UniCredit Bank Austria UniCredit Bank Austria
Wir sind für Sie da
VideoTelefonie testen
Allgemeine Anfragen
Kartensperren
UniCredit Bank Austria UniCredit Bank Austria
Wir sind für Sie da
VideoTelefonie testen
OnlineBanking | BusinessNet
Vorlesen

Ad-hoc /IR Releases

IR Releases

Hier finden Sie die vom Bank Austria Investor Relations Team veröffentlichten IR Releases.

10.02.2016

Vorläufiges Ergebnis für das Geschäftsjahr 2015:
Bank Austria mit rund 1,3 Mrd. € Jahresgewinn

• Solides Ergebnis im operativen Kundengeschäft trotz historisch niedrigen Marktzinsniveaus und anhaltender Konjunkturschwäche
o Kreditvolumen wächst um 2,3% auf 116,4 Mrd. €; in Österreich beläuft sich die Steigerung auf 4,1%, während das Kreditvolumen in CEE aufgrund negativer Wechselkurseffekte gegenüber dem Vorjahr nur leicht anstieg
o Kundeneinlagen wachsen sowohl in Österreich als auch in CEE im Vergleich zum Vorjahresultimo deutlich um 7,9% auf 110,3 Mrd. €
• Betriebsaufwendungen dank strikten Kostenmanagements um 1,9% leicht rückläufig
• Anstieg des Kreditrisikoaufwands um 28,8% auf 1.007 Mio. €
o Verantwortlich für den Anstieg ist in erster Linie die gesetzlich verordnete Zwangskonvertierung von CHF-Krediten in Kroatien, die als Einmaleffekt mit 205 Mio. € zu Buche schlägt
o De facto ‚null‘ Kreditrisiko im österreichischen Kundengeschäft
• Kostenbelastung durch Bankenabgaben und Systemsicherungsbeiträge steigt um 89 Mio. € auf 326 Mio. € – das ist eine Steigerung von 37,7% zum Vorjahr und entspricht mehr als 20% des Ergebnisses vor Steuern
• Konzernergebnis nach Steuern nach Abzug der Anteile im Fremdbesitz beläuft sich auf 1.325 Mio. € und liegt damit auf Vorjahresniveau, obwohl die Erfolgsbeteiligung an der Markets-Einheit der UniCredit CIB-Division mit Ende 2014 ausgelaufen ist
• Die im Vergleich zum Vorjahresultimo um 142 Basispunkte verbesserte Gesamtkapitalquote liegt bei 14,9%, die um 71 Basispunkte gestiegene Kernkapitalquote Common Equity Tier 12 bei 11,0%
• Hervorragende Primärmittelquote dokumentiert starke Liquiditätssituation der Bank
o Kundenkredite sind zu 119,6% durch Kundeneinlagen und eigene Emissionen refinanziert

Die Positionen der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV)

Der Nettozinsertrag blieb mit 57,6% unverändert die wichtigste Ertragskomponente, lag aber 2015 trotz Volumenssteigerungen aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsumfelds mit 3.386 Mio. € um 3,6% unter dem Ergebnis der Vorjahres¬periode (2014: 3.511 Mio. €).

Dividenden und ähnliche Erträge aus At-equity-Beteiligungen stiegen um 7,8% auf 535 Mio. € (2014: 496 Mio. €). Den wesentlichsten Beitrag lieferte unser türkisches Joint Venture mit 349 Mio. €.

Der Provisionsüberschuss entwickelte sich weiterhin positiv und legte gegenüber dem Vorjahr um 75 Mio. € bzw. um 5,5% auf 1.439 Mio. € zu (2014: 1.364 Mio. €). Besonders erfreulich ist der Zuwachs in Österreich um fast 9% – stark beeinflusst von der sehr guten Entwicklung im Privatkundengeschäft und in der CIB Division.

Das Handelsergebnis sank hingegen im Vorjahrsvergleich um 13,8% auf 420 Mio. € (2014: 487 Mio. €), was in erster Linie auf das vertraglich vereinbarte Auslaufen der Erfolgsbeteiligung an der Markets-Einheit der UniCredit CIB-Division, die aus dem Verkauf der CAIB resultierte (2014 belief sich der Erfolgsbeitrag noch auf 98 Mio. €), zurückzuführen ist.

In Summe lagen die Betriebserträge mit 5.875 Mio. € um 1,8% leicht unter dem Vorjahr (2014: 5.982 Mio. €), was insbesondere dem anhaltenden Niedrigzinsumfeld und der damit deutlich geringeren Zinsspanne sowie dem vertraglich vereinbarten Auslaufen der Erfolgsbeteiligung an der Markets-Einheit der UniCredit CIB-Division geschuldet ist.

Dank strikten Kostenmanagements und weiterer Effizienzsteigerungen konnte 2015 die Kosteneffizienz neuerlich verbessert werden, was gerade angesichts der allgemeinen Ertragsschwäche im Bankensektor aufgrund der schwachen Konjunktur und Nachfrage, des anhaltenden Niedrigzinsumfelds und der parallel dazu laufend steigenden Mehrbelastungen fiskalischer und regulatorischer Art von höchster Bedeutung ist. So sanken die Betriebsaufwendungen im Berichtsjahr im Vergleich zum Vorjahr um 1,9% auf 3.076 Mio. € (2014: 3.136 Mio. €).

Das Betriebsergebnis blieb mit 2.800 Mio. € um 1,6% hinter dem Vorjahr zurück (2014: 2.846 Mio. €), was durch folgende – bereits erwähnte – zwei Effekte auf der Ertragsseite zu erklären ist: Erstens war ein niedrigeres Zinsergebnis aufgrund des historisch niedrigen Zinsniveaus zu verzeichnen und zweitens führte das vertraglich vereinbarte Auslaufen der Erfolgsbeteiligung an der Markets-Einheit der UniCredit CIB-Division zu einem schwächeren Handelsergebnis.

Der Kreditrisikoaufwand stieg 2015 um 28,8% auf 1.007 Mio. € (2014: 782 Mio. €). Ausschlaggebend dafür war der deutliche Anstieg im 3. Quartal, der zum Großteil durch die gesetzlich verordnete Zwangskonvertierung von CHF-Krediten in Kroatien verursacht wurde, die mit minus 205 Mio. in dieser Position gebucht wurde. Aber auch in Russland und der Ukraine mussten die Risikovorsorgen im abgelaufenen Jahr weiter erhöht werden. Insgesamt erhöhte sich damit der Kreditrisikoaufwand in CEE um 50,8% auf 1.017 Mio. € (2014: 675 Mio. €) deutlich. Ohne die Zwangskonvertierung hätte der Kreditrisikoaufwand in CEE lediglich um 20,3% zugenommen. Gemessen an den wertberichtigten Krediten verbesserte sich die Deckungsquote durch Kreditrisikorückstellungen sowohl in der Gesamtbank als auch in CEE deutlich. In Österreich entwickelte sich der Risikoaufwand aufgrund erhöhter Rückführungen aus wertberichtigten Krediten und geringerer Neuvolumina an Problemkrediten sehr erfreulich und wies mit 10 Mio. € sogar einen positiven Überhang aus. Insgesamt stiegen die Risikokosten (Kreditrisikoaufwand gemessen an den durchschnittlichen Kundenforderungen) im Vorjahresvergleich von 68 auf 86 Basispunkte. Die Coverage Ratio wurde um 84 Basispunkte auf nunmehr 56,3% verbessert.

Das Betriebsergebnis nach Kreditrisikoaufwand sank 2015 um 13,2% auf 1.792 Mio. €, was einerseits auf die niedrigeren Betriebserträge aufgrund des beschriebenen Marktumfelds andererseits auf höhere Risikoversorgen, insbesondere auch infolge des Einmaleffekts der Zwangskonvertierung von CHF-Krediten in Kroatien, zurückzuführen ist (2014: 2.064 Mio. €).

Die nicht-operativen Erträge/Aufwendungen zwischen Betriebsergebnis nach Kreditrisikoaufwand und Ergebnis vor Steuern summierten sich 2015 auf minus 171 Mio. €, was im Vorjahresvergleich eine deutliche Verbesserung darstellt (2014: minus 331 Mio. €). Hauptverantwortlich für diesen Effekt ist der Integrations-/Restrukturierungsaufwand, der sich in diesem Berichtsjahr mit 312 Mio. € zwar in der Gewinn- und Verlustrechnung positiv zu Buche schlägt (2014: minus 14 Mio. €), jedoch im Eigenkapital aus buchungstechnischen Gründen eine kompensierende Buchung erforderlich macht, wodurch sich in Summe aus der Restrukturierung ein fast neutrales Ergebnis errechnet (minus 27 Mio. €).

Während in den operativen Geschäftsbereichen das strikte Kostenmanagement die Dynamik der Ausgabenentwicklung erfolgreich eindämmte, konterkarierten weiter gestiegene Bankenabgaben und die neuen Systemsicherungsbeiträge, die unter der Position „Bankenabgaben und Systemsicherungsbeiträge“ unter den nicht-operativen Erträgen/Aufwendungen gesammelt ausgewiesen werden und um 37,7% auf 326 Mio. € anstiegen (2014: 237 Mio. €), die Bemühungen.

In Österreich belief sich die Gesamtbelastung der Bankenabgaben und Systemsicherungsbeiträge auf 181 Mio. €, wovon 134 Mio. € auf die Bankenabgabe (2014: 124 Mio. €) und 47 Mio. € auf die Dotierungen des Einlagensicherungs- sowie des Abwicklungsfonds entfielen. In Osteuropa belief sich die Gesamtbelastung auf 145 Mio. €. Hiervon entfielen 34 Mio. € auf Bankenabgaben (in Ungarn und der Slowakei) und 112 Mio. € auf Systemsicherungsbeiträge, wovon 86 Mio. in die Einlagensicherungsfonds und 26 Mio. in die Bankenabwicklungsfonds in Ungarn, Kroatien, Slowenien, Bulgarien und Rumänien flossen.

Das Ergebnis vor Steuern sank aufgrund der Einmalbelastung in Kroatien durch die Zwangskonvertierung von CHF-Krediten sowie der beschriebenen Belastungen aus schwacher Konjunktur, niedrigem Zinsumfeld und deutlich gestiegener Abgabenbelastungen 2015 um 6,5% auf 1.621 Mio. € (2014: 1.733 Mio. €).

Im Einklang mit der Gruppenstrategie, das Wachstum – und den dafür benötigten Kapitaleinsatz – auf CEE-Länder mit nachhaltig besseren Wachstums- und Ertragsperspektiven zu konzentrieren und das Risiko weiter zu reduzieren, haben UniCredit Bank Austria AG und UniCredit SpA eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet, die Ukrsotsbank an die Alfa Gruppe zu übertragen. Bis zum Abschluss der Transaktion, die noch heuer erfolgen soll, bleibt die ukrainische Tochterbank Ukrsotsbank in der Bilanz als zur Veräußerung gehaltene Vermögensgruppe (held for sale) eingestuft. Die GuV-Positionen der Ukrsotsbank wurden zusammengefasst und werden zusammen mit Wertberichtigungen und Nebenaufwendungen im Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen ausgewiesen. Das Ergebnis nach Steuern aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen fällt mit 303 Mio. € negativ aus, da unter dieser Position der Verlust der Ukrsotsbank das Ergebnis belastet, was durch die Erträge aus Immobilienverkäufen in Österreich, die ebenfalls in dieser GuV-Position enthalten sind, bei weitem nicht ausgeglichen werden konnte.

Nach Abzug der Anteile im Fremdbesitz belief sich das Konzernergebnis nach Steuern auf 1.325 Mio. €, womit es auf Vorjahresniveau ausfiel (2014: 1.329 Mio. €).

Aus diesem Ergebnis errechnen sich folgende Finanzkennzahlen:
• Die Cost/Income-Ratio liegt bei 52,3% (2014: 52,4%).
• Die Risk/Earnings-Ratio (Kreditrisiko in % des Zinsüberschusses) liegt bei 25,7% (2014: 19,5%).
• Die Gesamtkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) beträgt 14,9% (2014: 13,4%).
• Die Kernkapitalquote Common Equity Tier 1 (bezogen auf alle Risiken) beläuft sich auf solide 11,0% (2014: 10,3%).

 

Die Divisionen im Detail
Die Bank Austria weist ihr Ergebnis in vier Divisionen aus: Privat- & Firmenkunden, Corporate & Investment Banking (CIB), Private Banking sowie Zentral- und Osteuropa (CEE). Dazu kommt das Corporate Center.

Die Division Privat- und Firmenkunden erwirtschaftete 2015 rund 25% der Erträge der Bank Austria Gruppe – das entspricht gleichzeitig 70% der Erträge des gesamten österreichischen Kundengeschäfts. Mit einem Primärmittelaufkommen von 43 Mrd. € ist das Geschäftsfeld zudem eine wichtige Refinanzierungsquelle der Bank.

Das Jahr 2015 war geprägt von einem anhaltend niedrigen Zinsumfeld und dem damit verbundenen weiteren Rückgang des Nettozinsertrages. Während das Kreditwachstum (im Jahresdurchschnitt plus 2,9%) zum Großteil im Privatkundensegment über das Bau- und Wohnfinanzierungsgeschäft erfolgte, kam das Primärmittelwachstum (plus 4,8%) vor allem aus dem Firmenkundengeschäft. Im Aktivgeschäft waren die Kundenzinsen deutlich stärker rückläufig als im Passivgeschäft. Insgesamt nahm die Zinsmarge daher weiter ab. Trotz der guten Entwicklung der übrigen Ertragskomponenten, darunter vor allem des Provisionsüberschusses (plus 5,8%), haben sich die Betriebserträge gegenüber dem Vorjahr um 3,9% verringert. Die Kosten sind auf Grund reduzierter Personalkosten und eines strikten Kostenmanagements gegenüber dem Vorjahr um 1,1% gesunken und der Kreditrisikoaufwand konnte insgesamt gegenüber dem Vorjahr um plus 29 Mio. € verbessert werden. Die deutlich höhere Bankenabgabe und die neuen Systemsicherungsbeiträge (70 Mio. € nach 48 Mio. € im Jahr 2014) schmälerten das operative Ergebnis, was wesentlich zu dem Rückgang des Ergebnisses vor Steuern von minus 58 Mio. € (minus 17,7%) auf 269 Mio. € beitrug.

Die Bank Austria forcierte und beschleunigte letztes Jahr den bereits 2014 begonnenen erfolgreichen Umbau hin zu einer modernen Universalbank, in der die Filialen und der digitale Marktplatz mit Online-Shop und Online-Filiale mittelfristig als gleichwertige Beratungs- und Verkaufsschienen genutzt werden können. 2015 wurden durch die Zusammenlegung von 42 kleineren Filialen deutlich größere Filialen mit spürbar erweitertem Beratungsangebot geschaffen. In über 40 Filialen gibt es bereits durchgehende verlängerte Öffnungszeiten, davon in 30 Wiener Filialen von 9 bis 18 Uhr und in 10 Bundesländerfilialen meist von 8:30 bis 17:30 Uhr. Des Weiteren wurden bis Ende 2015 in ganz Österreich rund 35 Filialen im neuen Design umgebaut. Insgesamt konnten im Privatkundensegment letztes Jahr die Bau- und Wohnkredite um 64,1% sowie das Fondsabsatzvolumen um 27,6% gesteigert werden.

In den kommenden Jahren wird die fortschreitende Digitalisierung sowohl in der Kundenbetreuung als auch bei der Straffung der internen Prozesse verstärkt genutzt werden. Die Dienstleistungs- und Beratungsangebote sollen daher mittelfristig in den Filialen und auf dem digitalen Marktplatz 24 Stunden 7 Tage die Woche mit wesentlich höherer Kosteneffizienz als bisher verfügbar sein. Es wird dabei deutlich größere Filialen mit erweitertem Beratungsangebot geben. Signifikant erweitert wird auch das Beratungs- und Serviceangebot für kleine Geschäftskunden und Freie Berufe, das ab 2016 an rund 70 Standorten angeboten wird.

Die Bank Austria ist die führende Firmenkundenbank in Österreich und Finanzpartner der österreichischen Wirtschaft, vom Gewerbe- bis zum Großkunden. Trotz extrem günstiger Finanzierungsmöglichkeiten blieb das Jahr 2015 für das Firmenkundengeschäft weiterhin von verhaltener Investitionsbereitschaft der Unternehmen und dementsprechend geringer Kreditnachfrage geprägt. In diesem schwierigen Umfeld konnte die Bank Austria ihren Marktanteil bei Unternehmensfinanzierungen vergrößern. Der Markt für Einlagen von Unternehmen wuchs im Jahr 2015 um rund 5%. Die Bank Austria konnte von diesem Trend profitieren und erzielte auch hier Zugewinne über das Marktwachstum hinaus.

2015 wurde die Bank Austria-Internationalisierungsoffensive als wesentlicher Wachstumstreiber weiter fortgesetzt. Einerseits wurden die Firmenkunden mit produktspezifischem Know-how und dem internationalen Bankennetzwerk weltweit begleitet. Die regionalen Schwerpunkte waren vor allem Zentral- und Osteuropa sowie China. Andererseits hat die Bank Austria auch Unternehmen aus anderen Ländern beim Ausbau ihrer Geschäfte und Betriebsansiedlungen in Österreich umfassend unterstützt. Mit den „UniCredit International Centers“ als etablierte Drehscheiben für die Internationalisierung werden insbesondere auch mittelständische Unternehmen, die in den Kernmärkten der Bankengruppe in Europa sowie in Asien und Amerika tätig sind, von den Vorteilen einer umfassenden länderübergreifenden Geschäftsbeziehung mit der UniCredit Gruppe profitieren.

Im Bereich Real Estate stützten die extrem tiefen Zinsen auch 2015 die Nachfrage nach Immobilien. Ein Rekordwert an kommerziellen Immobilientransaktionen war die Folge. In diesem dynamischen Umfeld konnte das Department Real Estate, obwohl der Wettbewerb sehr stark war, ein neues Rekordergebnis von Investment- und Developmentfinanzierungen in Österreich in Höhe von 3,1 Mrd. € erzielen.

Die Division Corporate & Investment Banking (CIB) konzentriert sich auf multinationale und internationale Großkunden mit Bedarf an kapitalmarktbezogenen Dienstleistungen und maßgeschneiderten Investmentbanking-Lösungen und betreut Banken, Asset Manager, institutionelle Kunden und Versicherungen sowie ausgewählte Immobilienkunden.

Neben den bankinternen Funktionen sind das Kapitalmarkt-Know-how, die Marktstellung im Verbund der UniCredit Group und die Präsenz in allen Weltfinanzzentren sowie der exzellente Zugang zu unseren Kernregionen in West-, Zentral- und Osteuropa und 50 Ländern weltweit unverzichtbare Wettbewerbsvorteile der Bank Austria.

CIB konnte seine führende Marktstellung bei multinationalen Unternehmen im Jahr 2015 weiter ausbauen. Trotz eines anhaltend fordernden und stark kompetitiven Marktumfeldes, das von kundenseitiger Kreditzurückhaltung, Margendruck und anhaltender Loan-/Bond-Substitution geprägt war, hat sich 2015 das Geschäft mit Unternehmensfinanzierungen positiv entwickelt. Insbesondere im strukturierten Geschäft bei Firmenübernahmen, syndizierten Finanzierungen, dem Kapitalmarktgeschäft wie auch Commodity Trade Finance und Structured Trade & Export Finance lag das Wachstum – mit oftmals sogar zweistelligen Zuwachsraten – deutlich über dem Vorjahresniveau.

Die Finanzierung über den Kapitalmarkt hat im Geschäft mit Firmenkunden schon seit längerem deutlich an Bedeutung gewonnen. Bonds und Schuldscheindarlehen haben sich nachhaltig als wesentliche zweite Säule neben der Kreditfinanzierung etabliert. CIB hat von dieser positiven Entwicklung profitiert und konnte in diesem Segment wie auch in den letzten Jahren schon seine Stellung als Marktführer behaupten und attraktive Transaktionen führen.

Weiters konnten in- und ausländische Firmenkunden mit dem Know-how und Kontakten der Bank Austria zu Exportkreditagenturen ihre Möglichkeiten im Export verbessern – von der zinsgünstigen Betriebsmittelfinanzierung bis hin zur hochkomplexen Abnehmerfinanzierung für Anlagenbauer. Das Neugeschäft bei Exportfinanzierungen konnte 2015 deutlich im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden. Auch im Bereich Trade Finance konnte sich die Bank Austria trotz rückläufigem Markt positiv behaupten und ihre deutliche Marktführerschaft verteidigen.

In Summe erwirtschaftete die Division ein Ergebnis vor Steuern von 208 Mio. € und schließt damit genau an das gute Vorjahresresultat an (2014: 208 Mio. €).

Das Private Banking der Bank Austria ist mit den beiden renommierten Marken Bank Austria Private Banking – dem Private Banking einer Großbank – und der Schoellerbank – einer traditionellen Privatbank – führend am österreichischen Private Banking Markt.

2015 wurde mit „UNIVERS“ im Private Banking der Bank Austria ein Servicemodell eingeführt, bei dem der Kunde durch einen transparenten Pauschalspesensatz in völliger Unabhängigkeit von Transaktionskostenüberlegungen Anlageentscheidungen treffen kann. Zum Jahresende 2015 haben sich bereits Kunden mit einem Anlagevolumen von über 600 Mio. € für dieses Modell entschieden. Es richtet sich an jene Anlegerinnen und Anleger, die auf professionelle Beratung und Durchführung Wert legen, konkrete Investmententscheidungen jedoch gerne selbst treffen.

Als Marktführer im Stiftungsbereich – die Division Private Banking der Bank Austria betreut insgesamt 1.172 von ca. 3.257 Privatstiftungen und 460 Bundes­ und Landesstiftungen, das entspricht 31% Marktanteil – hat sich die Bank Austria im Rahmen ihrer Stiftungsinitiative des wichtigen volkswirtschaftlichen Themas „Standortsicherung durch Innovation“ angenommen und Kernforderungen zur Modernisierung des Stiftungsrechts und zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Risikokapitalgeber gesammelt und bei den relevanten Entscheidungsträgern prominent adressiert. Dieses Engagement setzt die Bank Austria auch 2016 in Zusammenarbeit mit dem Verband für gemeinnütziges Stiften fort.

2015 war für die Division Private Banking ein höchst erfolgreiches Geschäftsjahr: Das verwaltete Volumen stieg im Jahresverlauf um 6,7% auf 22,8 Mrd. € an. Die Nettoprovisionserträge – der Natur des Geschäfts entsprechend mit 114 Mio. € nach wie vor die größte Ertragskomponente (64%) – waren 2015 um 4,6% höher als im Vergleichsjahr. Im Einklang mit den geschäftspolitischen Schwerpunkten verbesserte sich das Provisionsaufkommen aus der Vermögensverwaltung einschließlich Fondsprodukten (Assets under Management) um 8,6% und machte zuletzt gut drei Viertel des Provisionsüberschusses aus.

Der Anstieg der Assets under Management im Jahresverlauf 2015 um 16,3% auf 8,3 Mrd. € geht zu einem Drittel auf die gute Performance und zu zwei Drittel auf die Akquisition laufender Nettomittelzuflüsse zurück, die 2015 in jedem Quartal positiv waren.

Das Ergebnis vor Steuern lag mit 51 Mio. € um 2,6 Mio. € unter dem Vorjahr, wobei über die Hälfte dieses Rückgangs auf gestiegene systemische Abgaben (z.B. Bankenabgabe) zurückzuführen ist.

Die CEE Division hat dank positiver Beiträge aus der gesamten Region und trotz methodologischer Änderungen in Bezug auf Subholdingeffekte im 2. Quartal 2015 ein solides Betriebsergebnis in Höhe von 2.341 Mio. € verzeichnet. Wechselkursbereinigt liegt dieser Betrag um 8,9% über dem Vorjahreswert. Zu aktuellen Wechselkursen erreicht das Betriebsergebnis das gleiche Niveau wie 2014, als es sich auf 2.323 Mio. € belief.

Die Betriebserträge zeigten 2015 eine starke Entwicklung. Dabei war der Nettozinsertrag mit 2.381 Mio. € (2014: 2.456 Mio. €) etwas schwächer, der Provisionsüberschuss und das Handelsergebnis fielen mit 718 Mio. € (2014: 702 Mio. €) beziehungsweise 329 Mio. € (2014: 266 Mio. €) höher aus. Die Dividenden und Erträge aus At-equity-Beteiligungen, die vorrangig den Nettobeitrag der Türkei widerspiegeln, stiegen auf 364 Mio. € (2014: 345 Mio. €). Der Saldo sonstiger betrieblicher Erträge belief sich auf 24 Mio. € (2014: 55 Mio. €). Unter Berücksichtigung all dieser Effekte sind die gesamten Betriebserträge wechselkursbereinigt um 6,7% auf 3.816 Mio. € (2014: 3.824 Mio. €) gestiegen und waren zu aktuellen Wechselkursen stabil.

Dank einer weiter strikten Kostendisziplin konnte die CEE Division ihre Betriebsaufwendungen im Vergleich zum Vorjahr um 1,7% auf 1.475 Mio. € (2014: 1.501 Mio. €) reduzieren. Selbst wenn die Wechselkursschwankungen eliminiert werden, sind die Betriebs¬aufwendungen effektiv gesunken: Denn das wechselkursbereinigte Plus liegt mit 3,2% deutlich unter der gewichteten Inflationsrate der Region. Die Cost/Income-Ratio betrug solide 38,7% (2014: 39,3%).

Der Kreditrisikoaufwand der CEE Division ist 2015 auf 1.017 Mio. € (2014: 675 Mio. €) gestiegen. Das liegt insbesondere am neuen Konsumentenkreditgesetz in Kroatien, das die Umwandlung von Schweizer Franken-Krediten vorschreibt, und an zusätzlichen Vorsorgen für Russland und ukrainische Schuldner. Die CEE Division hat folglich ein Betriebsergebnis nach Kreditrisiko¬aufwand von 1.324 Mio. € (2014: 1.648 Mio. €) erzielt. Der Nettogewinn hat 2015 604 Mio. € betragen, worin auch der gesamte GuV-Effekt in Höhe von 367 Mio. € durch die Ukrsotsbank berücksichtigt ist.

Die Banken haben 2015 in Zentral- und Osteuropa (CEE) ein äußerst positives, wirtschaftliches Umfeld vorgefunden. Bis auf wenige Ausnahmen haben die meisten Länder der Region ein starkes Wirtschafts¬wachstum gezeigt und sich als widerstandsfähiger gegenüber dem Stimmungswandel der Investoren im Hinblick auf Schwellen¬märkte erwiesen. Das war großteils auf ihre starke Verbindung mit der Eurozone und solide, volkswirtschaftliche Fundamentaldaten zurückzuführen. Die Banken¬sektoren der meisten Länder waren profitabel, wobei sich das Gesamtniveau im Vergleich zu den Vorkrisenjahren normalisierte. Gleich¬zeitig ist ein nachhaltigeres Refinanzierungsmodell in CEE auf dem Vormarsch, im Rahmen dessen lokale Kunden¬einlagen als Refinanzierungsquelle an Bedeutung gewinnen. Die durchschnittliche Loans/Deposits-Ratio konnte von 122% 2008 auf 101% 2015 weiter verbessert werden. Die wirtschaftliche Erholung sollte künftig auch das Kreditgeschäft unterstützen und das insbesondere in jenen Ländern, die bisher hinterher¬hinkten. Die Anteile notleidender Kredite, die aktuell in manchen Ländern hoch sind, sollten sinken.

Die CEE Division steuert ein Netzwerk von rund 2.300 Filialen (inklusive dem türkischen Joint Venture, das sonst entsprechend dem Beteiligungsansatz betrachtet wird) und zirka 47.500 Mitarbeitern in 13 Ländern. Die Gruppe sieht sich unverändert als langfristiger Investor in der Region und will ihre führende Marktposition in den kommenden Jahren durch nachhaltiges organisches Wachstum ausbauen.

Die Bilanz

Die Bilanzsumme der Bank Austria belief sich zum 31. Dezember 2015 auf 193,6 Mrd. € und war damit um 2,4% oder 4,5 Mrd. € höher als zum Vorjahresultimo 2014 (31.12.2014: 189,1 Mrd. €).

Auf der Aktivseite stiegen die Kundenforderungen um 2,3% bzw. 2,6 Mrd. € und beliefen sich auf 116,4 Mrd. € (31.12.2014: 113,7 Mrd. €). Die Forderungen an Kreditinstitute stiegen um 5,5% auf 32,2 Mrd. € an (31.12.2014: 30,5 Mrd. €).

Auf der Passivseite legten die Kundeneinlagen um 7,9% oder 8,1 Mrd. € deutlich gegenüber dem Vorjahresultimo auf 110,3 Mrd. € zu (31.12.2014: 102,3 Mrd. €). Die eigenen Emissionen sanken um 4,0% oder 1,2 Mrd. € auf 28,8 Mrd. € (31.12.2014: 30,0 Mrd. €).

Die Primärmittel, also die Summe aus Kundeneinlagen und eigenen Emissionen, stiegen gegenüber der Vorjahresperiode um 5,2% oder 6,9 Mrd. € auf 139,1 Mrd. € (31.12.2014: 132,3 Mrd. €) und machen damit bereits mehr als zwei Drittel (71,9%) der Bilanzsumme aus.

Daraus errechnet sich eine Loans/Direct Funding-Ratio von 83,6%. Das heißt, dass die Kundenforderungen durch Kundeneinlagen und eigene Emissionen zu 119,6% gedeckt sind.

 

Kreditqualität
Bei aktuell auf 4,5 Mrd. € (-7,9% gegenüber Vorjahresultimo) gesunkenem Volumen an wertgeminderten Krediten (netto) und gleichzeitiger Erhöhung der Deckungsquote auf solide 56,3% (+0.8 Prozentpunkte gegenüber Vorjahresultimo) entwickelte sich die Kreditqualität der Bank Austria insgesamt weiterhin positiv. Das Bruttovolumen an wertgeminderten Kredite (10,4 Mrd.€) war sowohl in CEE (7,2 Mrd. € , -3,7% gegenüber Vorjahresultimo) und - aufgrund einer sehr erfreulichen Entwicklung - in Österreich (3,2 Mrd. €, -11,1% gegenüber Vorjahresultimo) rückläufig. Die Erhöhung der Risikovorsorge in CEE auf 4,3 Mrd. € (+ 4,1% gegenüber Vorjahresultimo) resultiert im Wesentlichen aus der gesetzlich vorgeschriebene Konvertierung von CHF-Fremdwährungskrediten in Kroatien und der Erhöhung der Vorsorgen in Russland.

Regulatorische Eigenmittelausstattung und risikogewichtete Aktiva

Die Eigenmittel und Kapitalerfordernisse sowie die aufsichtsrechtlichen Kapitalquoten werden gemäß der Kapitaladäquanzverordnung (Capital Requirements Regulation – CRR) und der Kapitaladäquanzrichtlinie (Capital Requirements Directive - CRD IV) zur Umsetzung von Basel 3 in der Europäischen Union berechnet. Aufgrund der am 11. Dezember 2013 erlassenen CRR-Begleitverordnung gelten diese Bestimmungen jedoch noch nicht vollumfänglich, sondern werden schrittweise über einige Jahre verteilt eingeführt. Dementsprechend sind beispielsweise neue Abzugsposten im harten Kernkapital oder nach Basel 3 nicht mehr anrechenbare Eigenmittelbestandteile auch im zweiten Jahr der Übergangsfrist noch nicht in vollem Ausmaß nach CRR/CRD IV zu berücksichtigen, sondern gemäß dem in der österreichischen CRR-Begleitverordnung für 2015 vorgegebenen Ausmaß.

Entwicklung der Eigenmittelausstattung:
Das regulatorische Eigenkapital zum 31. Dezember 2015 erhöhte sich gegenüber dem Ultimo 2014 um
1,5 Mrd. € und beläuft sich aktuell auf 19,1 Mrd. € (31.12.2014: 17,5 Mrd. €).

Die Gesamtkapitalquote (bezogen auf alle Risiken) erhöhte sich deutlich auf solide 14,9% (2014: 13,4%) und die Kernkapitalquote Common Equity Tier 18 bezogen auf alle Risiken stieg auf exzellente 11,0% (2014: 10,3%).
Die anrechenbaren Eigenmittel erhöhten sich seit Jahresende 2014 um +1,1 Mrd. € auf 18,6 Mrd. €. Das harte Kernkapital (Common Equity Tier 1, CET1) stieg um 0,4 Mrd. € auf 13,8 Mrd. €.
Der Anstieg des harten Kernkapitals per 31. Dezember 2015 resultiert im Wesentlichen aus dem einbezogenen vorläufigen Jahresergebnis und der erstmaligen Anrechenbarkeit von nicht realisierten Gewinnen aus zum Zeitwert bilanzierten Aktiva oder Passiva gemäß § 2 CRR-Begleitverordnung. Zusätzlich stärkten drei anrechenbare Neuemissionen in Höhe von insgesamt 0,9 Mrd. € das Ergänzungskapital (Tier 2).
2015 sank der Gesamtrisikobetrag (RWA) um -2,1 Mrd. € bzw. -1,6% auf 128,4 Mrd. €, wobei einem geringen Anstieg im Kreditrisiko auf 113,2 Mrd. € Rückgänge sowohl im Marktrisiko als auch im operationalen Risiko gegenüberstehen.

Die gemäß Basel 3 zu berechnende Leverage-Ratio liegt per Ende 2015 bei konservativen 5,8% gemäß Basel 3-Übergangsbestimmungen.

 IR Release + Tabellen (PDF; 546 KB)

Rückfragen: Bank Austria Corporate Relations
Günther Stromenger
Tel. +43 (0)50505-57232
mailto:guenther.stromenger@unicreditgroup.at