Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.
Anleihen

Bis Mitte Februar verzeichneten Renditen von Anleihen der Kernländer einen Anstieg, seitdem befinden sie sich eher auf dem Rückzug. Zu den niedrigeren Renditeniveaus haben vor allem Verunsicherungen im Hinblick auf den durch die US-Regierung ausgelösten Handelskonflikt geführt, die der Nachfrage nach den als sichere Häfen erachteten Staatsanleihen Auftrieb verliehen haben. Grundsätzlich gehen wir aber davon aus, dass die Renditen der Kernländer heuer moderat steigen sollten.

Der US-Zinserhöhungszyklus sollte von einem sich nahe der Vollbeschäftigung befindlichen US-Arbeitsmarkt und einem daraus resultierenden Lohndruck befeuert werden, der schließlich in den kommenden Monaten in eine weitere Beschleunigung der US-Kerninflation münden und damit die Zuversicht der US Notenbankvertreter auf ein baldiges Erreichen des Inflationsziels von 2 % unterstreichen sollte. Die Erwartung einer weiteren Zinsanhebung im Juni erscheint damit vorerst gut untermauert zu sein. Zudem gehen wir davon aus, dass die Fed im heurigen Jahr das Zielband für den US-Leitzins in Summe viermal erhöhen dürfte.

Renditen deutscher Staatsanleihen sollten dieser Entwicklung zumindest tendenziell folgen, auch wenn diese von der immer noch verhaltenen Preisentwicklung in der Eurozone vorerst noch etwas Unterstützung erfahren dürften. Zwar ist die Gesamtinflationsrate im März auf 1,4 % gestiegen. Die Kernrate, bei der Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, verharrte allerdings bei 1,0 %. Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass Marktteilnehmer ihre Erwartungen an eine erste Zinserhöhung von Seiten der EZB wieder zurück in die zweite Jahreshälfte 2019 schoben.


Aktien

Das zweite Quartal startete an den globalen Aktienmärkten mit einer Erholung der Risikobereitschaft, nachdem das erste Vierteljahr sich von seiner volatilen Seite zeigte. Dabei forderte vor allem die zunehmende Verunsicherung über die Neuausrichtung der US-Handelspolitik ihren Tribut. Zudem sorgten Turbulenzen in der amerikanischen Technologiebranche sowie eine zuletzt etwas geringere Konjunktureuphorie für Druck auf die Kurse.

Am US-Aktienmarkt gilt die Technologiebranche als wesentlicher Träger der Aktienrally der vergangenen Jahre. Die Korrektur dieser Branche hat deshalb einen signifikanten Effekt auf den Gesamtmarkt. Den Ausgangspunkt der Turbulenzen stellt der Datenskandal rund um Facebook dar. Als Konsequenz wird nun eine stärkere Regulierung der Branche befürchtet. Investoren scheinen sich vorerst allerdings an einen Eckpfeiler der neunjährigen Börsenrallye zu klammern, und hoffen auf eine positive Berichtssaison. Ungeachtet der Zunahme an Unsicherheitsquellen erhöhten Analysten zuletzt ihre Prognosen. Diese rechnen nun in den USA mit einem Gewinnwachstum im ersten Quartal in Höhe von 17 %, während sie Anfang Jänner 13 % erwarteten. Im Gegenzug dazu liegen die Schätzungen zum Gewinnwachstum für das erste Quartal für europäische Unternehmen bei 3,4 %.

Japanische Aktien stehen weiterhin hoch im Kurs bei den Anlegern. Die lokalen Börsen verzeichneten in diesem Jahr Zuflüsse in Höhe von 38,5 Mrd. USD, während 29,4 Mrd. USD aus US-Aktien abgezogen wurden. Das Säbelrasseln auf politischer Ebene sowie die Turbulenzen am US-Technologiesektor schlugen zum Teil auch bei Aktien der Schwellenländer durch, ist doch für die meisten Schwellenländer der Welthandel entscheidend. Zudem hat der Technologiesektor auch in den Schwellenländern in den letzten Jahren kräftig an Gewicht zulegen können. Nichtsdestotrotz konnten Aktien der Schwellenländer jene anderer Regionen seit Jahresbeginn outperformen. Zudem erscheinen diese im relativen Vergleich günstig bewertet. So weisen diese ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von 12 auf, im Vergleich zu 17 von US-Aktien.


Währungen und Rohstoffe

In den vergangenen Wochen gab es zum Teil große Schwankungen bei den Rohstoffpreisen. Hintergrund der Verunsicherung waren die von der US Regierung angekündigten Handelsbeschränkungen. Einzige Ausnahme stellte der Ölsektor dar, der nach einer kurzen Konsolidierungsphase wieder zulegen konnte. Unter anderem sorgten Unsicherheiten im Zusammenhang mit Syrien für einen deutlichen Preisauftrieb. Während die geopolitischen Faktoren den Ölpreis unterstützen, limitiert die wachsende Ölförderung in den USA das Kurspotenzial. Gemäß Prognosen der OPEC als auch der Internationalen Energieagentur dürfte die USA Ende 2018 ein Produktionsniveau von 11 Mio. Fass pro Tag erreichen. Darüber hinaus rückt zunehmend das OPEC-Treffen im Juni näher, bei dem über eine Fortsetzung der koordinierten Förderkürzung verhandelt wird.

Der Goldpreis unterlag zuletzt dem von den USA und China ausgetragenen Handelsdisput und den dadurch an den Finanzmärkten ausgelösten Stimmungsschwankungen, infolgedessen das Edelmetall mal Zu- mal Abschläge verzeichnete, sich in Summe jedoch seitwärts entwickelte. Auch die zu Jahresbeginn erzielten Gewinne musste Gold großteils wieder preisgeben, woraufhin auf Quartalssicht nur noch ein Zugewinn von 1,61 % zu Buche steht. Der Dollar zeigte sich zuletzt wieder etwas schwächer, auch in diesem Zusammenhang wird auf geopolitische Unsicherheiten verwiesen.


Datum: 12. April 2018
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