Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.
Anleihen

Während Renditen von Anleihen der Kernländer in 2017 lediglich innerhalb enger Bandbreiten oszillierten, brachen diese zum Jahresauftakt nach oben aus und markierten zum Teil Mehrjahreshochs. Wobei weniger die Richtung als vielmehr das Ausmaß des Renditeanstiegs, was mit fallendenden Anleihenkursen gleichzusetzen ist, überraschte.

Als Ausgangspunkt hierfür diente der zunehmende Optimismus über die Stärke der Weltwirtschaft, schürte dieser doch Befürchtungen, dass infolgedessen die bisher lediglich verhaltenen Inflationsniveaus schlussendlich doch Auftrieb erhalten könnten, woraufhin sich wichtige Notenbanken veranlasst sehen könnten, ihre geldpolitischen Zügel stärker anzuziehen.

Zu diesem Umfeld mengten sich weitere Faktoren aus den USA und sorgten damit für anhaltenden Druck auf die Anleihenkurse der Kernländer. So zeigt sich die US-Konjunktur weiterhin robust, und die Inflation scheint ihren Tiefpunkt im vergangenen Jahr überwunden zu haben. Dieser Entwicklung verlieh die US-Notenbank Nachdruck. Die Fed ließ im Rahmen ihrer Offenmarktsitzung Ende Jänner die Leitzinsen erwartungsgemäß unangetastet. Allerdings findet sich im Wortlaut der Presseaussendung nunmehr ausdrücklich die Erwartung anziehender Inflationsraten im weiteren Jahresverlauf. Wohingegen die entsprechende Formulierung in den vergangenen Monaten stets durch eine gewisse Vorsicht gekennzeichnet war. An einer Zinsanhebung auf der nächsten Notenbank-Sitzung bestehen damit kaum noch Zweifel. So sehen es auch die Marktteilnehmer: einem Zinsschritt am 21. März wird derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 90 % beigemessen. Darüber hinaus sorgt der schwächere US-Dollar für Belebungstendenzen bei der Teuerung, steigen doch damit die Preise von in die USA importierten Gütern.

Aktien

War der Jahreswechsel noch über weite Strecken von deutlich steigenden Aktienkursen geprägt, folgte schon Anfang Februar die Ernüchterung. Der Risikoappetit der Anleger schlug in eine risikoaverse Stimmung um, woraufhin Aktien weltweit spürbar nachgaben.

Die vom Ausmaß her überraschend stark anziehenden Renditen an den Anleihemärkten, was fallende Anleihenkurse bedeutet, belasteten die Stimmung und trugen zur Korrektur an den Börsen bei. Die Unsicherheit lässt sich gut am Volatilitätsindex VIX ablesen. Das Niveau hat sich in rund einem Monat von einem historischen Tief aus zwischenzeitlich nahezu vervierfacht. Damit scheint die Periode anormal geringer Schwankungen erstmals vorbei zu sein.

Kurzfristig könnte die Volatilität bei Aktien hoch bleiben, weshalb wir unser „neutrales“ Anlagevotum vorerst beibehalten. Eine Trendwende nach unten, das heißt, einen anhaltenden Bärenmarkt, sehen wir angesichts des soliden konjunkturellen Umfelds und steigender Unternehmensgewinne derzeit nicht. Dennoch gilt es, die Risiken im Auge zu behalten und für ausreichend Diversifizierung zu sorgen.

Für den Moment agieren wir vorsichtig zurückhaltend. Ungeachtet dessen stehen wir aber bereit, die Aktienquote zu erhöhen, sollten sich im aktuellen Umfeld Opportunitäten ergeben. Die wirtschaftliche Gesamtsituation stellt sich weiterhin erfreulich dar. Wir erwarten ein solides und gut ausbalanciertes globales Wachstum. Dabei ist die Entwicklung breit angelegt - Konsum, Investitionen und Exporte tragen dazu bei. Das sollte die Basis für steigende Unternehmensgewinne sein und den Aktienmärkten insgesamt Auftrieb verleihen.

Währungen und Rohstoffe

Der Preis der europäischen Rohölsorte Brent kletterte zunächst über die Marke von 70 USD je Fass, und erreichte damit das höchste Niveau seit Dezember 2014. Für Unterstützung sorgte zum einen die von der OPEC orchestrierte Förderkürzung, im Zuge derer der Rohölüberhang markant abgebaut wurde. Zuletzt wurde die OPEC jedoch Opfer ihres eigenen Erfolges, denn der deutliche Ölpreisanstieg seit Juni 2017 führte in den USA zu einer Erweiterung der Produktionskapazitäten. Angesichts der rekordhohen US-Produktion gab der Ölpreis zuletzt um rund 10 % nach und rutschte damit in den Korrekturmodus.

Der Goldpreis verzeichnete zwar einen erfolgreichen Jahresauftakt, die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts Anfang Februar setzte das Edelmetall sodann aber unter Druck, hatte dieser doch eine Neubewertung der Inflationsaussichten unter Marktteilnehmern zur Folge, die auch Renditen von Anleihen der Kernländer ansteigen ließ. Steigende Zinsen wirken sich auf den Goldpreis negativ aus, erhöhen sie doch die Opportunitätskosten, da Gold selbst keine Zinsen abwirft. Die durch den Zinsanstieg ebenfalls ausgelöste Verkaufswelle an den weltweiten Aktienmärkten verlieh dem Goldpreis zwar etwas Rückenwind, auch wenn dieser lediglich verhalten ausfiel. Denn gleichzeitig wertete der US-Dollar auf. Dessen deutliche Abwertung hatte den Goldpreisanstieg in den vergangenen Wochen erst möglich gemacht. Bereits im Jänner war eine gewisse Entkopplung der ansonsten traditionell negativen Korrelation zwischen Goldpreis und Aktienmarkt zu beobachten. Nämlich als Gold zulegte, obwohl auch führende Aktienindizes neue Rekordmarken knackten. Der Goldpreis hängt derzeit damit stärker an der Entwicklung des Dollarkurses als an jener des Aktienmarktes.

Datum: 14. Februar 2018
Rechtliche Informationen

Wichtige rechtliche Information - bitte lesen:

Diese Publikation stellt weder eine Marketingmitteilung noch eine Finanzanalyse dar. Es handelt sich lediglich um Informationen über allgemeine Wirtschaftsdaten. Trotz sorgfältiger Recherche und der Verwendung verlässlicher Quellen kann keine Verantwortung für Vollständigkeit, Richtigkeit, Aktualität und Genauigkeit übernommen werden.

Die Publikation wurde nicht unter Einhaltung der Rechtsvorschriften zur Förderung der Unabhängigkeit von Finanzanalysen erstellt und unterliegt nicht dem Verbot des Handels im Anschluss an die Verbreitung von Finanzanalysen.

Diese Informationen sind nicht als Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder als Aufforderung, ein solches Angebot zu stellen, zu verstehen. Diese Publikation dient lediglich der Information und ersetzt keinesfalls eine individuelle, auf die persönlichen Verhältnisse der Anlegerin bzw. des Anlegers (z. B. Risikobereitschaft, Kenntnisse und Erfahrungen, Anlageziele und finanziellen Verhältnisse) abgestimmte Beratung.

Wertentwicklungen in der Vergangenheit lassen keine Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung zu. Es ist zu bedenken, dass Wert und Rendite einer Anlage steigen und fallen können und dass jede Anlage mit Risiko verbunden ist.

Die vorstehenden Inhalte enthalten kurzfristige Markteinschätzungen. Die Wertangaben und sonstigen Informationen haben wir aus Quellen bezogen, die wir für zuverlässig erachten. Unsere Informationen und Einschätzungen können sich ändern, ohne dass wir dies bekannt geben.