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27.2.2001

News aus dem Bank Austria-Treasury

Robuste Binnenkonjunktur in der Eurozone, Inflationsdruck nimmt ab
25 BP Zinssenkung im ersten Halbjahr 2001
Renditeanstiege im 2. Halbjahr
EUR hinkt Fundamentals hinterher
Weltwirtschaft wächst langsamer

Die seit Jahresbeginn veröffentlichten Konjunkturdaten lassen eine deutliche Verlangsamung des Wachstums der Weltwirtschaft erwarten: Konnte im vergangenen Jahr das globale Bruttoinlandsprodukt noch um äußerst kräftige 4% zulegen, wird heuer mit einer deutlichen Abschwächung auf rund 2,5% gerechnet. Am ausgeprägtesten ist die Abwärtsbewegung in den USA, wovon Länder wie Mexiko und Kanada am deutlichsten betroffen sind.

Damit im Zusammenhang steht ein Nachlassen der Investitionen im Technologiebereich, wovon auch Länder der Region Asien - exklusive Japan - betroffen sind. Japan sieht sich noch immer mit dem Deflationsgespenst konfrontiert. Die Herabstufung der Kreditwürdigkeit Japans in der vergangenen Woche war die letzte einer Reihe von negativen Nachrichten und hat keinen mehr überrascht.

Euroland zeigt Stabilität

In diesem Umfeld präsentiert sich das Eurogebiet als Ruhepol: Im Gegensatz zu den USA haben sich hier in den vergangenen Wochen die wirtschaftlichen Risiken verringert, wodurch die Wahrscheinlichkeit für unsere Basisannahme von 2,7% BIP-Wachstum in diesem Jahr - nach 3,4% im Jahr davor - zugenommen hat.

Insgesamt sollte das erste Halbjahr von einer moderaten Abschwächung des Wirtschaftswachstums bei gleichzeitig zurückgehendem Inflationsdruck dominiert sein. Für das 2. Halbjahr erwarten wir eine erneute wirtschaftliche Beschleunigung, wobei die Inflationsrate unter die 2%-Markte fallen sollte. Als Gründe für die wirtschaftliche Erholung sehen wir zum einen positive Impulse für die Konsumentenkaufkraft durch Steuersenkungen z.B. in Deutschland, Frankreich und Italien, rückläufige Arbeitslosenzahlen und sich stabilisierende Energiepreise. Zum anderen sollte sich die vielfach erwartete Verbesserung der weltweiten wirtschaftlichen Aussichten ab dem 2. Halbjahr positiv auf das Investitionsklima auswirken.

Risiken für diese Prognose kommen vor allem von der externen Nachfrage. Eine Rezession in den USA würde Nachfragerückgänge nach Importen aus Euroland bewirken, was durch eine kräftige Festigung des EUR gegenüber dem USD noch verstärkt würde. Zusätzlich würde eine stärkere globale Abschwächung negativ auf die Stimmung und die Aktienmärkte wirken. Aufgrund der Größe und internen Dynamik des EU-12-Wirtschaftsraumes sollten die genannten Effekte jedoch selbst im worst-case-Szenario keine dramatischen Auswirkungen auf das EU-12-Wachstum haben.

EZB-Leitzinssenkung um 25 BP möglich, Renditeanstiege im 2. Halbjahr

Für die kommenden zwei bis drei Monate sollte die Europäische Zentralbank eine "Wait-and-see"-Politik betreiben.

Wenn die Inflationsrate, wie angenommen, tatsächlich rückläufig ist und im Laufe des Q2 unter die 2%-Marke fällt, gehen wir am Ende des 3-Monatshorizonts von einer Leitzinssenkung um 25 BP auf 4,5% aus. In den darauffolgenden Monaten sollte die EZB die Leitzinsen aufgrund einer Wiederbelebung des EU-12-Wirtschaftswachstums im Sinne der von uns unterstellten "Wachstumsdelle" unverändert bei 4,5% belassen.

Die 10jährige Referenzrendite bewegt sich seit Jahresanfang zwischen 4,69% und 4,87% mit einem durchschnittlichen Wert von 4,8%. Für die kommenden Monate erwarten wir ein ähnliches Bild. Der abnehmende Inflationsdruck und die Erwartung einer baldigen wirtschaftlichen Erholung sollten sich die Waage halten. Unsere 3-Monatsprognose beträgt 4,8%. Danach sollten eine Abnahme der Zinssenkungserwartungen und verbesserte wirtschaftliche Aussichten zu moderaten Renditeanstiegen führen. Im 12-Monatshorizont sollte die 10jährige Rendite – im Einklang mit Renditeanstiegen in den USA – auf 5,1% angestiegen sein.

Die Erholungsphase des EUR vs. USD mit einem Höchststand von 0,957 am 5. Jänner hat nicht lange gewährt. Trotz negativer Nachrichten aus den USA und vergleichsweise guter Nachrichten aus dem Eurogebiet schwächte sich der EUR gegenüber dem USD wieder auf 0,91 ab. Die treibenden Faktoren für den EUR/USD-Wechselkurs in den vergangenen zwei Jahren waren die BIP-Differenzen sowie große Kapitalflüsse von der Eurozone in die USA. Wenn diese Überlegung zutrifft, hinkt der EUR seinen zugrundeliegenden Einflußfaktoren hinterher.

Für den 3- und 12-Monatshorizont halten wir an unserer optimistischen Einschätzung fest und prognostizieren eine Festigung des EUR vs. USD auf 0,96 bzw. 0,98.

Aufgrund der international steigenden Risikoaversion empfehlen wir für die kommenden Monate Wertpapiere mit erstklassiger Kreditwürdigkeit. Da wir im Basisszenario von einer Festigung des EUR vs. USD ausgehen, favorisieren wir Euroland-Staatsanleihen gegenüber US-amerikanischen Staatsanleihen. Innerhalb dieses Segments empfehlen wir am langen Ende der Kurve Anleihen mit einem AAA-Rating wie Österreich, Deutschland und Frankreich. Bonds mit einer Bonität unter AAA wie Italien, Spanien und Portugal halten wir für kurze Laufzeiten am attraktivsten.

Rückfragen: Bank Austria Group Public Relations

Margit Schmid-Weihs, Tel. 711 91, DW 52371

E-Mail: margit.schmid-weihs@bankaustria.com