31.7.2001

News aus dem Asset Management der Bank Austria: Ergebnisse für das 2. Quartal mehrheitlich vorgelegt

Zahlen großteils in den reduzierten Erwartungen
(Leichte) Erholung in den Gewinnen erst im 4. Quartal gesehen

80 Prozent der Unternehmen im amerikanischen Blue Chip-Index S&P 500 haben ihre Quartalsergebnisse bereits vorgelegt und demnach sind ihre Gewinne im 2. Quartal 2001 gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres um 17,2 Prozent gesunken. Nachdem wir auch schon im ersten Quartal einen Gewinnrückgang gesehen hatten – also de facto zwei aufeinanderfolgende Quartale eine negative Gewinnentwicklung aufweisen – befinden wir uns in den USA in einer Gewinnrezession. Das 2. Quartal 2001 ist auch das schlechteste seit dem 2. Quartal 1991, als die Gewinne um über 24 Prozent zurückgingen.

Die Aussichten für den weiteren Jahresverlauf sind ebenfalls vergleichsweise bescheiden. Im 3. Quartal erwartet der Konsensus der Analysten einen Gewinnrückgang um 11,5 Prozent, und erst im 4. Quartal sollten die Gewinne dann knapp, aber doch um 0,9 Prozent steigen. Dass hier in den letzten Monaten viel Ernüchterung eingekehrt ist, zeigt ein kurzer historischer Vergleich: Noch Ende März waren die Analysten von einem Gewinnwachstum um mehr als 12 Prozent im 4. Quartal 2001 ausgegangen, jetzt werden, wie erwähnt, nicht einmal mehr 1 Prozent erwartet. Dieser doch deutliche Rückgang in den Erwartungen steht auch hinter der Kurskorrektur, die seit Juni an den Börsen eingesetzt hat.

Hat man noch im Frühling eine schnelle Erholung bei den Gewinnen (Stichwort: V-förmige Entwicklung) gesehen, so sind die Hoffnungen jetzt mehrheitlich auf das Jahr 2002 gerichtet. Aber auch die könnten unserer Meinung nach noch enttäuscht werden, denn mit einer erwarteten Gewinnsteigerungsrate von 19 Prozent für den S&P im Jahr 2002 sind die Ziele doch recht hoch gesteckt. Umgekehrt sollte man aber nicht unerwähnt lassen, dass die absolute Zahl der Gewinnwarnungen leicht zurückgeht. Bis dato haben 213 Unternehmen für das laufende (3.) Quartal gewarnt, zum gleichen Zeitpunkt im Vorquartal waren es 234 Firmen. Also zumindest eine Stabilisierung bzw. leichte Verbesserung lässt sich daraus ablesen.

An positiven Faktoren, die die Gewinnentwicklung im weiteren Jahresverlauf stützen könnten, sind vor allem die Zinssenkungen der amerikanischen Notenbank, die Steuersenkungen und die Entspannung bei den Energiepreisen zu nennen. Die zentrale Frage ist und bleibt aber, ob diese Faktoren ausreichen werden, den amerikanischen Konsum weiterhin robust zu halten. Bis jetzt zeigt der US-Konsument, der zwei Drittel zum Wachstum beiträgt, nämlich wenig nennenswerte Ermüdungserscheinungen, und die Politik der US Notenbank ist eindeutig darauf ausgerichtet, diese Entwicklung auch weiterhin zu unterstützen.

Fazit: Wir bekräftigen unsere kurzfristig vorsichtige Haltung und sind auch weiterhin davon überzeugt, dass eine nachweisliche Erholung in den Unternehmensgewinnen eine unabdingbare Voraussetzung für eine nachhaltige Wende bei den Kursen sein wird. Daher wird wieder auf die Unternehmen mit schiefem Geschäftsjahr ein besonderes Schlaglicht fallen: Hier sind vor allem Cisco, Dell und Hewlett Packard zu nennen, die ihr Quartal mit Ende Juli abschließen und dann ab Mitte August berichten werden. Sie sind die ersten, die einen Hinweis auf die Geschäftslage im 3. Quartal geben können. Da bis jetzt die Anzeichen für eine fundamentale Wende, besonders in der Technologie, aber noch sehr spärlich sind, würden wir weitere Enttäuschungen nicht ausschließen wollen und raten zu einer eher defensiven Strategie.

Rückfragen: Bank Austria Asset Management

Monika Rosen, Tel. 33 147 DW 5403

E-Mail: monika.rosen@amg.co.at