22.10.1999

Das Jahr 2000 wird im Zeichen eines starken EURO stehen

  • Ende 2000 sollte der Euro bei 1,20 USD stehen
  • Das Treasury der BA/CA-Gruppe prognostiziert moderate Zinssteigerungen
  • Anleihemärkte werden im Jahr 2000 besser performen

Der Euro hat im laufenden Jahr starke Kursverluste gegenüber dem USD und dem japanischen Yen hinnehmen müssen. Das Wiedererstarken der Euroland-Konjunktur hat bereits zu einer leichten Erholung des Euro geführt, die sich nach Ansicht der BA/CA-Gruppe im nächsten Jahr verstärken wird. "Wir rechnen mit einem EUR/USD Wechselkurs von 1,20 zum Jahresende 2000", so Patrick Butler, Treasurer der BA/CA-Gruppe. Diese Stärke des Euro sollte sich in der Folge auch gegenüber dem Yen und in abgeschwächter Form gegenüber dem britischen Pfund widerspiegeln. Damit hätte der Euro nicht nur die Verluste des vergangenen Jahres wettgemacht, sondern noch etwas zugelegt.

Eine der Voraussetzungen für diese EURO-Entwicklung ist das Gelingen eines sogenannten "Softlanding" der US-Wirtschaft, das heißt eine präventive Inflationsbekämpfung durch Wirtschaftsverlangsamung, ohne jedoch die Konjunktur abzuwürgen. Die Inflationsentwicklung wird zwar im nächsten Jahr ein wichtiges Thema bleiben, die verlangsamte Konjunktur wird aber gemeinsam mit nachlassendem Druck von Seiten der Energiepreise den Markt positiv überraschen. "Die amerikanische Notenbank FED dürfte mit einer weiteren moderaten Zinserhöhung das Auslangen finden", erwartet Heinz Bednar, Researchleiter im BA/CA Group Treasury. Auf den Bondmärkten wird es daher nach einem Tief, das im ersten Quartal erreicht werden dürfte, zu Kursgewinnen kommen.

"Aufgrund einer guten Inflationsentwicklung sollten die Anleihemärkte im späteren Jahresverlauf 2000 wieder besser performen. Jedenfalls deutlich besser als im ablaufenden Jahr, das die Anleihenbesitzer nicht gerade verwöhnt hat.", gibt sich Butler optimistisch.

Nach Ansicht von Analysten des BA/CA-Treasury wird es zu keinen massiven Zinsanstiegen in den wichtigsten Kapitalmärkten kommen. Sie gehen von moderaten Zinsanhebungen durch die Zentralbanken aus und weichen damit von der vorherrschende Marktmeinung ab.

Im Euroland zeigen die Konjunktursignale deutlich nach oben. Die Europäische Zentralbank wird in dieser Phase einer erstarkenden Konjunktur die Zinsen zwar anheben, dabei aber vermeiden, in einen geldpolitisch restriktiven Bereich zu kommen. Die Geldmarktfutures gehen von wesentlich stärkeren Zinserhöhungen aus, die die Analysten des BA/CA-Treasury aufgrund einer moderaten Inflationsentwicklung nicht für realistisch halten. Diese enttäuschten Erwartungen werden die Renditeanstiege sehr gering halten.

Stärkere Renditeanstiege wird man in Japan sehen, wo die fiskalischen Maßnahmen zur Konjunkturbelebung auch über den Anleihenmarkt finanziert werden müssen und Angebotsdruck auslösen. Die Zinspolitik wird expansiv bleiben, solange es zu keiner selbsttragenden Konjunktur kommt. Besonders starke Zinserhöhungen erwartet der Markt in Großbritannien. Auch die Analysten des BA/CA-Treasury sehen hier Zinserhöhungen, allerdings in viel geringerem Ausmaß, da sie für England mit einer geringeren Inflation rechnen als im Euroland.

Rückfragen: Bank Austria, Öffentlichkeitsarbeit
Lars D. Hofer
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