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Anleihen

Anleihen der Kernländer verzeichneten in den vergangenen Wochen Renditeanstiege, woraufhin jene von 10-jährigen US-Staatsanleihen zwischenzeitlich und erstmals seit Mai wieder die 3%-Marke knackte. Noch davor ließ der nach wie vor schwelende Handelskonflikt zwischen den USA und einigen wichtigen Handelspartnern die Nachfrage nach den als sichere Häfen erachteten Staatsanleihen der Kernländer steigen, woraufhin deren Renditen zurückgingen, was im Umkehrschluss Kurszuwächse bedeutete.

Zuletzt hatten eine Reihe überaus erfreulicher Konjunkturdaten sowie Ankündigungen, wonach sich die US-Regierung und die Europäische Union offen für Gespräche über den Abbau von Zöllen und Handelsbeschränkungen zeigten, allerdings einen zunehmenden Risikoappetit und damit wieder anziehende Renditen zur Folge. So zeigten sich Investoren hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung sowie höherer Inflationsraten in den USA neuerlich zuversichtlicher. Folglich erwarten wir in den USA zwei weitere Zinsschritte in diesem Jahr.

Die EZB-Ratssitzung Ende Juli brachte keine über die Aussagen der vorherigen Sitzung hinausgehende Überraschungen oder Hinweise. Demnach beabsichtigt die Zentralbank weiterhin, die Tilgungsbeträge der im Rahmen des Anleihenkaufprogramms erworbenen Wertpapiere auch nach voraussichtlicher Beendigung des Kaufprogramms Ende 2018 für längere Zeit und in jedem Fall so lange wie erforderlich bei Fälligkeit wieder zu veranlagen. Die EZB will damit günstige Liquiditätsbedingungen aufrechterhalten.

Aktien

Die Aussichten auf die Weltkonjunktur erscheinen aktuell weiterhin günstig, woraufhin globale Aktien zuletzt ein 4-Monatshoch markierten. Allerdings dämpft der Handelskonflikt etwas den Optimismus. Der zum Teil steuerinduzierte Wirtschaftsboom in den USA findet auch in den Unternehmensgewinnen Niederschlag, wie die aktuell laufende Berichtssaison über das zweite Quartal zeigt. So haben die bisher veröffentlichten Gewinnzahlen die Erwartungen der Analysten deutlich geschlagen. Auch in der Eurozone zeigt das Gewinnwachstum weiter einen positiven Trend, trotz einiger Enttäuschungen, die es zuletzt bei Konjunkturdaten gab.

Japanische Aktien erhielten in den vergangenen Wochen von einer bisher positiv verlaufenden Berichtssaison sowie einem sich im zweiten Quartal gegenüber dem US-Dollar abschwächenden Yen Auftrieb. Letzteres steigert die Wettbewerbsfähigkeit exportorientierter Unternehmen wie Toyota oder Canon. Ein an Stärke gewinnender US-Dollar, steigende Renditen bei US-Staatsanleihen, Unsicherheiten hinsichtlich des schwelenden Handelskonfliktes sowie einige Länderspezifika hatten bei Marktteilnehmern in den letzten Monaten eine steigende Risikoaversion zur Folge, woraufhin Aktien der Schwellenländer Abschläge zu verzeichnen hatten. Zuletzt zeichneten sich jedoch erste Stabilisierungstendenzen ab.

An der Wall Street verzeichneten der Dow Jones, der S&P 500 sowie die technologielastige NASDAQ im Monat Juli Zugewinne in Höhe von 4,71 %, 3,60 % sowie 2,15 %. Der Russell 2000, der kleinkapitalisierte US-Unternehmen abbildet, legte um 1,69 % zu. Auch europäische Börsen standen der Entwicklung ihrer US-Pendants um nichts nach. So kletterte der STOXX Europe 600 auf Monatssicht um 3,07 % nach oben, während der DAX 4,06 % avancierte. Ein positives Bild zeigte sich auch in Japan: Der TOPIX stieg um 1,29 %, während der NIKKEI um 1,12 % zulegte. Aktien der Schwellenländer, gemessen am MSCI Emerging Markets Index (in Lokalwährung), schlossen den Monat Juli mit einem Plus von 1,18 %.

Währungen und Rohstoffe

Der weiterhin schwelende Handelskonflikt hat die Ölpreise in den vergangenen Wochen deutlich unter Druck gebracht, würde sich doch eine abschwächende Weltwirtschaft negativ auf die Ölnachfrage auswirken. Darüber hinaus belasteten ein wider den Erwartungen steigender Öllagerbestand in den USA sowie eine im Juli deutlich gestiegene Ölproduktion innerhalb der OPEC-Mitgliedsländer den Ölpreis. Zur Erinnerung: das Ölkartell beschloss im Juni, die im Jahr 2017 in Kraft getretene Produktionskürzungen zu lockern. Zwischenzeitlich konnte Rohöl etwas an Terrain gutmachen. Grund dafür waren u.a. Befürchtungen bezüglich einer Angebotsverknappung im Zuge von Förderausfällen in Venezuela, Libyen und der Nordsee sowie einer sich ausweitenden Eskalation zwischen den USA und dem Iran, die sich auf die Passierbarkeit der Straße von Hormus auswirken könnte. Nichtsdestotrotz ist der Preis für die europäische Rohölsorte Brent im Juli um 6,53 % gefallen.

Der Goldpreis verzeichnete im Juli den vierten Monat in Folge Abschläge, was die längste Verlustreihe seit dem Jahr 2013 bedeutet. Seit Jahresbeginn steht damit ein Minus von 6,13 % auf USD-Basis zu Buche. Der wichtigste Grund für die Goldpreisschwäche bleibt der zur Stärke neigende US-Dollar. Zum einen geben Anleger diesem gegenüber Gold als sicheren Hafen, im Zuge des weiterhin schwelenden Handelskonflikt, den Vorzug. Zum anderen sorgen die Zinspolitik der US-Notenbank Fed sowie die gestiegenen Renditen in den USA für Zurückhaltung. So stellt die Fed zwei weitere Zinserhöhungen im heurigen Jahr in Aussicht. Zudem verteuert eine stark bleibende US-Währung das in Dollar gehandelte Edelmetall in Ländern außerhalb der USA.

 

Datum: 8. August 2018
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