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Das neue Internetbanking der Bank Austria.

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Das Internetbanking für Unternehmen

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Jeder kann unsere Umwelt nachhaltig verbessern. Gehen Sie gemeinsam mit uns den Weg zu einer nachhaltigen Zukunft. #gemeinsamverändern. Mehr erfahren

Eingereicht von: FreuRaum eG, Anja Haider-Wallner
Projektstart: 2019
Kategorie: Integration/Migration
Social-Media: https://www.freu-raum.at


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Interview mit Petra Hader, Obfrau-Stellvertreterin Freuraum

Petra Hader

„Gewinner des Bank Austria Sozialpreises Burgenland 2020“:
Wie hört sich das an? Was war Ihre erste Reaktion? Wir freuen uns sehr! Und nachdem wir ja die Freude im Namen tragen und uns der Freude verpflichtet fühlen und Freude für jeden schön ist, wie Janosch sagt, freuen wir uns noch mehr. So ein Preis macht einen auch größer und gewichtiger, grade wenn man so sehr an Idealen laboriert wie wir.

Wie haben Sie selbst die letzten Wochen und Tage des Votings erlebt?
Wir haben fallweise gefiebert. Und meistens gearbeitet. Wir haben natürlich unsere Familien, Freunde, Vereinsmitglieder und GenossenschafterInnen gebeten, uns ihre Stimmen zu geben. Schön, dass so viele unserem Aufruf gefolgt sind, wir bedanken uns sehr! Aber wir haben das schon auch irgendwie ambivalent gesehen: Die beiden anderen Projekte, die nominiert waren, sind ja mindestens genauso super wie der Freuraum...

Beschreiben Sie bitte noch einmal kurz, was Ihr Projekt ausmacht?
Wir betreiben ein nicht ganz – aber ziemlich – normales Café/Restaurant im Zentrum von Eisenstadt. Als Genossenschaft bzw. Verein organisiert, zählen wir auf ein solidarisches Miteinander. Wir beschäftigen Menschen mit Migrationshintergrund für einen Zeitraum von sechs Monaten bis zu zweieinhalb Jahren, und das bedeutet auch, dass wir uns MIT ihnen beschäftigen. In Kooperation mit dem AMS begleiten wir sie auf ihrem Weg in ein erfüllendes Erwerbsleben. Auch unsere Gäste sollen spüren, dass hier bunte, offene Menschen am Werk sind. Wir fördern Begegnung, Auseinandersetzung durch Zusammensetzung quasi: Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter wird im Rahmen einer "Langen Tafel" zur Gastgeberin/zum Gastgeber. Wir kochen vegetarisch/vegan mit regionalen Produkten der Saison, wir haben ein hinreißendes Sammelsurium von alten Möbeln, wir wirtschaften nachhaltig. Aber wir wollen nicht in erster Linie chic sein. Sondern menschlich. Es ist eine Gnade, dass die Leute nicht nur kommen, weil es ihnen schmeckt, sondern weil sie die Idee gut finden. Wenn die Fanny-Elßler-Gasse eine kleine Welt ist, dann haben wir da etwas Weltverbesserliches zustande gebracht.

Wie werden Sie das Preisgeld von 6.000 Euro konkret für Ihr Projekt einsetzen?
Wir werden theoretische und sprachliche Ausbildungen für unsere MitarbeiterInnen finanzieren sowie Deutsch-Lehrbücher anschaffen, einer unserer Freuwilligen unterstützt sie einmal in der Woche beim Lernen. Wir werden Decken kaufen für den winterlichen Outdoor-Betrieb. Und wir werden einen Avocadobaum in Spanien adoptieren.

Warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, Projekte ins Leben zu rufen, die einen Nutzen für Kinder/Jugendliche/die Gesellschaft stiften?
Weil die Gesellschaft es nötig hat.

Wie wichtig war es, den Bank Austria Sozialpreis auch in Corona-Zeiten planmäßig durchzuführen?
Sozialsein und Sozialpreise-Stiften sollte gerade in Corona-Zeiten keine Pause machen. Und durch die Online-Abstimmung war die Wahl ja auch vollkommen ungefährlich.

Fotocredits: © Birgit Machtinger


Im Bioladen „FreuRaum“ findet man saisonale und biologische Waren und Erzeugnisse der lokalen und regionalen Bäuerinnen und Bauern. Im daran angeschlossenen Restaurant und Café wird man mit frisch gekochten biologischen Speisen verköstigt. In den Gemeinschaftsräumlichkeiten finden Kurse, Seminare, Vorträge, Workshops und andere gemeinschaftliche Aktivitäten statt. „FreuRaum“ vermietet ebenfalls Nutzraum zu sehr günstigen Bedingungen an Dienstleisterinnen und Dienstleister sowie Handwerkerinnen und Handwerker aus der Region.

Frauen mit Migrationshintergrund finden bei „FreuRaum“ jeweils für sechs Monate einen Lern- und Arbeitsplatz. Sie arbeiten in der Küche, im Service oder im Verkauf, werden gecoacht, lernen Deutsch und finden Anschluss bei den vielfältigen Veranstaltungen. Mit jeder Mitarbeiterin wird eine „lange Tafel" organisiert, bei der Gerichte aus ihrem Heimatland serviert werden. Der Betrieb wird als Genossenschaft geführt – für die gemeinnützigen Aufgaben gibt es parallel einen Verein. 120 Menschen sind Genossenschafterinnen und Genossenschafter des Projekts, im Vollbetrieb werden zwölf Personen beschäftigt.

Die Hauptmotivation zur Einreichung für den Bank Austria Sozialpreis 2020 liegt an der Fortführung und Absicherung des Projekts, da vor allem im Burgenland ein großer Bedarf an Integrationsmaßnahmen und -hilfe besteht. Durch „FreuRaum“ wird in Eisenstadt ein wichtiger Beitrag zur interkulturellen Kommunikation und Emanzipation geleistet.

Wesentliche Eckpfeiler der Vereinsphilosophie sind die Verbindung aus ökologischer Nachhaltigkeit, sozialem Engagement und Integration. Das Ziel des „FreuRaum“ ist es, Frauen mit Migrationshintergrund auszubilden, sie zu stärken und ihre Sprachkenntnisse durch soziale Kontakte zu vertiefen. Mit „FreuRaum“ soll ebenfalls der Einstieg ins Berufsleben erleichtert werden.

Eine aktive Beteiligung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bzw. Kundinnen und Kunden der Bank Austria ist jederzeit möglich: Sie sind herzlich eingeladen, im „FreuRaum“ zu essen, an Veranstaltungen teilzunehmen oder den Mitarbeiterinnen bei einer „langen Tafel“ mit kochen und servieren zu helfen. Man kann sich ebenfalls als Deutsch-Lern-Buddies zur Verfügung stellen.