Anlagestrategie

Die Entwicklung der nationalen und internationalen Kapitalmärkte wird von den Expertinnen und Experten des Bank Austria Private Banking laufend beobachtet und analysiert. Daraus resultiert die jeweils aktuelle Marktmeinung. Diese ist Grundlage für die Anlagestrategie der verschiedenen Vermögensanlageprodukte der Bank Austria.

Anleihen

Am Rentenmarkt dominierten zuletzt einmal mehr die Notenbanken das Geschehen. Das Renditeniveau von Anleihen der Kernländer zog an, nachdem die Fed ankündigte, ab Oktober mit ihrer Bilanznormalisierung beginnen zu wollen. Aussagen der Fed-Vorsitzenden Yellen, die die US-Zinsanhebungserwartungen befeuerten, sowie die Aussicht, dass die EZB im Oktober Details zur Drosselung ihres Anleihenkaufprogramms liefern könnte, schlugen in dieselbe Kerbe.

In Folge der beabsichtigten, wenngleich lediglich graduellen, geldpolitischen Straffung gehen wir bei Anleihen der Kernländer mittelfristig von anziehenden Renditen aus. Untermauert wird diese Ansicht von steigenden globalen Wachstumserwartungen, die wiederum die Inflationsentwicklung sowohl in den USA als auch in der Eurozone auf mittlere Sicht befeuern sollten. Demzufolge gewichten wir Renten in Summe, bzw. EUR-Staatsanleihen weiterhin unter. Bei Unternehmensanleihen gehen wir selektiv vor, da wir das aktuelle Kursniveau nur noch bedingt für attraktiv erachten. Äußerste Vorsicht lassen wir bei Hochzinsanleihen walten. Hingegen bieten globale inflationsindexierte Staatsanleihen im Zuge langsam anziehender Verbraucherpreise Opportunitäten. Auch Schwellenländeranleihen weisen langfristig Potenzial auf und bleiben vorerst übergewichtet, zeigen sich doch die Fundamentaldaten vieler Schwellenländer verbessert.

Aktien

Das vorherrschende makroökonomische Umfeld mit solidem Wirtschaftswachstum bei gleichzeitig moderater Inflation bildet weiterhin günstige Rahmenbedingungen für Aktien. Auch diverse Unsicherheitsquellen konnten der positiven Stimmung an den Aktienmärkten vorerst keinen Abbruch tun.

Wir sind allerdings der Meinung, dass die lang anhaltende Phase von extrem niedriger Volatilität, gepaart mit bereits überdurchschnittlich lang zurückliegenden Korrekturen an den Aktienmärkten, das Rückschlagpotenzial erhöht. Folglich bleiben wir bei unserer vorsichtig optimistischen Einschätzung und belassen unsere Aktiengewichtung auf „neutral“. Dieses Anlagevotum bedeutet jedoch keine langfristig negative Haltung gegenüber dieser Anlageklasse. Auf lange Sicht halten wir Aktien weiterhin für ein attraktives Anlagesegment, auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen. Hierfür spricht die zunehmende konjunkturelle Dynamik in den meisten großen Volkswirtschaften, das positive Gewinnmomentum, die günstigere Bewertung im Vergleich zu Anleihen und die, zumindest teilweise, geldpolitische Unterstützung wichtiger Notenbanken. Sollte es tatsächlich zu Kursrückgängen an den Aktienmärkten kommen, hätten wir ausreichend Möglichkeiten (hoher Barbestand), die Aktienquote wieder zu erhöhen.

Unter den einzelnen Regionen favorisieren wir Europa, Japan und die Schwellenländer. Der optimistischere Wachstumsausblick für den Währungsraum sowie die relativ günstigere Bewertung unterstützt europäische Aktien. Bei japanischen Aktien sind wir der Ansicht, dass sich deren Attraktivität langfristig durchsetzen wird. Die Gewinndynamik sowie die äußerst expansive Geld- und Fiskalpolitik dienen weiter als mögliche kurstreibende Faktoren. Wir bleiben bei unserer positiven Haltung zu den Schwellenbörsen, die von einer anziehenden Weltwirtschaft profitieren sollten - Selektivität ist aber gefragt. US Aktien haben wir aufgrund der hohen Bewertung untergewichtet. Zudem weisen diese deutlich mehr Raum für negative als für positive Überraschungen auf.

Alternative Veranlagungen
Die Anlageklasse der Absolute-/Total-Return-Produkte sowie jene der Rohstoffe nutzen wir weiterhin zur Steigerung der Diversifikation und zur Optimierung des Risiko-/Ertrags-Verhältnisses.

Datum: 9. Oktober 2017.

Märkte und Trends

Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Geopolitische Unsicherheiten befeuerten die Nachfrage nach sicheren Häfen, was die Renditen von Anleihen der Kernländer zunächst zurückgehen ließ. In Folge setzte jedoch eine Gegenbewegung ein, die von der wiederauflebenden Hoffnung auf eine Steuerreform in den USA befeuert wurde. Den stärksten Auftrieb verliehen jedoch die Ankündigung der US-Notenbank, den Einstieg in den Prozess der Bilanznormalisierung im Oktober beginnen zu wollen, sowie die US-Zinsanhebungserwartungen. Denn Janet Yellen sprach sich dafür aus, die US-Leitzinsen auch dann weiter anzuheben, wenn die Inflationsrate noch nicht das erklärte Ziel von 2 % erreicht hat. Diese Aussage führte schließlich auch dazu, dass der Markt einer US-Zinserhöhung im Dezember nun eine Wahrscheinlichkeit von 66 % beimisst, während es zuvor lediglich 25 % waren.

Darüber hinaus sollte der Renditeanstieg mittelfristig weiter befeuert werden, wenn die EZB, wie in ihrer Septembersitzung angekündigt, im Rahmen ihrer nächsten Ratssitzung am 26. Oktober über einen Großteil der Details - wie es mit den Anleihekäufen weitergeht, wann und in welchem Umfang es zu einer Reduktion kommt – informieren will.

Aktien

In den USA setzten die Börsen ihre Rekordfahrt weiter fort. Die Vorstellung von Rahmenpunkten zur Steuerreform weckte neuerlich die Hoffnung auf eine diesbezügliche Realisierung. Allerdings erscheinen US-Aktien bereits stattlich bewertet. Auch am europäischen Aktienmarkt nahm der Risikoappetit wieder zu. Angetrieben wurden die Börsen dabei von einem etwas schwächeren Euro. Aber auch die Erwartung, dass europäische Konzerne an ihr bisher erfreuliches Gewinnwachstum auch im zweiten Halbjahr anknüpfen können, beflügelte die Börsen. Vor diesem Hintergrund konnten sich zyklische gegenüber defensiven Sektoren zuletzt deutlich besser entwickeln.

In Japan setzt sich der konjunkturelle Aufwärtstrend weiter fort. Eine Umfrage der Bank of Japan ergab, dass die Stimmung in der verarbeitenden Industrie auf den höchsten Stand der vergangenen zehn Jahre kletterte. Diese Faktoren, gemeinsam mit einem sich zuletzt abschwächenden Yen, verhalfen dem japanischen Aktienmarkt zu seinem besten Monatsabschluss seit November 2016.

Aktien der Schwellenländer, mit Zugewinnen von rund 25 % seit Jahresbeginn die beste Aktienregion in diesem Jahr, legten zuletzt eine Verschnaufpause ein, nachdem sich der US-Dollar etwas von seiner Schwächephase erholte. Aber auch aufgrund der gestiegenen Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed gegen Jahresende noch einmal an der Zinsschraube drehen könnte, zeigten sich Anleger zurückhaltend. Dies ändert jedoch nichts am weiterhin guten wirtschaftlichen Momentum der Schwellenländer insgesamt.

Währungen und Rohstoffe

Die Stimmung am Ölmarkt hat sich in den vergangenen Monaten zunehmend verbessert. Für Auftrieb sorgten die Organisation erdölexportierender Länder sowie die Internationale Energiebehörde, die eine höhere Ölnachfrage erwarten. Auch die wiederkehrende Öl-Nachfrage von US-Raffinerien an der Südküste der USA, die nach einer Reihe von Hurrikans vorübergehend schließen mussten, wirkte preisstützend.

Gold geriet zuletzt unter Verkaufsdruck. Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed den Leitzinssatz im Jahresschlussquartal ein drittes Mal in diesem Jahr erhöhen könnte, sowie optimistische US-Wirtschaftsdaten führten zu steigende Renditen von US-Staatsanleihen, und diese wiederum zu einem stärkeren US-Dollar. Beides wirkte sich belastend auf den Goldpreis aus.

Datum: 9. Oktober 2017.

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