7.11.2001

Bank Austria Konjunkturindikator für Österreich: Österreich kommt in die schwächste Wachstumsphase seit 1982

Industrie verstärkt Pessimismus erneut
Konsumentenstimmung trübt sich weiter ein
Weitere Verschlechterung zu erwarten
Industrie verstärkt Pessimismus

Der BA-Konjunkturindikator verschlechterte sich auch im Oktober erneut und fiel von 2,1 auf 1,7. Erneut zeigten alle Teilindikatoren eine Verschlechterung an. Vor allem bei der Industrie, in Österreich und im Euroland, bricht die Stimmung ein. Zusätzlich zeigt auch das Vertrauen der Verbraucher immer mehr nach unten.

Hintergrund für diese Entwicklung ist die weltwirtschaftliche Abschwächung. "Die Weltwirtschaft wird 2002 ihr schwächstes Jahr seit 1982 erleben" so Marianne Kager, Chefvolkswirtin der Bank Austria Creditanstalt pessimistisch. Dementsprechend zeigt die Stimmung der Industrie nach unten. Vor allem unsere wichtigsten Handelspartner wie Deutschland, Italien und die USA sind am Rande oder in der Rezession. "Ausser der Hoffnung, dass die enormen wirtschaftspolitischen Anstrengungen der USA bald Wirkung zeigen, gibt es derzeit wenig konkrete Hinweise einer baldigen Erholung" so Kager weiter.

Österreich folgt der internationalen Entwicklung

Nach Meinung der BA/CA Volkswirte kann sich Österreich nun immer weniger der konjunkturellen Abschwächung entziehen. Die fehlenden Exportaufträge zeigen ihre Wirkung auch am Arbeitsmarkt und damit ist auch mit einer Abschwächung des Konsums zu rechnen. "Österreich wird ganz knapp an einer Rezession vorbeigehen" so Stefan Bruckbauer, Österreichexperte der Bank Austria Creditanstalt. "Wir rechnen zu Jahresbeginn 2002 mit einer rückläufigen Wirtschaftsentwicklung und da sowohl das 4. Quartal heuer als auch das 2. Quartal 2002 sehr schwach sein werden, ist eine leichte Rezession nicht auszuschließen" so Bruckbauer weiter. Insgesamt erwartet die BA/CA für 2002 ein Wirtschaftswachstum von lediglich 1%. Die Arbeitslosenquote wird auf 6,3% steigen, die Beschäftigung fast stagnieren. Allerdings wird sich zu Jahresende eine leichte Erholung abzeichnen.

Österreich: Schwächste Wachstumsperiode seit 1982

Die Volkswirte weisen darauf hin, dass Österreich sich damit in der schwächsten Wachstumsphase seit 1982 befindet. Allerdings hofft die Bank, dass Österreich und Europa aufgrund der automatischen Stabilisatoren eine tiefere Rezession wird vermeiden können. Dabei gehen sie von einem selbsttragenden Aufschwung in den USA zu Ende 2002 aus, der dann auch Europa beflügeln wird. Sollten die Auftriebskräfte in den USA zu schwach sein, könnte die Weltwirtschaft auch in eine länger dauernde Schwächephase eintreten.

Rückfragen: Bank Austria Volkswirtschaft

Stefan Bruckbauer 01/ 71191/ 51054 DW

E-Mail: stefan.bruckbauer@bankaustria.com