29.10.2001

Ergebniszahlen für das 3. Quartal 2001 Bank Austria erreicht trotz schwierigem Umfeld Vorjahresergebnis

Ergebnis vor Steuern beträgt rund 500 Millionen Euro
Integration in die HVB Group weitgehend abgeschlossen
Integrationsprojekte bringen höhere Synergien als ursprünglich geplant
Enormes Wachstumspotenzial in Mittel- und Osteuropa

Die Bank Austria/Creditanstalt-Gruppe hat trotz schwierigster Rahmenbedingungen auf den internationalen Märkten in den ersten drei Quartalen 2001 das Ergebnis des Vorjahres halten können. Der Gewinn vor Steuern lag mit 497 Millionen Euro leicht um 3,4 Prozent unter dem Wert des Jahres 2000.

Die Integration der Bank Austria/Creditanstalt-Gruppe in die HVB Group ist weitgehend abgeschlossen. Die Vorarbeiten zur Fusion von Bank Austria und Creditanstalt laufen zügig voran. Insgesamt werden die Integrationsprojekte jährliche Synergien von 625 Millionen Euro bringen – und damit 26 Prozent mehr als die ursprünglich geplanten 495 Millionen Euro. Die einmaligen Kosten werden dagegen mit 308 Millionen Euro um 12 Prozent unter den veranschlagten 350 Millionen Euro liegen, obwohl in der ursprünglichen Planung der Full-Merger in Österreich noch nicht enthalten war. Bank Austria-Vorstandsvorsitzender Gerhard Randa: "Wir erreichen ein Kosten-Synergie-Verhältnis von 1 zu 2. Das heisst: Wir haben den Aufwand für die Integration innerhalb eines halben Jahres wieder verdient. Das ist ein hervorragender Wert."

Zum Stichtag 30. September 2001 hat die Bank Austria ihre Einheiten in Westeuropa, Asien und Nordamerika plangemäß an die HypoVereinsbank übertragen. Bis Jahresende werden die Aktivitäten in Südamerika folgen. In Mittel- und Osteuropa hat die Bank Austria die Einheiten der HypoVereinsbank in ihr Netzwerk integriert. Die Fusionen in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Kroatien wurden pünktlich abgeschlossen. In Polen ist der Abschluss des rechtlichen Mergers ebenfalls bis Ende des Jahres geplant. "Der Zusammenschluss mit der HypoVereinsbank hat uns deutlich gestärkt. Wir zählen nun in allen Ländern Mittel- und Osteuropas zu den führenden Banken", so Randa. "Wir wollen das enorme Wachstumspotenzial, das die gesamte Region bietet, konsequent nutzen und unser Geschäftsvolumen in den nächsten Jahren auf 40 Milliarden Euro verdoppeln."

Die Ergebniszahlen für die ersten drei Quartale 2001

Der Konsolidierungskreis der Bank Austria/Creditanstalt-Gruppe hat sich durch die Transfers der Beteiligungen sehr stark verändert. Der Vergleich der aktuellen Quartalszahlen mit den Vorjahreswerten, die auf der alten Konzernstruktur basieren, ist dadurch stark beeinträchtigt.

Der Zinsüberschuss betrug nach den ersten drei Quartalen 1.660 Millionen Euro und lag damit um 5 Prozent über dem Wert des Vorjahres (1-9/2000: 1.581 Millionen Euro). Der Provisionsüberschuss stieg um 6,6 Prozent auf 735 Millionen Euro (1-9/2000: 690). Das Handelsergebnis erhöhte sich um 7,7 Prozent auf 155 Millionen Euro (1-9/2000: 144). Der Saldo sonstige betriebliche Erträge/Aufwendungen betrug 216 Millionen Euro (1-9/2000: -5). In dieser Position sind Erlöse aus dem Transfer der Beteiligungen in Übersee und Westeuropa at arms length an die HypoVereinsbank im Ausmass von 154 Millionen Euro enthalten. Insgesamt stiegen die operativen Erträge um 14,8 Prozent auf 2.766 Millionen Euro (1-9/2000: 2.410).

Der Risikoaufwand der Gruppe belief sich entsprechend der Verschlechterung der konjunkturellen Situation und der Insolvenzentwicklung auf 500 Millionen Euro. Er lag damit um 37,1 Prozent über den entsprechenden Quartalswert des Vorjahres (1-9/2000: 365), beziehungsweise auf dem Niveau des zeitanteiligen Jahreswertes 2000 von 499,5 Millionen Euro (Gesamtjahr 2000: 666). Die Betriebserträge nach Kreditrisikovorsorge lagen nach den ersten drei Quartalen 2001 mit 2.050 Millionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres (1-9/2000: 2.049).

Kosten im Griff

Die Veränderung des Konsolidierungskreises – unter anderem die erstmalige Konsolidierung der polnischen PBK und der SKWB Schoellerbank – führte zu einem leichten Anstieg des Verwaltungsaufwandes um 7,4 Prozent auf 1.765 Millionen Euro (1-9/2000: 1.644). In Österreich sorgte ein konsequentes Kostenmanagement für einen Rückgang der Kosten.

Ergebnis auf Vorjahresniveau

Das Ergebnis vor Steuern betrug 497 Millionen Euro, lag also mit einem leichten Minus von 3,4 Prozent praktisch auf dem Niveau des Vorjahres (1-9/2000: 514). Der ROE nach Steuern betrug 12,5 Prozent (1-9/2000: 12,7). Die Cost/Income-Ratio lag bei 63,8 Prozent (1-9/2000: 68,2).

Die Bilanz der Bank Austria/Creditanstalt-Gruppe

In der Bilanz spiegelt sich der Umbau der Konzernstruktur ebenfalls deutlich wider: Die Übertragung der Aktivitäten in Asien, den USA und Westeuropa führte dazu, dass sich die Bilanzsumme gegenüber dem Wert vom 31. Dezember 2000 um 15 Prozent auf 140 Milliarden Euro verringerte (2000: 165). Die Bank Austria/Creditanstalt-Gruppe bleibt allerdings auch in ihrer neuen Struktur die mit Abstand größte Bankengruppe Österreichs.

Auf der Aktivseite der Bilanz sanken die Handelsaktiva um 23,9 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro (2000: 14,3). Die Forderungen an Kreditinstitute gingen um 12,2 Prozent auf 34,6 Milliarden Euro zurück (2000: 39,4). Beides ist vor allem auf den Transfer der Auslandsfilialen zurückzuführen, deren Geschäft besonders interbanklastig war. Die Forderungen an Kunden gingen aus diesem Grund weit weniger stark um 9,9 Prozent auf 74,2 Milliarden Euro zurück (2000: 82,3). Die Finanzanlagen sanken um 27,9 Prozent auf 18,5 Milliarden Euro (2000: 25,8).

Auf der Passivseite ist das Bild ähnlich: Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen um 19,8 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro zurück (2000: 59,1). Auf die Position Verbindlichkeiten gegenüber Kunden wirkten sich die Veränderung der Konzernstruktur mit einem Rückgang von 6,6 Prozent auf 49,5 Milliarden Euro vergleichsweise moderat aus (2000: 53). Die Verbrieften Verbindlichkeiten sanken um 33,9 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro (2000: 31,3). Die Summe der Eigenmittel stieg aufgrund des höheren Nachrangkapitals von 9,1 Milliarden Euro auf 9,6 Milliarden Euro.

Rückfragen: Bank Austria Group Public Relations

Martin Hehemann, Tel. 711 91 DW 57007

E-Mail: martin.hehemann@bankaustria.com