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Sind die UN-Ziele ein Erfolgsmodell oder ein Rohrkrepierer?

Im Juli trifft sich in New York mit dem „High-Level Political Forum“ (HLPF) das wohl wichtigste Gremium der internationalen Nachhaltigkeitspolitik. Ganz oben auf der Agenda des 2018er-Treffens: die Transformation zu nachhaltigen und resilienten Gesellschaften, und damit verbunden die 17 SDGs (Sustainable Development Goals) der UN.

Diese Ziele für 2030 sind, wie an dieser Stelle bereits ausgeführt, extrem anspruchsvoll – so anspruchsvoll, dass man ernste Zweifel hegen kann, ob wirklich jemand an ihre fristgerechte Verwirklichung glaubt. Die Nachhaltigkeitsziele bewegen sich auf dem schmalen Grad zwischen hoffnungsvollem Zukunftsoptimismus und naiver Realitätsverleugnung. Vor allem die fehlende Prioritätensetzung und ein extrem knapper Zeithorizont lassen die Zweifler lauter werden.

Ein Rohrkrepierer also, naives Wunschdenken aus der Mitte der UN-Bürokratie? Nicht wirklich, denn den Zielen haben praktisch alle Mitglieder der Vereinten Nationen – auch Österreich - zugestimmt. Und es zeigt sich bereits, dass die Ziele nicht nichts sind – im Ringen um soziale, ökologische oder auch wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit sind sie mittlerweile ein steter Bezugspunkt. Dinge wie Armutsbekämpfung, Klimaschutz und Gerechtigkeit waren immer schon zentral für Nachhaltigkeitspolitik – offizielle Ziele erleichtern ihre Konkretisierung.

Wie wichtig und brandaktuell das ist, zeigt der jüngst von der Weltbank herausgegebene Atlas of Sustainable Development Goals. Dieser Atlas liefert eine umfassende Datenbasis zum Stand der Dinge in Sachen Nachhaltigkeit – und damit eine höchst ernüchternde Bestandsaufnahme. Zwar ist – eine wahrlich bemerkenswerte Entwicklung – die Zahl der Menschen, die mit weniger als 1,90 Dollar am Tag auskommen muss, zwischen 1990 und 2013 um über eine Milliarde (!) gesunken. Doch in Afrika südlich der Sahara hat die Zahl extrem armer Menschen zugenommen. Zu den zahlreichen weiteren sozialen Herausforderungen kommen die ungelösten Umweltprobleme, zum Beispiel der Klimawandel und die Überfischung der Meere. um nur die bekanntesten zu nennen. Für das UN-Forum in New York bleibt ohne Zweifel mehr als genug zu tun.

Eine überraschende Dynamik bei der Suche nach Lösungen entwickelt sich übrigens im Finanzsektor. Der wird nicht nur im Pariser Klimaschutzabkommen ausdrücklich als zentraler Akteur genannt – es wird auch immer deutlicher, welche wichtige Rolle er für die Erreichung der Nachhaltigkeitsziele spielen muss. Auf europäischer Ebene hat sich die EU-Kommission einiges vorgenommen, um Banken und andere Finanzinstitutionen für die Nachhaltigkeit in die Pflicht zu nehmen. Auch beim Geld zeigt sich also, dass die Leitbildfunktion der UN-Nachhaltigkeitsziele „wirkt“, wenn der Wille dazu vorhanden ist.

Die Ziele sind also einerseits völlig überambitioniert, zeigen aber gleichzeitig auch positive Wirkungen. Ob sie am Ende ein Erfolgsmodell sind oder an den skizzierten Problemen krachend scheitern werden, kann heute noch nicht beurteilt werden. Für die bevorstehende Konferenz in New York kann man sich nur wünschen, dass die Herausforderungen so ernst genommen werden, dass aus einem schönen Leitbild – hoffentlich früher als später – konkrete Taten folgen.

Stand: 26. Juni 2018

Gesellschaftliche Herausforderungen im Fokus

Nachhaltigkeit geht alle an. Klimawandel, soziale Gerechtigkeit, Wohlstand – diese und andere Themen sind von zentraler Bedeutung für eine lebenswerte Zukunft. Die UN hat mit der „Agenda 2030“ eine weltweit anerkannte Leitlinie für globale Nachhaltigkeit geschaffen, zu der sich auch die Bank Austria bekennt. Denn gerade wenn es um Wirtschaft geht, sind Nachhaltigkeit und Verantwortung wichtige Handlungskriterien.
In dieser Kolumne schreibt Fred Luks, Nachhaltigkeitsexperte und Leiter des Kompetenzzentrums für Nachhaltigkeit an der Wiener Wirtschaftsuniversität, über Themen, Trends und Herausforderungen in Sachen Zukunftsgestaltung.

Fred Luks privater Blog findet sich unter www.fredluks.com.   

Fred Luks

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