Ein Immobilienkauf – besonders ein Hauskauf – kann selbst Profis vor Überraschungen stellen. Michael Wöss, 24 Jahre alt und selbst Immobilien-Spezialist, hat sich vor kurzer Zeit den Traum vom eigenen Haus in der Nähe von Wien erfüllt. Welche Überraschungen er dabei erlebte, erzählt er in seinem Tagebuch – und gibt wertvolle Tipps, auf die jeder künftige Immobilienbesitzer achten sollte.

15. März – Die Schlüsselübergabe

Wahnsinn. Endlich geht unser großer Traum in Erfüllung, endlich Hausbesitzer! Gerade haben wir die Schlüssel bekommen. Ich kann es noch gar nicht fassen. Wir waren zwar schon einige Male hier, haben alles besichtigt, aber seit heute gehören diese 200 Quadratmeter tatsächlich uns. Was für ein Gefühl!
Es gibt zwar noch einiges zu tun, bevor das Haus so ist, wie wir es uns immer erträumt haben. Aber von einer 55 Quadratmeter Wohnung in ein Haus mit Garten zu ziehen: das ist einfach nur großartig! Rückblickend gesehen ging alles ganz schön schnell.

Aber ich bin gespannt, wie lange wir brauchen, bis wir es realisiert haben. Noch ist alles ganz unwirklich.

16. März – Die Maler kommen

Der zweite Tag als Hausbesitzer – und schon kommen die Arbeiter ins Haus. Wir haben die Maler bestellt. Es ist zwar alles neu renoviert, aber wir wollen doch, dass das Haus noch mehr unseren Wünschen entspricht. Während die Maler fleißig „werkeln“ suchen meine Freundin und ich gemeinsam nach Möbeln. Dabei sind wir uns vielleicht nicht immer sofort einig, aber es macht viel Spaß.

22. März: Zurück an den Start - Bodenleger vs. frischgemalte Wände

Seit einer Woche Hausbesitzer und ich glaube, dass das die anstrengendste Zeit meines Lebens ist. Es ist enorm viel zu tun. Ich kann bald nicht mehr. Die Idee, die Maler gleich zu Beginn zu rufen, war wohl nicht so schlau. Als alles schön ausgemalt war, kamen die Bodenleger – und die hatten mit der frischen Wandfarbe weniger Freude. Also zurück an den Start: Wir werden noch mal ausmalen müssen. Frustrierend. Also merken: Nach dem Hauskauf erst einmal alle staubigen Arbeiten erledigen und erst zum Schluss ausmalen.

Den neuen Stiegenbelag habe ich selbst gemacht – ein Freund hilft mir dabei. Das bedeutet aber auch: Nach der Arbeit ist vor der Arbeit und so geht es direkt vom Büro ins Haus, wo ich bis Mitternacht auf dem Boden durch das Haus rutsche. Ich weiß, diese Zeit wird irgendwann vorbei sein, aber im Moment bin ich einfach nur fertig. Von den Schwielen an den Händen will ich gar nicht erst reden.

1. April – Umzug zu den Schwiegereltern

Bevor wir in unser neues Haus ziehen können, heißt es zuerst: ab zu den Schwiegereltern. Wir sind bereits Ende März aus unserer Wohnung aus- und nun für zehn Tage bei den Schwiegereltern eingezogen. Einerseits um Geld zu sparen, andererseits um ein bisschen zu entspannen. Denn was für viele wie eine Hausforderung klingt, war für uns eine erholsame Abwechslung. Das Jugendzimmer meiner Freundin erinnerte uns an alte Zeiten - und meine Schwiegermutter kocht für mich immer meine Lieblingsspeisen.

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12. April – Einzug ins Eigenheim und der erste Anruf beim Installateur

Vor zwei Tagen sind wir endlich in unser Haus eingezogen. Die erste Nacht im neuen Eigentumshaus war ein wunderschöner Moment. Ich hab mich extra bemüht etwas Tolles zu träumen, denn ein Sprichwort sagt: Was man in der ersten Nacht in seinem neuen Bett träumt, wird wahr ;) Die Maler waren inzwischen auch noch einmal im Haus und haben die Spuren der Bodenverleger beseitigt. Jetzt sieht alles wieder super aus. Die Umzugskartons werden auch rasch weniger – langsam wird alles wohnlicher.

Eigentlich perfekt – bis auf den Anruf beim Installateur. Es sind gerade die ersten heißen Tage des Jahres und wir wollten den Pflanzen im Garten ein bisschen Wasser gönnen. Das Problem: Es kam kein Wasser aus der Leitung. Meiner erster Gedanke: eine kaputte Wasserpumpe. Und sich sollte Recht behalten. Als heute Installateur kam, hat er die Pumpe getauscht. Eine sehr teure Angelegenheit. Aber wenigstens funktioniert nun alles einwandfrei.

3. Mai – Der Installateur, unser neuer Freund: Nach der Pumpe folgt die Heizung

Bitterkalte Tage Anfang Mai. Grauenhaft. Aber zum Glück haben wir eine gute Heizung – dachte ich zumindest. Denn als ich die Heizung aufdrehte, tat sich: nichts. Prima, also habe ich wieder zum Telefon gegriffen und in der Nacht den Installateur-Notdienst gerufen. Nur hatte der keine Zeit. Also hieß es: Decke drüber und durch. Die Nacht im ungeheizten Haus habe ichüberlebt – trotz der kalten Füße meiner Freundin. ;)

Heute in der Früh hat der Installateur unsere Therme angesehen. Und Erleichterung: die Therme ist nicht kaputt, sie muss nur gereinigt werden. Nun sind wir für kalte Nächte wieder gerüstet. Hier ein Tipp an alle künftigen Hausbesitzer: Beim Kauf einer Immobilie vorab immer auch Dinge wie Wasserpumpen, Thermen, Heizungen und Leitungen prüfen.

Fazit

Seit der Schlüsselübergabe für unser Eigentumshaus sind rund 3 Monate vergangen. Nach einigen, nicht nur guten, Überraschungen scheint nun alles so zu sein, wie wir es immer haben wollten. Als letzten Tipp kann ich zukünftigen Hausbesitzern noch eines mit auf den Weg geben: Planen Sie genügend Puffer ein – sowohl zeitlich als auch finanziell!

Immobilienspezialist Michael Wöss
Immobilienspezialist Michael Wöss
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