12.4.2001

Die Asset Allocation der Bank Austria für das 2. Quartal 2001

Stabilisierung möglich, Aktienquote unverändert
Aktien: USA-Anteil auf neutral angehoben
Bonds: Dollar neutral, Euro übergewichtet
Börsenfrühling lässt auf sich warten

Auch nach den Enttäuschungen des Jahres 2000 müssen Anleger nach wie vor auf eine Verbesserung der Börsensituation warten. Die Korrektur an den Technologiebörsen wurde mehr und mehr begleitet von einem auf fast alle Sektoren übergreifenden Verkaufsdruck, der ungefähr im Februar dieses Jahres einsetzte. Bis Ende März lag im Jahr 2001 gar nur eine Branche Eurolands – die Automobilindustrie – im Plus. Alle anderen wurden von einer breiten Verkaufswelle erfasst, an deren Spitze wieder einmal die Technologie stand. Ähnlich das Bild in den USA, wo auch der Dow Jones Index unter Druck gekommen war. Nach wie vor steht der Markt im Bann von schlechten Nachrichten, entweder seitens der Konjunktur, oder seitens der Unternehmensmeldungen. Die vorerst nur vom US-Technologiesektor ausgehenden Gewinnwarnungen, bei denen ein Ende noch nicht abzusehen ist, sind mittlerweile auch in Euroland fast zur Gewohnheit geworden. Kein Wunder also, dass sich Anleihen als sogenannter "sicherer Hafen" einer großen Beliebtheit unter den internationalen Investoren erfreuen. Von den aggressiven Zinssenkungsmaßnahmen seitens der Fed konnte der Aktienmarkt im Vergleich zum Rentenmarkt jedenfalls noch nicht profitieren.

Verkaufsdruck in allen Sektoren prägt das erste Quartal 2001

Das erste Quartal war damit durch einen im Vergleich zum Vorjahr noch erhöhten Verkaufsdruck gekennzeichnet. Mittlerweile sind nicht nur Technologie- sondern auch Standardwerte betroffen. Offensichtlich haben die Anleger vor allem im März auch jene Sektoren verkauft, die im letzten Jahr noch gut performt haben. Ein Paradebeispiel dafür ist die Pharmabranche, die zwar im Vorjahr von den Tech-Turbulenzen sehr gut profitieren, diesen positiven Trend heuer aber nicht mehr fortsetzen konnte. Offensichtlich ist die Risikoaversion der Anleger allgemein gestiegen, und immer weniger Sektoren können sich diesem Umstand entziehen.

Wann ist der Tiefpunkt erreicht?

In diesem Umfeld wird immer wieder die Frage nach dem endgültigen Tief bzw. dem Wendepunkt gestellt.

Wir sehen zwar eine Reihe von Faktoren, die auf ein mögliches Tief hindeuten, wie Verbreiterung der Verkaufswelle oder hohe Volumina an "Verkaufstagen", aber ein genaues Timing des Tiefpunktes ist unserer Meinung nach de facto unmöglich.

Bis jetzt hat an "Erholungstagen" häufig Volumen gefehlt, sprich hinter den kurzlebigen Rallies steht bis jetzt noch nicht genug Überzeugung. Wir stehen daher auch weiterhin langfristig positiv zu den Aktienmärkten, glauben aber gleichzeitig, dass für eine endgültige Erholung vor allem positive Unternehmensmeldungen notwendig sind.

Solange die Flut an Warnungen bzw. negativen Nachrichten anhält, wird der Markt Mühe haben, sich nachhaltig zu stabilisieren. Der Unsicherheitsfaktor bleibt derzeit hoch, weshalb wir die Volatilität weiterhin ausgeprägt sehen.

Resumé

Wir haben im Dezember unsere Aktienquote unverändert bei 45 % belassen, was angesichts der schwierigen Entwicklung auf den Aktienmärkten sicher eine bessere Entscheidung war als eine Anhebung, wie sie durchaus von großen internationalen Häusern propagiert wurde. Nichtsdestotrotz muss man anerkennen, dass die bisherige Entwicklung an den Börsen mehr als unbefriedigend verlaufen ist. Vor diesem Hintergrund entscheiden wir uns dafür, im Moment bewusst die Allokation unverändert zu belassen, nämlich bei 45% Aktien, 54% Anleihen und 1% Cash.

Anleihenseitig bleibt die Allokation im Wesentlichen unverändert. Der Dollar-Anteil, der sich durch die gute Performance des Dollars seit der letzten Asset auf 13% erhöht hat, wird dort belassen. Euroland bleibt mit 80% gewichtet, UK mit 2% und Resteuropa wird mit 5% berücksichtigt.

Auf der Aktienseite ist die herausragendste Veränderung die Anhebung der USA-Quote von zuvor 48 auf 51%. Wir sind damit neutral zur Benchmark und tragen außerdem der im Jahresverlauf anstehenden Erhöhung der USA-Gewichtung in vielen internationalen Aktienindizes (MSCI) Rechnung. In Japan reduzieren wir angesichts der zahlreichen, anstehenden Probleme den Anteil von 12 auf 9%. Die Emerging Markets bleiben unverändert mit 4% gewichtet. In Europa gibt es nur geringe Verschiebungen. UK wird auf neutral angehoben und mit 10% gewichtet, Resteuropa wird mit 3% und Euroland mit 23% gewichtet.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33 147 DW 5403

E-Mail: monika.rosen@amg.co.at