Ein Moment der Standortbestimmung

  • Das Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa (CEE) dürfte 2018 und 2019 nachlassen, da verschärfte externe Risiken den Konjunkturabschwung verstärken.
  • Die Binnennachfrage und insbesondere die Investitionen werden zu einem Wachstumsgefälle führen, während zugleich die Auslandsnachfrage sinkt.
  • In Rumänien und in der Türkei wird der Abschwung am stärksten und in Tschechien und Slowenien moderater ausfallen. In Russland und Kroatien könnte das Wachstum auf dem aktuellen Niveau (und über dem Potenzial) verharren. Im Jahr 2018 könnte das Wachstum in Ungarn, Polen, der Slowakei und Serbien zeitweise anziehen.
  • Preisvolatilität und Wechselkursüberwälzung werden sich kurzfristig auf die Reflation auswirken. In 4Q18 und im Jahr 2019 wird auch eine starke Kerninflation Wirkung zeigen, die mit der Lage am Arbeitsmarkt zusammenhängt.
  • In der Türkei sowie in Rumänien und Ungarn dürfte die Inflation u. E. in 3Q18 ihren Höhepunkt erreichen, in allen anderen Ländern aber auch 2019 weiter steigen.
  • Die Zurückhaltung der Notenbanken wird von den Investoren bestraft. Am härtesten trifft es CBRT und NBR. In Tschechien und Rumänien rechnen wir mit Zinsanhebungen, während sich in Russland und Serbien die Notenbanken weiter abwartend zeigen.
  • Die NBH und die NBP werden versuchen, Zinserhöhungen auf 2020 bzw. 2019 zu verschieben. Wenn die Inflation weiter steigt, könnte das Hinausschieben von Zinsschritten eine Versteilung der Zinskurven und Abschwächung der Währungen nach sich ziehen.
  • Durch Zölle auf Pkw-Exporte in die USA könnte das BIP 0,3-1% einbüßen, und falls sie längere Zeit aufrecht erhalten bleiben, könnte das Wachstum 2020-22 unter das Potenzial sinken.
  • In der Türkei und Slowenien ist die politische Unsicherheit unverändert hoch – ein Risiko für die Asset-Preise. Polen und Rumänien sehen sich im Vorfeld verschiedener Wahlen einer expansiven Finanzpolitik und Schwankungen ausgesetzt.
  • Die EU dürfte den Druck auf Polen, Ungarn und Rumänien in Zusammenhang mit Fragen der Rechtsstaatlichkeit erhöhen.
  • Die Finanzanlagen der EU-Länder der CEE (EU-CEE) werden unverändert fundamental unterstützt, aber das risikoscheue Umfeld könnte sich auf die Performance auswirken, insbesondere wenn Abflüsse sowohl bei aktiven als auch bei passiven Investoren forciert werden. Potenzial für eine Outperformance erkennen wir bei RON (dank FX-Interventionen), RSD (dank FX-indexgebundener Kreditvergabe), ROMGB (dank der Disinflation) und SERBGB (dank Illiquidität)
  • In einem risikofreundlichen Umfeld rechnen wir mit einer Outperformance der polnischen und ungarischen Währungen.

Quelle: UniCredit Research – CEE Quarterly, 22 July 2018, Kurzzusammenfassung

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