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Anleihen

Anleihen der Kernländer verzeichneten in den vergangenen Wochen Renditerückgänge, die jedoch unterschiedlich stark ausfielen. Zu Jahresbeginn brachte eine aufgehellte Stimmungslage an den Aktienmärkten zunächst noch anziehende Renditen mit sich. Im Anschluss wendete sich das Blatt, als die US-Notenbank Fed Ende Jänner andeutete, dass sich der Zinserhöhungszyklus langsam seinem Ende nähern könnte. Die Fed öffnete damit auch die Tür für künftige Zinssenkungen. Der Fed-Vorsitzende Jerome Powell attestierte der US-Wirtschaft, dass sich diese weiter in einer guten Verfassung befinde, es aber widersprüchliche Signale für den Ausblick gebe. Damit verwies er auf die Wachstumsabkühlung in China und Europa, den Brexit-Fortgang, den schwelenden Handelskonflikt und die Auswirkungen des fünf Wochen währenden Verwaltungsstillstandes in den USA. 

Infolgedessen erwarten wir in den USA heuer nur mehr eine Erhöhung des Leitzinses, und zwar zur Jahresmitte. Danach beginnt sich das Zeitfenster der Fed für weitere Erhöhungen zu schließen, da die US-Konjunktur an Fahrt verlieren dürfte. Auch die Europäische Zentralbank sieht infolge schwächerer Konjunkturdaten die Wachstumsrisiken nun nach unten gerichtet. In Interviews zeigten sich verschiedene Ratsmitglieder von der jüngsten konjunkturellen Entwicklung überrascht. Nach wie vor ist unklar, ob es sich um eine vorübergehende Wachstumsdelle oder eine nachhaltige konjunkturelle Abschwächung handelt. Entsprechend nimmt sich die EZB noch etwas Zeit, um weitere Informationen zu erhalten, bevor sie möglicherweise im März ihren Zinsausblick modifiziert. Für den Moment hält sie noch an ihrer Aussage fest, die Leitzinsen über den Sommer 2019 unangetastet zu lassen. Wir rechnen damit, dass die EZB bis Ende 2020 in Wartestellung bleiben dürfte. 
 

Aktien

Die Unsicherheitsfaktoren, die im Dezember einen Ausverkauf an den Börsen zur Folge hatten, traten zum Jahresauftakt etwas in den Hintergrund, woraufhin Anleger wieder Mut fassten und mit einem rückgekehrten Risikoappetit die Kurse an den internationalen Aktienmärkten befeuerten. Die Treiber hierfür stellten sich vielfach einheitlich dar. So zeigen sich die Bewertungsniveaus vieler Aktien attraktiver, Notenbanken verhalten sich abwartend (wie in Europa und den USA) oder unterstützend (wie in China) und es besteht weiterhin die Zuversicht, dass die USA und China schließlich doch noch eine Einigung im Handelsstreit finden werden. 

In den USA verlief die Berichtssaison bisher besser, als vielfach im Vorfeld befürchtet worden war. Diese Entwicklungen zerstreuten etwas die Befürchtung vor einer raschen und tiefgreifenden wirtschaftlichen Abkühlung und verhalfen dem S&P 500 zu seiner besten Jänner-Performance seit 1987. Auf Sektorenebene zeigten Industrie- und Energietitel Stärke, die von erfreulichen Quartalszahlen bzw. einem sich erholenden Ölpreis profitierten. 

In Europa zeigte sich der Automobilsektor erholt, und verzeichnete im Jänner die stärkste Monatsperformance seit Juli 2016, nachdem dieser im Vorjahr durch Handelsdisput und Nachwehen des Dieselskandals unter Druck stand. Darüber hinaus zeigt sich die Gewinnrevisionsquote des Euro STOXX 50 im Vergleich zu jener des S&P 500 attraktiver. In der Vergangenheit deutete dies auf eine Outperformance des Euro STOXX 50 gegenüber dem S&P 500 hin.

Erfreuliche Quartalsergebnisse von US-Halbleiterproduzenten und ein sich generell aufhellendes Sentiment bei Technologieaktien beflügelten die Branche weltweit, wobei japanische Chiphersteller von dieser Entwicklung im Speziellen profitieren konnten. Am japanischen Aktienmarkt war zuletzt ein verstärktes Engagement vor allem von ausländischen Investoren zu beobachten. 

Zudem griffen Anleger beherzt am chinesischen Aktienmarkt zu, der im Jänner einen Rekordzufluss von 9 Mrd. USD verzeichnete, was den historisch höchsten Monatswert darstellt. Für diesen spreche ein mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 11 äußerst günstiges Bewertungsniveau. Zudem wird erwartet, dass eine zurückhaltendere Fed Schwellenländeraktien Auftrieb verleihen sollte. Auch die Ansicht, dass der chinesische Aktienmarkt nach dem Ausverkauf in 2018 nun einen Boden gefunden haben und ein Großteil an negativer Erwartungen eingepreist sein sollte, diente als Antriebsfeder. 

Die Wall Street zeigte sich im Jänner bereits wieder in Champagnerlaune. So verzeichnete der Dow Jones sowie der S&P 500 Zugewinne in Höhe von 7,17 % bzw. 7,87 %, die technologielastige NASDAQ schoss um 9,74 % in die Höhe. An den europäischen Börsen hatten Investoren ebenfalls Grund zur Freude. Der STOXX Europe 600 verbuchte ein Plus von 6,23 %, während der DAX um 5,82 % anzog. Auch japanische Aktien beschlossen den Monat mit 3,79 % (NIKKEI) und 4,91 % (TOPIX) positiv. Bei Schwellenländeraktien, gemessen am MSCI Emerging Markets Index (in Lokalwährung), betrug die Avance 7,12 %. 

Währungen und Rohstoffe

Nach dem deutlichen Preisverfall im Jahresschlussquartal 2018 vollzogen die Ölpreise zum Jahresauftakt eine Kehrtwende, und verzeichneten im Jänner den höchsten Monatsanstieg seit dem Jahr 2015. Dabei beginnen vor allem die Förderkürzungen der OPEC und ihrer verbündeten Produzenten Wirkung zu zeigen. Auch die politischen Turbulenzen in Venezuela, aufgrund deren die USA Sanktionen gegen das Land verhängten, schürten Befürchtungen vor einem sinkenden Ölangebot und befeuerten die Preise. Eine weiterhin rekordhohe Ölförderung in den USA sowie eine sich eintrübende Weltwirtschaft, die sich negativ auf die Ölnachfrage auswirken dürfte, stellen allerdings ein Gegengewicht dar. Insofern dürfte ein weiterer Anstieg der Ölpreise nach oben hin begrenzt sein. 

Der Goldpreis verzeichnete im Jänner den vierten Monat in Folge Zuwächse und befindet sich mit dem Überschreiten der Marke von 1300 USD je Unze auf dem höchsten Niveau seit sieben Monaten. Für Auftrieb sorgte ein zwischenzeitlich schwächer tendierender US-Dollar, nachdem Marktteilnehmer ihre Erwartungen hinsichtlich weiterer Zinserhöhungen in den USA zurücknahmen. Aber auch der globale Konjunkturausblick trübte sich zuletzt weiter ein bzw. bestehen mit dem schwelenden Handelskonflikt sowie dem Brexit-Fortgang auf politischer Seite Unsicherheiten, die dem Edelmetall Auftrieb verliehen. Der längste Verwaltungsstillstand in den USA wurde zwar vorerst beendet, allerdings sorgen sich Marktteilnehmer um mögliche Folgewirkungen. Nachdem davon auszugehen ist, dass diese Unsicherheitsfaktoren noch etwas Bestand haben dürften, sollte der Goldpreis seine Aufwärtstendenz fortsetzen können. 

Datum: 13. Februar 2019

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