auf dem Weg nach unten gerecht wird. Es liegt aber schon die Hoffnung nahe, dass bei einer wirtschaftlichen Erholung die Investitionen in Technologie wieder anspringen werden, was den leidgeprüften Aktien zugute kommen sollte.

Neuerlich Gewinnwarnungen bei US-Unternehmen

Was die US-Ergebnisse für das erste Quartal betrifft, hat die Zahl der Gewinnwarnungen das diesbezüglich ohnehin schon schlechte 4. Quartal 2000 noch übertroffen. Dazu kommt, dass vor genau einem Jahr das Gewinnwachstum in den USA mit 23,6% einen Höhepunkt erreicht hat. Das heißt, vor genau einem Jahr wuchsen die Gewinne besonders stark, und genau gegen dieses Quartal werden die aktuellen Gewinne gemessen. Die Berichtsaison beginnt Anfang April, und auch von dieser Seite ist für den Moment wohl leider nicht mit Unterstützung zu rechnen.

General Electric

Letzte Meldung: GE hält heute, Dienstag, ein Analystentreffen, und im Markt geht die Angst um, das Unternehmen könnte die Erwartungen nach unten revidieren. Die Aktie hat gestern fast 10% verloren.

Gewinnwarnung Ericsson

Nachdem bereits letzte Woche der französische Telekomausrüster Alcatel seine Gewinnerwartungen für seine Mobilfunksparte deutlich nach unten revidierte, gab gestern auch Ericsson eine Gewinn- und Umsatzwarnung bekannt. Demnach wird Ericsson anstatt der ursprünglich erwarteten "schwarzen Null" 4 bis 5 Mrd. Schwedenkronen Verlust im ersten Quartal erzielen. Der Kurs gab daraufhin während des gestrigen Handelsverlaufes über 21 % auf 64 Kronen nach. Ericsson begründete diesen drastischen Rückgang mit deutlich schwächeren Ersatzkäufen, geringeren Subventionen seitens der Telekomunternehmen, die bisher Handies für den Konsumenten durch hohe Subventionen mitfinanzierten, hohen Lagerbeständen und zunehmendem Preisdruck.

Nachdem sich fast alle Anbieter zur aktuellen Lage geäußert haben, warten die Marktteilnehmer mit Spannung auf ein Statement des Marktführers Nokia, der noch im vergangenen Quartal sein bestes Ergebnis der Firmengeschichte erzielen konnte.

Börse Japan

Auch der japanische Nikkei-Index blieb von der Verkaufswelle nicht verschont und fiel heute um 352 Punkte oder 2,89 % auf 11.819,7 Punkte. Das bedeutet den tiefsten Stand seit 28. Jänner 1985. Da halfen auch das gestern verkündete, höher als erwartet ausgefallene Wirtschaftswachstum im vierten Quartal (+0,8 %) bzw. das am Freitag von der Regierung präsentierte Notpaket zur Stimulierung der japanischen Wirtschaft wenig. Zu stark ist einerseits die Korrelation zur Nasdaq, vor allem, seit im April 2000 der Index zugunsten eines höheren Technologie-Anteils umgestellt wurde. Andererseits ist die japanische Regierung unter ihrem ungeliebten Ministerpräsidenten Yoshiro Mori zu schwach, um sich von der Entwicklung in den USA abkoppeln zu können. Zusätzlich belastend wirken sich im Moment die Aktienverkäufe von Unternehmen aus, die aus Ertrags- oder Bilanzstrukturgründen ihre Überkreuzbeteiligungen vor Ende des Fiskaljahres am 31.3. auflösen wollen. Für einen nachhaltigen Aufschwung wären grundlegende Strukturreformen notwendig, diese sind in Japan momentan aber nicht in Sicht.

Bonds profitieren von Unsicherheiten auf Aktienmärkten

Profiteure der Aktien-Turbulenzen waren gestern die Bonds, die als "sicherer Hafen" gesucht waren. In diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache bedeutsam, dass nächste Woche (20.3.) das nächste Fed-Meeting auf dem Programm steht. Es gibt immer wieder Zwischenrufe, Greenspan möge die Zinsen schon vorher senken, um die Märkte zu stabilisieren. Da kommt den Wirtschaftsdaten besondere Bedeutung zu: Heute stehen die Einzelhandelsumsätze an, die über den so wichtigen privaten Konsum Auskunft geben. Bange Frage der Anleger: Hat die Korrektur an den Börsen das Verbrauchervertrauen und damit das Konsumverhalten beeinträchtigt?

Fazit:

So wie wir vor einem Jahr, inmitten der Euphorie, vor einer Korrektur gewarnt haben, so bleiben wir jetzt bei unserer Aussage, dass der Markt letztlich wieder Tritt fassen wird. Die alles entscheidende Frage nach dem Zeitpunkt der Trendwende muss aber weiter offen bleiben. Die jüngste Beschleunigung auf dem Weg nach unten könnte schon auf jene Art von Kapitulation hindeuten, die ein Tief im Markt ankündigt. Trotzdem muss kurzfristig auf jeden Fall weiter zur Vorsicht gemahnt werden.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33 147 DW 5403