Im CEE-Raum zeichnet sich eine leichte Konjunkturabschwächung ab

  • Das starke Wirtschaftswachstum in den CEE-Märkten dürfte sich fortsetzen, gegenüber vergangenen Quartalen aber nachlassen.
  • Nachdem der Konjunkturhöhepunkt in den europäischen Volkswirtschaften überschritten ist, könnte eine Abschwächung der Auslands- wie Inlandsnachfrage bevorstehen.
  • Die angespannte Lage auf dem Arbeitsmarkt, erneute Schuldenaufnahme im Privatsektor, finanzpolitische Unterstützung und (in den EU-CEE-Ländern) höhere Zuflüsse von EU-Mitteln könnten eine stärkere Wachstumsverlangsamung in der CEE abfedern.
  • Die rückläufige Inflation könnte ein vorübergehendes Phänomen sein, während die Binnennachfrage die Kerninflation nach wie vor in die Höhe treibt und die jüngsten Schocks auf der Angebotsseite abklingen.
  • Eine Kursänderung seitens der Notenbanken ist unwahrscheinlich; verzögerte Reaktionen sind auf Ungewissheit zurückzuführen und nicht auf einen Wandel der Sichtweise.
  • Bei den EU-Haushaltsverhandlungen für 2021-27 könnten sich die EU-CEE-Länder auf der Verliererseite wiederfinden und einige der zugeteilten Mittel und deren uneingeschränkte Auszahlung verlieren.
  • Ein Vorschlag der Europäischen Kommission, die Ausschüttung von EU-Mitteln an die Erfüllung gesetzlicher Erfordernisse zu knüpfen, könnte bereits im Mai vorgelegt werden.
  • Der Erstrundeneffekt der von den USA auf Stahl und Aluminium verhängten Zölle beschränkt sich auf Russland, die Türkei und die Ukraine.
  • Die CEE-Länder könnten von einer Umverteilung der Stahlproduktion in Europa und einer potenziellen Eskalation der Handelsschranken in einen Handelskrieg betroffen sein. Die Auswirkungen auf den CEE-Raum könnten weniger stark ausfallen als in anderen Schwellenmärkten.
  • In einem globalen Handelskrieg ist es in dieser Phase des Geschäftszyklus weniger wahrscheinlich, dass die Binnennachfrage den schwächeren Welthandel ausgleichen kann.
  • Die geopolitischen Risiken für Russland und die Türkei sind gestiegen, und die Spannungen zwischen diesen beiden Ländern und den USA einerseits und der EU andererseits könnten sich weiter verschärfen.

Quelle: UniCredit Research – CEE Quarterly, 27 March 2018, Kurzzusammenfassung

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