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Eingereicht von: Caritas Vorarlberg, Marlies Enenkel-Huber
Projektstart: 19.05.2017
Kategorie: Integration/Migration, Frauenförderung


 Ergebnis:
 61,35%

Interview mit Mag.a Marlies Enenkel-Huber, PfarrCaritas & Sozialräumliches Handeln

Mag.a Marlies Enenkel-Huber

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises 2021 in Vorarlberg“: Wie hört sich das an? Was war Ihre erste Reaktion?
Meine erste Reaktion war „Juhu! Genial!“ Ich habe meine engsten Kolleg*innen darüber informiert – natürlich unter dem Mantel der Verschwiegenheit – um meine Freude mit ihnen zu teilen.

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?
Es war sehr spannend! Gemeinsam mit meinen Mitarbeiter*innen haben wir alle unsere beruflichen und privaten Kontakte und Kanäle genutzt, um auf unser Projekt und das Voting aufmerksam zu machen. An dieser Stelle danke ich allen Voterinnen und Votern für Ihre Stimme!

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was Ihr Projekt ausmacht?
„Voneinander lernen – Teilhabe stärken“ fördert den Dialog zwischen einheimischen und geflüchteten Frauen. Ein voneinander Lernen wird ermöglicht, Vorurteile können abgebaut und Vertrauen zueinander aufgebaut werden. Frauenspezifische und kulturelle Themen stehen dabei im Vordergrund. Zusätzlich werden Deutschkenntnisse ergänzend zu den offiziellen Deutschkursen vertieft. Die Umsetzung basiert auf drei Säulen. In den Frauendialogen „Honigbrot“, die wir gemeinsam mit dem ifs anbieten, haben geflüchtete und einheimische Frauen die Möglichkeit sich zu frauen-, familien- und alltagsspezifischen Gemeinsamkeiten und Unterschieden auszutauschen, um so die jeweils andere Kultur (besser) kennen und verstehen zu lernen. Die Sprachtreffs bieten Frauen mit Migrationshintergrund die Gelegenheit gemeinsam mit freiwillig engagierten einheimischen Frauen ihre Deutschkenntnisse zu vertiefen. Individuelle Begleitung: Ehrenamtliche Integrationspatinnen begleiten Frauen (mit ihren Kindern) bei Bedarf zu Ärzten, bei Behördengängen, zu Schulveranstaltungen, usw.; stellen Kontakte zu Vereinen her, sprechen und lernen mit ihnen Deutsch oder begleiten beim Kennenlernen ihres neuen Heimatortes bzw. -landes.

Wie werden Sie das Preisgeld von 6.000 Euro konkret für Ihr Projekt einsetzen?
Ein wichtiges Anliegen ist uns, dass möglichst viele Frauen an unseren Angeboten teilnehmen können. Das scheitert manchmal an der Kinderbetreuung. Das Preisgeld verwenden wir deshalb für den Ausbau der Kinderbetreuung in den beiden Angeboten „Frauendialog“ und „Deutschtreffs“. Für die Unterstützung des Erlernens der deutschen Sprache benötigen unsere freiwilligen Mitarbeiter*innen aktuelle Bücher und Unterlagen, die wir ihnen durch das Preisgeld zur Verfügung stellen wollen. Das Geld werden wir auch für die Gewinnung weiterer freiwilliger Mitarbeiterinnen sowie für kleine Dankgeschenke und Spesenersatz wie z.B.
ahrkosten für unsere ehrenamtlich engagierten Frauen nutzen.

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/die Gesellschaft stiften?
Frauen, Kinder und Jugendliche sind unsere Zukunft. Es sind Großteils Frauen, die Kinder und Jugendliche ins Leben begleiten. Wenn Familien mit Flucht- bzw. Migrationshintergrund hier in Vorarlberg gut Fuß fassen können und sich als wichtigen Teil unserer Gesellschaft wahrnehmen, werden sie ihren Beitrag zu einer guten Zukunft für alle Menschen in unserem Land leisten. Dazu braucht es Gelegenheiten einander besser kennenlernen zu können, sich auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

Wie wichtig war es, den Bank Austria Sozialpreis auch in Corona-Zeiten planmäßig durchzuführen?
Der Bank Austria Sozialpreis ist ein jährlich wiederkehrendes Ereignis. Die Durchführung auch in Corona-Zeiten vermittelt ein Stück „Normalität“. Soziale Projekte die z.B. Isolation und Einsamkeit entgegen wirken sind in Corona-Zeiten wichtiger denn je. Die Durchführung des Bank Austria Sozialpreises empfinde ich deshalb als Anerkennung für alle Personen und Träger*innen, die in dieser Zeit soziale Projekte trotz der widrigen Umstände aufrechterhalten konnten oder neue Projekte initiiert haben.

Fotocredits: © PfarrCaritas & Sozialräumliches Handeln


Das Projekt

Das Projekt „Voneinander lernen“ begleitet und unterstützt geflüchtete Frauen und möchte zu gegenseitigem Verständnis beitragen, indem Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdeckt und besprochen werden. Ein Schwerpunkt liegt auf der Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache. Beim Frauendialog „Honigbrot“ treffen sich einheimische und geflüchtete Frauen, um sich über ihre jeweiligen kulturellen Werte und Lebensweisen auszutauschen. In den Sprachtreffs in Feldkirch und Dornbirn werden jeweils circa 12 geflüchtete Frauen von vier ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen wöchentlich beim Deutschlernen unterstützt. Frauen, die aufgrund ihres Wohnortes, ihrer familiären oder beruflichen Situation keinen Sprachtreff besuchen können, werden individuell zuhause oder in öffentlichen Räumen in ihrer Nähe unterstützt.

Das Projekt verfolgt das Ziel, Frauen mit und ohne Fluchthintergrund zu vernetzen. Somit können Vorurteile abgebaut und Vertrauen zueinander aufgebaut werden. Durch vertiefendere Kenntnisse der deutschen Sprache sowie der Werte und Kultur soll Betroffenen mehr Chancengleichheit in der Gesellschaft ermöglicht werden. 

Die Hauptmotivation zur Einreichung für den Bank Austria Sozialpreis 2021 besteht in der Fortführung bzw. Absicherung des Projekts. Speziell geflüchtete Frauen mit Kindern haben wenige Möglichkeiten sich mit Einheimischen auszutauschen und die deutsche Sprache anzuwenden. In der Pandemie konnten analoge Angebote nicht stattfinden. Betroffene benötigen daher in der kommenden Zeit besondere Aufmerksamkeit. 

Eine aktive Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Kundinnen und Kunden der Bank Austria ist jederzeit möglich. Diese kann beispielsweise durch Teilnahme als Dialogpartnerin erfolgen, um sich mit betroffenen Frauen auszutauschen.