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Eingereicht von: Verein Together, Julia Petschnig
Projektstart: 01.05.2020
Kategorie: Kinder/Jugendliche, Integration/Migration
Social-Media: https://www.act2gether.at


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Interview mit Julia Petschnig, Vorstand – Act2gether

Julia Petschnig

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises Kärnten 2020“: Wie hört sich das an?
Den Bank Austria Sozialpreis gewonnen zu haben unterstreicht einerseits, dass das gesellschaftliche Bewusstsein bereit für weitere Maßnahmensetzungen in einer fairen und regionalen Lebensmittelversorgung ist. Andererseits gibt dieser Sieg dem Projekt und allen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern die damit verflochten sind weitere Energie und Bestätigung daran mitzutun. Wir sehen es als eine Wertschätzung an unserem Projekt, die wir nutzen und weitergeben möchten!

Was war Ihre erste Reaktion?
UNGLAUBLICH – wir haben gewonnen! Vor Allem da wir einige Tage vor Ende des Votings noch auf Platz 3 waren, war es umso erfreulicher, dass wir unsere Community in nur wenigen Tagen so motivieren konnten, dass wir noch auf Platz 1 gesprungen sind!

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?
Es ist schön zu sehen, dass unser Projekt ESSBAR in der Bevölkerung so gut ankommt. Viele Argumente von Ressourcennutzung, Regionaler Versorgung und Bewusstseinsbildung sprechen ja auch dafür. Wir haben in den letzten Tagen noch ordentlich an Wahlstimmen zugelegt und viele Menschen innerhalb und außerhalb des Vereins mobilisieren können. Es ist nicht das erste Mal aber immer wieder schön zu erleben das „Gemeinsam“, nicht nur als Verein sondern als Gesellschaft, möglich ist.

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was Ihr Projekt ausmacht?
Das Projekt Essbar koordiniert zwischen nachzuerntenden Lebensmittelüberschüssen und freiwilligen Helfern bzw. Sozialeinrichtungen. Wenn gewünscht kann die Ernte behalten bzw. verarbeitet/veredelt werden. Lebensmittelüberschüsse (und ab nächstem Jahr hoffentlich auch daraus hergestellte Verarbeitungen) werden in unseren Together Points in Klagenfurt, Villach, St.Veit, Ferlach und St. Jakob von Menschen unabhängig jeglichen sozialen Status weiterverteilt. Die Lebensmittel können sowohl aus der Landwirtschaft als auch von privaten Haushalten angeboten und zur Verfügung gestellt werden (essbar@act2gether.at). Der Miteinbezug von jungen Menschen soll eine Bewusstseinsbildung rund um das Thema Wertschöpfung pflegen und in die Zukunft tragen. Für die Spenderbetriebe vor allem Landwirte, ist es eine Wertschätzung an ihrer Arbeit, dass wir uns dafür einsetzen auch die Waren zu ernten und zu verwerten die nicht den allgemeinen Normen des Handels entsprechen. Hier ist das Feedback der Betriebe sehr positiv und die Bereitschaft zu kooperieren groß.

Wie werden Sie das Preisgeld von 6.000,- EUR konkret für Ihr Projekt einsetzen?
Wie bereits in der Projektbeschreibung geschrieben, fehlt es im Moment noch an Kühl- und Lagerlogistik um das Projekt weiter auszubauen. Dazu schaffen wir gerade ein Kühlhaus an indem die geerntete Ware dann optimal gelagert werden kann und von dem aus alle Standorte versorgt werden können. (ca. 4000€) Zusätzlich sind wir auf der Suche nach einem (Kühl)- Transporter um die Freiwilligen die im Moment mit ihren privaten PKWs unterwegs sind zu entlasten und noch leichter die Mengen von den Spenderbetrieben zu den Zielorten bringen zu können.

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/die Gesellschaft stiften?
Die heutige Zeit ruft doch förmlich danach altes Wissen in neue Strukturen einzupflegen. Die Nutzung von Ressourcen in regionaler Nähe unter Miteinbezug der jungen Generation ist meiner Meinung nach mehr als wertvoll! Eine schnelllebige Gesellschaft hat viele Basiswerte verschwimmen lassen, und die Selbstverständlichkeit gefördert, dass immer alles verfügbar ist, ohne zu wissen wo die Dinge herkommen. ESSBAR bietet die Möglichkeit einer Rückbesinnung auf Regionalität und nachhaltiger Nutzung von Lebensmitteln.

Wie wichtig war es, den Bank Austria Sozialpreis auch in Corona-Zeiten planmäßig durchzuführen?
Wie oben schon genannt gilt es insbesondere im heurigen Jahr aber auch in der Zukunft sich auf krisensichere Strategien und Projekte zu fokussieren. Wir brauchen keine Äpfel aus Südafrika zu bezahlen, lediglich ein wenig Koordination, die mit dem Stand unserer heutigen Technik scheinbar einfach geworden ist. Die Einreichung des Projektes „ESSBAR“ ist womöglich teilweise der Gesundheitskrise verschuldet – bedient aber weitaus mehrere Fragen aus den Bereichen Wirtschaft, Klima, Sozialwesen und Gesellschaftsbildung. Wir finden es toll das der Preis ausgeschrieben und planmäßig durchgeführt wurde. Für uns eine enorme Hilfe und freudige Überraschung zugleich, den Preis auch tatsächlich gewonnen zu haben.

Fotocredits: © Act2gether 
 


In Kooperation mit sozialen Einrichtungen soll das kärntenweite Projekt „Essbar" gestartet werden. Im ersten Schritt stellen Bäuerinnen und Bauern sowie Produzentinnen und Produzenten Überschüsse von Feld und Produktion kostenlos zur Verfügung. Diese werden von sozialen Einrichtungen gemeinsam mit Klientinnen und Klienten und Betreuerinnen und Betreuern sowie Freiwilligen aus der Zivilbevölkerung gesammelt, verteilt oder verarbeitet. Über eine Koordinationsplattform können Flächen und Termine von den Produzentinnen und Produzenten mit den verfügbaren Kapazitäten der Einrichtungen sowie Freiwilligen abgestimmt werden. So wird ein möglichst großer Wirkungsgrad erzielt. Im Moment gibt es bereits über 20 Einrichtungen, die ihren Wunsch zur Teilnahme an diesem Projekt bekundet haben. Im Gesamtausmaß bei optimaler Durchführung könnten einige Hundert Menschen profitieren.

Das Projekt „Essbar“ zwischen Betrieben, Zivilbevölkerung und sozialen Einrichtungen zu starten, könnte einen sowohl integrativen als auch sozialen und ökologischen Mehrwert für alle bringen. Aus diesem Grund haben sich die Projektleiter dazu entschlossen, um den Bank Austria Sozialpreis 2020 anzusuchen. Das Preisgeld würde als optimale Basis dienen, um das Projekt „Essbar“ finanziell zu decken und einen guten Start zu ermöglichen.

Die Ziele des Projekts sind vielfältig: Einerseits wird der Lebensmittelverschwendung entgegengewirkt und den produzierten Waren eine zweite Chance gegeben, andererseits ist es eine Möglichkeit zur Beschäftigung in der freien Natur für Kinder und Jugendliche, Menschen mit besonderen Bedürfnissen sowie Menschen mit Migrationshintergrund, die in diversen Einrichtungen und Heimen betreut werden. Mit der Vernetzung verschiedener Einrichtungen in Kärnten im sozialen Bereich sollen Austausch geschaffen und Synergien generiert werden.

Eine aktive Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. Kundinnen und Kunden der Bank Austria ist jederzeit möglich, denn das Projekt soll neben den sozialen Einrichtungen auch Menschen aus der Zivilgesellschaft zur Teilnahme ermutigen. Hier kann man sich z.B. bei der Nachernte, beim Sammeln von Waren sowie bei der Verarbeitung einbringen. Im Rahmen gemeinsamer Kochaktionen könnte der zwischenmenschliche Austausch weiter intensiviert werden.