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Aktien- und Anleihen

Monika Rosen, Chefanalystin Bank Austria Private Banking

Glanzzeit vorbei?

Seit Jahresbeginn will es scheinen, als hätte Gold etwas von seinem magischen Glanz verloren. Während die meisten Aktienmärkte einen guten Start hinlegten, befindet sich das Edelmetall in einer Korrekturphase.

Tatsache ist, dass eine Reihe der Unsicherheitsfaktoren, die noch im Vorjahr das Geschehen dominierten, zuletzt in den Hintergrund gerückt sind. Da war einerseits die Debatte um die US Fiskalklippe, wo es buchstäblich in letzter Sekunde zu einer Einigung kam. Außerdem haben sich die Ängste vor einer drohenden "harten Landung" der chinesischen Konjunktur gelegt. Und auch bei der Euro Schuldenkrise gab es dazwischen durchaus Entspannung, in den letzten Tagen flammte die Diskussion aber wieder auf, Stichwort: Wahlen in Italien und Rettungspaket für Zypern.

Interessant dabei ist der Umstand, dass diese negativen Schlagzeilen den Goldpreis nicht wirklich stützen konnten. Auch bei der physischen Nachfrage nach Gold gab es im Vorjahr einen Rückgang, und zwar um 4 % gegenüber 2011. Die Käufe der Zentralbanken lagen 2012 zwar auf einem 48-Jahreshoch, konnten aber schlussendlich den Rückgang der Schmucknachfrage in China und Indien, sowie der Münzen- und Barrennachfrage in den USA und Europa nicht ausgleichen.

Wenig hilfreich für den Goldpreis sind auch Spekulationen, wonach die US Notenbank ihre Anleihenkäufe frühzeitig beenden oder zumindest drosseln könnte. Wir erwarten für heuer einen durchschnittlichen Goldpreis von 1.700 Dollar.

Die Entwicklung der nationalen und internationalen Kapitalmärkte wird von den Expertinnen und Experten des Bank Austria Private Banking laufend beobachtet und analysiert. Daraus resultiert die jeweils aktuelle Marktmeinung. Diese ist Grundlage für die Anlagestrategie des Bank Austria Private Banking und unsere individuelle Vermögensberatung.

Anleihen

Nachdem sich der US-Kongress im Haushaltsstreit in letzter Minute auf eine Teillösung einigen konnte, stiegen die Renditen der Kernländer von ihren tiefen Niveaus aus stark an. Diese Entwicklung wurde zudem von der Befürchtung verstärkt, die amerikanische Notenbank könnte bereits in diesem Jahr ihre Anleihekäufe reduzieren. Renditen der europäischen Peripherieländer hingegen gaben, aufgrund erfolgreich durchgeführter Anleihenauktionen, nach. Mittelfristig rechnen wir in den Kernländern mit einem weiteren Anstieg des Renditeniveaus. Aus diesem Grund bleiben wir bei der Anleihenpositionierung vorsichtig und belassen unser Anlagevotum für Staatsanleihen auf "untergewichten". Die Position der internationalen Staatsanleihen der entwickelten Industrienationen haben wir aufgelöst, da wir derzeit den Fremdwährungsanteil im Portfolio etwas reduzieren wollen. Im Gegenzug stocken wir den Anteil an Staatsanleihen der Eurozone über alle Laufzeiten auf, um an einer positiven Entwicklung von Staatsanleihen der Euro Peripherieländer zu partizipieren. Unsere positive Einschätzung betreffend Schwellenländeranleihen bleibt unverändert. Die lokalen Notenbanken setzen zunehmend geldpolitische Lockerungsmaßnahmen, die sich positiv auf die lokalen Anleihenmärkte auswirken sollten. Des Weiteren eignen sich diese Anleihen hervorragend zur Diversifikation europäischer Anleihenportfolios.

Aktien

Wir bleiben bei Aktien weiterhin übergewichtet. Regional betrachtet sehen wir derzeit in den Schwellenländern sowie in Japan das größte Potenzial. Schwellenländer weisen gute Gewinn- und Wachstumsaussichten auf und fungieren als die globalen Wachstumstreiber. Japan kann mit einem massiven Aufholpotenzial gegenüber den größten Anlageregionen punkten. Ferner werden frische Impulse im Zuge des Regierungswechsels erwartet. Die USA haben wir derzeit neutral gewichtet. Die expansive Geldpolitik der Fed dürfte sich weiterhin positiv auf US-Aktien auswirken, allerdings sehen wir viele Faktoren bereits als eingepreist an. In Europa bleibt die EWU-Schuldenkrise das dominierende Thema, weshalb wir dieser Region derzeit vorsichtig gegenüberstehen. Die aktuelle Wirtschaftslage mahnt grundsätzlich weiter zur Vorsicht, daher würden wir bei sich ändernden Umständen eine Reduzierung der Aktienquote jederzeit in Betracht ziehen.

Alternative Veranlagungen

Die Anlageklasse der Absolute-/Total-Return-Produkte nutzen wir weiterhin zur Steigerung der Diversifikation und zur Optimierung des Risiko-Ertrags-Verhältnisses.

Datum: 25. Januar 2013

Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Die als sichere Häfen angesehenen Staatsanleihen der Kernländer verzeichneten im abgelaufenen Monat Jänner einen deutlichen Nachfragerückgang. Auslöser hierfür sind Anzeichen, die Eurozone könnte im Bezug auf die Staatsschuldenkrise das Schlimmste überstanden haben. Den jüngsten Konjunkturdaten aus den USA zufolge dürfte sich darüber hinaus die US-Wirtschaft weiter erholen und auch China, als Schwungrad der Weltwirtschaft, wieder auf Touren kommen. Diese Entwicklung ließ zuletzt die Risikofreudigkeit der Anleger und in weiterer Folge die Renditen der Anleihen der Kernländer deutlich ansteigen. Auch das Vertrauen in die europäischen Peripheriestaaten kehrte schrittweise zurück. Das von der EZB aufgelegte OMT-Programm wirkt weiterhin vertrauensfördernd und sorgt für eine bessere Stimmung am Rentenmarkt der Euro-Peripherie, was sich in einer hohen Nachfrage am jeweiligen Emissionsmarkt und am sinkenden Renditeniveau der Peripheriestaatsanleihen widerspiegelt. Zu Monatsende verkündete die Fed, ihr Anleihenkaufprogramm in Höhe von USD 85 Mrd. pro Monat sowie den Leitzinssatz unverändert zu belassen. Konjunkturelle Abwärtsrisiken sind für die Notenbank zwar weiterhin gegeben, allerdings in einem etwas geringeren Ausmaß als zuvor.

Aufgrund des zunehmenden Risikoappetits legte auch der weltweite Absatz von Unternehmensanleihen deutlich zu und stieg damit im Jänner auf ein Rekordhoch. Dieses Ergebnis schließt somit nahtlos an das Rekordjahr 2012 an, als Unternehmen versuchten, das überaus niedrige Zinsniveau zu nutzen. In den USA wurden in den ersten vier Wochen des Jahres in Summe USD 166 Mrd. Unternehmensanleihen emittiert, was einen neuen Rekordwert darstellt. In Europa überstieg das Emissionsvolumen von Hochzinsanleihen mit EUR 3,5 Mrd. den Vergleichszeitraum aus dem Jahr 2012 um das Zehnfache. Die Ausfallsquote risikoreicher Anleihen in Europa ist im vierten Quartal 2012 auf 1,8 Prozent gesunken, verglichen mit einer weltweiten Rate von 2,6 Prozent und einem Durchschnitt von 4,8 Prozent seit 1983. Zudem sind die Risikoprämien für Hochzinspapiere in dieser Region im Vergleich zu Anleihen mit Top-Bonitäten auf den niedrigsten Stand seit den Anfängen der Finanzkrise gesunken. So zahlen Emittenten von Hochzinsanleihen durchschnittlich 3,5 Prozentpunkte mehr als Emittenten der sichersten Papiere. Im März 2009 lag dieser Risikoaufschlag noch bei einem Höchstwert von 20,7 Prozentpunkten.

Nach einem sehr guten Jahr 2012 auch an den Rentenmärkten dürfte 2013 schwieriger werden. Explizit in lang laufenden Staatsanleihen der Kernländer rechnen wir mit negativen Ergebnisbeiträgen, also mit einem Renditeanstieg. Umgekehrt dürfte die Performance von Staatsanleihen der Euro-Peripherie durchaus positiv abschneiden. Das Argument hierfür ist der weitere Abbau der Risikoprämie in den Peripherieländern.

Stand: 1. Februar 2013

Aktien

Im Jänner konnten amerikanische Aktienfonds erstmal seit mehreren Jahren deutliche Nettogeldzuflüsse verbuchen. In den ersten beiden Wochen investierten Privatanleger knapp 25 Milliarden Dollar und damit so viel wie seit Februar 2007 nicht mehr. Gründe für diese Investitionsfreudigkeit sind der sich erholende US-Immobilienmarkt sowie die Arbeitslosenrate, die sich den letzten Monaten rückläufig zeigte. Auch die aktuelle Performance des S&P 500 ermunterte Anleger in Aktien zu investieren. Ende Jänner erklomm dieser erstmals seit fünf Jahren wieder die 1.500er Marke. Auf Monatssicht verzeichnet dieser ein Plus von 5,04%, was den besten Jahresstart seit 1997 bedeutet. Der Dow Jones legte auf Monatssicht 5,77% zu. Zurzeit bauen Anleger weiterhin darauf, dass die weltweiten Zentralbanken ihre lockere Geldpolitik weiterhin fortsetzen werden. Auch von der momentanen Berichtssaison ist Positives aus den USA zu vermelden. Rund 75 Prozent der 204 Unternehmen, welche bis Ende Jänner ihre Quartalszahlen veröffentlicht haben, haben die Erwartungen der Investoren deutlich übertroffen. Im 4. Quartal 2012 wird das Gewinnwachstum wahrscheinlich bei 2,9% liegen (bezogen auf den S&P 500 Index), im 1. Quartal des heurigen Jahres sollte in etwa derselbe Zuwachs erreicht werden. Für den weiteren Jahresverlauf gibt es dann deutlich optimistischere Prognosen, im 2. Quartal werden bereits 6% Gewinnwachstum erwartet. Nicht in das allgemeine Bild passend, präsentiert sich zurzeit das Technologieunternehmen Apple. Zwar konnte ein Rekordabsatz von iPhones und iPads vermeldet werden, allerdings lag der Aktienkurs Ende Jänner bereits 15 Prozent tiefer als zu Jahresbeginn, bzw. notierte er zu Monatsende 35% unter dem Rekordhoch von über 700 USD vom September 2012. Auch den Status als wertvollstes Unternehmen der Welt musste Apple wieder an Exxon Mobile abtreten. Auf den europäischen Märkten standen Banken im Fokus der Anleger. Grund dafür war die Entschärfung einer geplanten Liquiditätsregelung im Rahmen des Bankenregulierungsprogramms Basel 3. Der DAX konnte im Jänner um 2,36% zulegen. Der Euro-Stoxx 50 verzeichnete im Monatsverlauf einen Gewinn von 2,54%. Im Zuge der Berichtssaison ist eine Konsolidierung der Aktienindizes der Eurozone wahrscheinlich. Zyklische Sektoren sind am anfälligsten für negative Gewinnrevisionen, insbesondere Auto- und Industriewerte. Im Hinblick auf die weitere Risikobereitschaft der Investoren zählen zu den nächsten Ereignissen, die mehr Aufmerksamkeit verdienen, u. a. die Parlamentswahlen in Italien (Ende Februar) und die Verhandlungen über den Bailout für Zypern (Entscheidung vermutlich erst im März). China wuchs im 4. Quartal um 7,9% und sollte damit die konjunkturelle Talsohle durchschritten haben. Dies zeigt sich auch an höheren Kursen an den Börsen des Landes. So legte der Hang Seng im Jänner um 4,73% zu.

Stand: 1. Februar 2013

Währungen und Rohstoffe

Nachdem zum Jahreswechsel die Fiskalklippe erfolgreich umschifft wurde, stieg die globale Risikobereitschaft der Investoren an, was den Dollar mit seinem Image als sicheren Währungshafen unter Druck setzte. Der Entschluss der EZB, die Leitzinsen unverändert zu lassen, kam zwar nicht überraschend, unterstützte den EUR-USD Kurs aber dennoch. Im Laufe des Monats wurde der Euro immer stärker, wobei das unerwartet starke US-Handelsdefizit dem Euro zusätzlich Auftrieb verlieh. Sollte die globale Risikobereitschaft anhalten, könnte der Euro gegenüber dem Dollar weiter zulegen. Der Dollar schließt den Jänner mit 1,3584 gegenüber dem Euro ab. Daraus ergibt sich für den Dollar auf Monatssicht ein Minus von 2,93%.

Die Schwächephase des Yen setzte sich auch im Jänner fort. Haupttreiber waren das global verbesserte Stimmungsbild und der Beschluss der Bank of Japan, das Inflationsziel von 1% auf 2% anzuheben, sowie ab 2014 das Wertpapierankaufprogramm unlimitiert auszuweiten. Das Ausmaß der globalen Risikobereitschaft, auch mitbegründet durch die Ausweitung der Maßnahmen der japanischen Notenbank zur Deflationsbekämpfung, spricht weiterhin für einen schwächeren Yen. Daran ändert auch nichts, dass sich Japans Finanzminister gegen Vorwürfe der Währungsmanipulation verwehrt hat. Ob bewusste Manipulation oder lediglich "In-Kauf-Nehmen", ist letztlich unerheblich. Die Märkte wissen, dass Japan bei den aktuellen Kursen nicht intervenieren wird. Der Yen beendet den Jänner gegenüber dem Euro mit 124,07 und verliert auf Monatssicht 8,53%.

Die Stärke des Euros wirkte sich auch auf den EUR-CHF Kurs aus. So konnte der Euro von der zunehmenden Beruhigung rund um die Schuldenkrise profitieren und gegenüber dem Franken zulegen. Der EUR/CHF Kurs beendet den Monat mit 124,07. Damit verliert der Franken auf Monatssicht 2,25%.

Zu Beginn des Jahres konnte eine steigende Ölnachfrage verzeichnet werden, was auf verbesserte Konjunkturaussichten zurückgeführt werden kann. Nachdem die USA ihre Fördermenge ausweiten konnte, und auch aus dem Nahen Osten sowie Afrika höheres Angebot zu vermelden ist, ist in nächster Zeit jedoch nicht mit einem stärkeren Anstieg des Ölpreises zu rechnen. Das zusätzliche Angebot könnte eventuelle Produktionsausfälle in Krisenregionen auffangen. Der Brent Rohölpreis steht Ende Jänner bei 115,55 USD und legt damit auf Monatssicht 4,0% zu. Die positiveren Wirtschaftsdaten geben Spekulationen über ein baldiges Ende der lockeren Geldpolitik seitens der Notenbanken Auftrieb, was die Nachfrage nach Gold auch im Jänner reduzierte. In Euro wurde so der tiefste Wert seit acht Monaten erreicht. Das erste Monat 2013 schließt der Goldpreis bei einem Stand von 1.663,65 USD ab, was einen Kursverlust von 0,70% seit Jahresbeginn bedeutet.

Stand: 1. Februar 2013

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