Luxus-Probleme

Manche Analysten stellen eine einfache Gleichung auf: während die USA die Top-Marken in der Technologie besetzen, tut Europa das im Luxus-Sektor. Amerika hat Google, Apple und Facebook, Europa setzt dem Gucci, Burberry und LVMH entgegen.

Was die Kursentwicklung der beiden Bereiche betrifft, gibt es durchaus Parallelen. Auch die europäischen Luxus-Konzerne haben einen starken Lauf hinter sich, ihre Kurs-Gewinn-Verhältnisse liegen im Schnitt um 70% über denen des breiten Marktes.

Zum Vergleich: im langjährigen Durchschnitt weisen Luxus-Aktien eine rund 40%ige Prämie auf. Auf derart hohem Niveau wird die Luft natürlich dünner, im Falle des Luxus-Sektors stellt der Handelskonflikt zwischen den USA und China aktuell die größte Bedrohung dar. Immerhin bestreiten die USA und China zusammen über 50% des weltweiten Marktes für Luxusgüter.

Übrigens würden nicht so sehr die Zölle selbst dem Absatz schaden, sondern vielmehr der sogenannte „Wealth Effect“. Darunter versteht man den Zusammenhang zwischen Wirtschaftswachstum und der Bereitschaft der Konsumenten, Anschaffungen zu tätigen. Wenn das Wachstum abkühlt, sich also die Konsumenten weniger reich „fühlen“, dann bekommt das der Luxus-Sektor meist sehr direkt und deutlich zu spüren. Aktuell wird im Luxus-Segment ein Umsatz-Wachstum von 10% erzielt, im schlimmsten Fall könnte diese Rate 2019 auf 2% zurückgehen. Es trifft also schon zu, dass Luxus-Aktien kaum weniger zu verlieren haben als die viel zitierte US Technologie.

 

 

 

Monika Rosen, Chefanalystin Bank Austria Private Banking

Stand: 12. September 2018

Monika Rosen, Chefanalystin Private Banking

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