Ausgebremst

Die Nachrichten aus der Autobranche waren zuletzt nicht gerade berauschend. Während in Europa Abgas-Skandal und Verdacht auf Kartellabsprachen die Schlagzeilen dominieren, schwächelt in den USA der Absatz. Im Juli hat GM auf dem Heimatmarkt einen Verkaufsrückgang von 15% hinnehmen müssen, die beiden großen Mitbewerber aus Detroit, Ford und Fiat Chrysler, schlugen sich kaum besser. Dabei ist die Profitabilität bei einigen Werten nicht schlecht, die Anleger können sich aber für den Sektor einfach nicht erwärmen. Man fürchtet offenbar nicht nur die zuletzt aufgetauchten Skandale, sondern stellt sich auch die Frage, welche Erschütterungen Themen wie Elektroautos oder autonomes Fahren in der Branche auslösen werden. Eine Möglichkeit, den Zuspruch der Anleger zurückzugewinnen, könnte in der separaten Börsen-Notiz von Unternehmensteilen liegen. Fiat Chrysler hat 2015 seine Luxus-Marke Ferrari sehr erfolgreich an die Börse gebracht, allein im heurigen Jahr hat sich die Aktie fast verdoppelt. Das könnte durchaus ein Fingerzeig für VW sein, die mit der Sportwagen-Marke Porsche ebenfalls einen Börsen-Kandidaten im Portfolio hätten. Die Zahlen würden dafür sprechen. VW verkauft im Jahr 10 Millionen Autos, Ferrari ein Tausendstel davon, nämlich 8.000. Dennoch ist die Marktkapitalisierung von VW nur viermal höher. Ferrari wurde an der Börse ein KGV von über 30 zugestanden, während VW bei 8 dahindümpelt. Porsche könnte hier also nicht nur auf der Straße für etwas höhere Drehzahlen sorgen.

Monika Rosen, Chefanalystin Bank Austria Private Banking

Stand: 4. August 2017.

Monika Rosen, Chefanalystin Private Banking

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