21.3.2001

News aus dem Asset Management der Bank Austria: Maßnahmen der japanischen Notenbank bringen erste Früchte

Nikkei verbucht größten Tagesgewinn seit 3 Jahren
Japanische Notenbank vollzog fundamentale Wende in ihrer Geldpolitik
Regierung muss mit erforderlichen Strukturreformen nachziehen
Kurzkommentar zur Fed-Entscheidung

Der japanische Nikkei-Index stieg heute früh um 7,49 % oder 913 Punkte auf 13.104 Punkte, was den größten Tagesgewinn seit 17. November 1997 bedeutet. Der marktbreitere TOPIX-Index kletterte um 6,32 % und erreichte damit sogar den größten Tagesgewinn seit 16. April 1953 und den zehntgrößten Tagesgewinn in der Geschichte des Index. Damit honoriert der Markt die Entscheidung der japanischen Notenbank Bank of Japan (BoJ), ihre Geldpolitik drastisch zu verändern.

Diese fundamentale Änderung ihrer Geldpolitik besteht darin, dass die BoJ die Liquidität am Markt erhöhen und somit die Zinsen auf diese Weise gegen Null tendieren lassen will, statt direkt zur Nullzinspolitik zurückzukehren. Diese Maßnahme geht somit weit über eine Rückkehr zur Nullzinspolitik hinaus, weil damit in Zukunft die Geldmenge massiv ausgeweitet werden soll. Damit will die BoJ die Deflation stoppen und die Preisentwicklung über der Nullmarke stabilisieren. Gleichzeitig appellierte die Notenbank nochmals an die Regierung, nun endlich die erforderlichen Strukturreformen bei Unternehmen und im Finanzsystem durchzusetzen. Dabei liegt aber das Hauptproblem. Die BoJ hat ihrerseits die nötigen Schritte unternommen, um die wirtschaftliche Situation in Japan zu verbessern und somit auch den Aktienmarkt zu beleben. Der Ball liegt jetzt bei der Regierung, die nötigen Strukturreformen hinsichtlich notleidender Kredite, Steuern oder Überkapazitäten zu vollziehen. Ob dies allerdings der herrschenden LDP-Partei unter dem extrem unbeliebten Premier Mori gelingen wird, ist mehr als fraglich. Schließlich stehen Ende Juli Wahlen an, und die LDP hat Angst vor Wahlverlusten, falls sie Reformen beschließt, die die Bevölkerung belasten könnten.

Besonders profitieren von der BoJ-Entscheidung konnten Retailer wie z.B. Ito-Yokado oder Seven Eleven, die durch diese Maßnahmen steigende Konsumausgaben der Japaner antizipieren. Aber auch Technologiewerte tendierten durch die Bank fester, was insofern erstaunlich ist, als die Nasdaq, zu der der Nikkei in der Vergangenheit stark korrelierte, nach der Fed-Entscheidung um 4,8 % verlor.

Fazit:

Die Entscheidung der BoJ war ein erster richtiger Schritt, um Japans Wirtschaft und Aktienmärkte wieder zu beleben, nun liegt es an der Regierung, mittels grundlegender Reformen den nachhaltigen Aufschwung einzuleiten. Aufgrund des nach wie vor schwachen Yen favorisieren wir weiter exportorientierte Werte wie Autoproduzenten (z.B. Nissan) oder Elektronikunternehmen mit starker Exposure in Übersee wie Canon, aber auch Sony.

Kurzkommentar zur Fed-Entscheidung

Die Zinssenkung um 50 Basispunkte war weitgehend in den Erwartungen. Die US-Märkte reagierten darauf mit Schwäche. Das bedeutet, der Markt braucht derzeit dringend positive Unternehmensmeldungen, denn Zinssenkungen allein können die Börsen offensichtlich nicht stabilisieren. Vorsicht ist weiter geboten, Anfang April kommen die US-Ergebnisse zum 1. Quartal, denen vor diesem Hintergrund große Bedeutung zukommt.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33 147 DW 5403