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Strategie & Märkte

Die Entwicklung der nationalen und internationalen Kapitalmärkte wird von den Expertinnen und Experten des Bank Austria Private Banking laufend beobachtet und analysiert. Daraus resultiert die jeweils aktuelle Marktmeinung. Diese ist Grundlage für die Anlagestrategie des Bank Austria Private Banking und unsere individuelle Vermögensberatung.

Anleihen

Renditen von Anleihen der Kernländer entwickelten sich in den vergangenen Wochen tendenziell rückläufig, nachdem sich der Preisauftrieb auf beiden Seiten des Atlantiks zuletzt verhalten zeigte.

Diese Entwicklung ändert jedoch nichts an unserer Erwartung, dass das Renditeniveau bei Anleihen der Kernländer auf mittlere Sicht höher tendieren sollte. Vor allem die Fortsetzung der schrittweisen Straffung der geldpolitischen Zügel durch die Fed sollte hierzu beitragen. Untermauert wird diese Ansicht zudem von steigenden globalen Wachstumserwartungen, die wiederum die Inflationsentwicklung sowohl in den USA als auch in der Eurozone auf mittlere Sicht befeuern sollten.

Demzufolge gewichten wir Renten in Summe, bzw. EUR-Staatsanleihen weiterhin unter. Bei Unternehmensanleihen gehen wir selektiv vor, da wir das aktuelle Kursniveau nur noch bedingt für attraktiv erachten. Äußerste Vorsicht lassen wir bei Hochzinsanleihen walten. Hingegen bieten globale inflationsindexierte Staatsanleihen im Zuge langsam anziehender Verbraucherpreise Opportunitäten.

Auch Schwellenländeranleihen weisen langfristig Potenzial auf und bleiben vorerst übergewichtet, zeigen sich doch die Fundamentaldaten vieler Schwellenländer verbessert.

Aktien

Die internationalen Aktienmärkte setzen ihren Aufwärtstrend weiter fort und notieren vielfach in der Nähe ihrer Höchststände. Optimismus im Hinblick auf die Gewinnentwicklung bei den Unternehmen sowie Anzeichen einer weiter an Fahrt gewinnenden Weltwirtschaft sorgten für Auftrieb. Dabei ließen sich die Börsen weder von Querschüssen aus Washington noch vom Ausgang der Parlamentswahlen in Großbritannien aus der Ruhe bringen.

Ungeachtet dessen scheinen Aktien kurzfristig überkauft, viel Positives dürfte bereits eingepreist sein. Nach den starken Kursanstiegen des vergangenen halben Jahres hat daher unsere Überzeugung für weitere Kurszugewinne deutlich abgenommen. Zudem sind wir der Ansicht, dass sich das Risikobild eingetrübt hat. Folglich befindet sich unsere Aktiengewichtung auf einer neutralen Position.

Dieses Anlagevotum bedeutet jedoch keine langfristig negative Haltung gegenüber dieser Anlageklasse. Auf lange Sicht halten wir Aktien weiterhin für ein attraktives Anlagesegment, auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen. Sollte es tatsächlich zu Kursrückgängen an den Aktienmärkten kommen, hätten wir ausreichend Möglichkeiten (hoher Barbestand), die Aktienquote wieder zu erhöhen.

Unter den einzelnen Regionen favorisieren wir Europa, Japan und die Schwellenländer. Der optimistischere Wachstumsausblick für Europa und das zuletzt starke Gewinnwachstum unterstützen europäische Aktien. Zudem setzt die EZB ihre expansive Geldpolitik vorerst fort. Bei japanischen Aktien sind wir der Ansicht, dass sich deren Attraktivität langfristig durchsetzen wird. Aktienrückkaufprogramme sowie die zunehmende Gewinndynamik dienen als mögliche kurstreibende Faktoren.

Wir bleiben bei unserer positiven Haltung zu den Schwellenbörsen, die von einer anziehenden Weltwirtschaft profitieren sollten - Selektivität ist aber gefragt. Die USA haben wir aufgrund der hohen Bewertung untergewichtet. Zudem erachten wir viele positive Effekte der angekündigten Wirtschaftspolitik der US-Regierung schon als eingepreist, was die Wahrscheinlichkeit von negativen Überraschungen erhöht.

Alternative Veranlagungen

Die Anlageklasse der Absolute-/Total-Return-Produkte sowie jene der Rohstoffe nutzen wir weiterhin zur Steigerung der Diversifikation und zur Optimierung des Risiko-/Ertrags-Verhältnisses.

Datum: 12. Juni 2017.

Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Die EZB nahm bei ihrer Ratssitzung Anfang Juni eine abwartende Haltung ein und beließ den Leitzins unverändert auf 0 %. Jedoch wurde der Hinweis auf mögliche weitere Zinssenkungen gestrichen. Wie im Vorfeld bereits erwartet, hob die Notenbank ihren Wachstumsausblick für die Eurozone auf „ausgewogen“ an. Gleichzeitig milderte EZB-Präsident Draghi aber diese Einschätzung ab, indem er die Inflationserwartung leicht reduzierte.

In den USA sind die Reduzierung der Fed-Bilanz sowie die weitere Entwicklung der US-Verbraucherpreise auf mittlere Sicht wohl zwei wesentliche Einflussfaktoren für US-Treasuries. Im Protokoll zur Mai-Sitzung des Offenmarktausschusses vertraten die meisten Mitglieder die Ansicht, dass die Bilanzverkürzung in der zweiten Jahreshälfte beginnen sollte.

Die vom Ausschuss vorgeschlagene Methode spiegelt zwar die Bereitschaft zu einem sehr graduellen Ansatz wider, dennoch rechnen wir damit, dass die Maßnahme einen zumindest schrittweisen Anstieg der US-Renditen auslösen wird.

Aktien

Nach dem starken ersten Quartal flaute die Euphorie an den globalen Aktienmärkten etwas ab, und Aktien legten eine Verschnaufpause ein. Doch vor allem mit dem Einzug Emmanuel Macrons in die Stichwahl der französischen Präsidentschaftswahl und seinem anschließenden Sieg über Marine Le Pen kehrte der Risikoappetit an die Börsen zurück. Auch der Euro konnte gegenüber dem US-Dollar deutlich zulegen. Ebenso sorgte die auf beiden Seiten des Atlantiks laufende Berichtssaison für Auftrieb.

In den Schwellen- und Industrieländern gewinnt die Konjunktur an Dynamik, woraufhin die Weltwirtschaft in diesem Jahr das stärkste Wachstum der letzten Jahre aufweisen dürfte. Darüber hinaus sind die Unternehmen solider aufgestellt, und die Gewinne entwickeln sich sehr positiv. Politische Themen dürften zumindest in Europa vorerst etwas in den Hintergrund rücken, auch wenn diese natürlich nicht vollkommen vom Tisch sind.

Angesichts der nun schon sehr lange laufenden Rallye an den Aktienmärkten und des Umstandes, dass die Bewertungen teilweise bereits ambitioniert sind, haben wir Mitte April unsere Aktiengewichtung auf „neutral“ gesenkt. Allerdings stellt dies keine Abkehr von Aktien, sondern lediglich einen Schritt in Richtung Gewinnmitnahme und Risikoreduktion dar.

Währungen und Rohstoffe

Aufgrund der steigenden US-Schieferölförderung halten sich die weltweiten Lagerbestände an Rohöl hartnäckig, was den Ölpreis unter Druck bringt. US-Ölproduzenten haben im Hinblick auf die Fördermenge allerdings noch Luft nach oben, was weiteres Ungemach bedeuten könnte. Andererseits könnte sich eine anziehende Nachfrage im Zuge einer weiter an Fahrt gewinnenden Weltwirtschaft unterstützend auf den Ölpreis auswirken.

Nach den Präsidentenwahlen in Frankreich und des damit einhergehenden steigenden Risikoappetits musste der Goldpreis Terrain preisgeben. Zuletzt sorgten jedoch von Washington ausgehende Unsicherheiten sowie ein schwächerer US-Dollar wieder für eine leicht steigende Tendenz im Goldpreis.

Der Euro setzte zuletzt seinen Aufwärtstrend gegenüber dem Dollar fort, wir sehen darin eine Korrektur der Überbewertung im Greenback.

Datum: 12. Juni 2017.