Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.
Anleihen

Die Rentenmärkte durchliefen in den vergangenen Wochen eine bemerkenswerte Achterbahnfahrt. Politische Unsicherheiten waren hierfür der wichtigste Treiber, wobei geopolitische Entwicklungen und Schlagzeilen zum Handelskonflikt die Volatilität zusätzlich verstärkten.

Dieses Umfeld hatte zur Folge, dass Renditen von 10-jährigen US-Staatsanleihen wieder unter die Marke von 3 % rutschten. Allerdings nahmen diese eine Annäherung an dieses Niveau neuerlich in Angriff, nachdem über den Erwartungen liegende US-Wirtschaftsdaten veröffentlicht wurden. Die US-Notenbank sollte davon wiederum bestärkt werden, in Summe vier Zinsschritte in diesem Jahr umzusetzen.

Die Marktturbulenzen der vergangenen Wochen haben auch Renditen von Anleihen europäischer Kernländer im Zuge ihres Status als sichere Häfen wieder in tiefere Regionen sinken lassen, was im Umkehrschluss Kurszuwächse bedeutete. Diese Nachrichten stützen an und für sich die Erwartung, wonach die EZB erstens ihr Wertpapierkaufprogramm in diesem Jahr auslaufen lassen und zweitens im Laufe von 2019 die Leitzinsen anheben dürfte. Allerdings zeigen sich die Marktteilnehmer noch vorsichtig. Im Zuge der Kursturbulenzen reduzierten sie ihre Leitzinsanhebungserwartungen. Ein erster Anhebungsschritt ist nun für Herbst 2019 eingepreist. Hier sehen wir noch Anpassungsbedarf, was gleichbedeutend mit einem Anstieg der Renditen von Anleihen der Kernländer verbunden sein sollte, wenngleich die Geopolitik und Handelsthemen weiterhin Unsicherheitsquellen hierfür darstellen.

Aktien

Die globalen Aktienmärkte zeigten sich zuletzt zweigespalten. Während die meisten wichtigen Aktienregionen Abschläge hinnehmen mussten, blieb die Wall Street, trotz handels- und geopolitischer Turbulenzen, weiter auf Gewinnkurs. Auf Sektorebene verzeichneten Basiskonsumgüter, zu denen Unternehmen wie Coca-Cola oder Kellogg zählen, mit bereits dem vierten Monat die längste Verlustreihe seit November 2016. Ihnen machen vor allem steigende Zinsen zu schaffen, aber auch Umstände wie steigende Rohstoffpreise oder die zunehmende Onlinekonkurrenz üben Druck aus. Hingegen ist der Appetit der Anleger auf Technologie-Aktien weiter ungebrochen, weshalb sich die NASDAQ zuletzt auf Rekordhöhe bewegte. Hierfür gibt es aber auch ökonomische Gründe. So profitiert die Technologie aktuell von der boomenden Wirtschaft und gilt gegenüber steigenden Zinsen als relativ resistent.
Positiv verlief der Monat Mai an den Börsen in Europa und Japan, während die Schwellenmärkte weiter unter Druck standen.

An der Wall Street verzeichneten der Dow Jones, der S&P 500 sowie die technologielastige NASDAQ auf Monatssicht Zugewinne in Höhe von 1,05 %, 2,16 % sowie 5,32 %. Der Russell 2000, der kleinkapitalisierte US-Unternehmen abbildet, legte noch deutlicher um 5,95 % zu. Hingegen schlossen europäische Börsen den Monat Mai mit leichten Abschlägen ab. Der STOXX Europe 600 büßt 0,59 % ein, während sich der DAX mit minus 0,06 % nahezu unverändert zeigt. Etwas prononcierter stellt sich das Bild in Japan dar: Der TOPIX gibt um 1,68 % nach, der NIKKEI notiert um 1,18 % tiefer. Aktien der Schwellenländer, gemessen am MSCI Emerging Markets Index (in Lokalwährung), müssen einen Kursabschlag von 2,43 % hinnehmen.

Währungen und Rohstoffe

Die Rohölmärkte vollzogen in den vergangenen Wochen einen deutlichen Kurswechsel. Hatte die europäische Rohölsorte Brent zunächst noch mit Schwung die Marke von 80 USD durchbrochen, nachdem die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen und Sanktionen gegen das Land verhängt hatte, so musste der Ölpreis zuletzt wieder Terrain preisgeben. Grund hierfür war, dass die OPEC eine Ausweitung der Ölproduktion in Aussicht stellte, um die Förderausfälle in Venezuela und im Iran zu kompensieren. Darüber hinaus übte eine auf Rekordniveau steigende US-Ölförderung Druck auf den Ölpreis aus.

Obwohl der Goldpreis in Zeiten höherer politischer bzw. wirtschaftlicher Unsicherheiten vielfach von seinem Status als sicherer Hafen profitieren kann, spiegelte der Goldmarkt die Besorgnisse der letzten Zeit kaum wider. Ganz im Gegenteil, im abgelaufenen Monat musste das Edelmetall sogar Preisabschläge hinnehmen. So belasten steigende Zinsen in den USA, genauso wie die Aufwertung des US-Dollars, der im Mai stärker notierte. Ungeachtet dessen schlummern jedoch weiterhin zahlreiche handels- und politische Unsicherheiten im Hintergrund. Ein negativer Ausgang in jedem dieser Problemkomplexe (z.B. Handelsstreit zwischen den USA und einer Zahl von Gegenparteien) könnte dem Goldpreis aber neuen Preisauftrieb verleihen.

Datum: 8. Juni 2018
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