Erste Bremsspuren 

Die US Autobranche hat 2017 zum dritten Mal in Folge über 17 Millionen Fahrzeuge verkauft und so das beste Drei-Jahres-Ergebnis aller Zeiten erzielt. Ein Blick hinter die Zahlen zeigt aber, dass das Bild nicht ganz so rosig ist, wie es zunächst erscheint. Der Absatz an Privatkunden ging nämlich 2016 und 2017 leicht zurück, wurde aber durch Käufe von Mietwagenfirmen mehr als kompensiert. Außerdem wurden die Absätze durch immer höhere Rabatte angeschoben: 2017 machte der durchschnittliche Rabatt pro Fahrzeug über 11% des Kaufpreises aus, 2014 lag dieser Wert noch unter 8%! Dazu kommt, dass in den USA die Zinsen bereits zu steigen begonnen haben, was für Autoaktien immer eine Belastung darstellt. Die Margen der Autohersteller zeigen sich noch sehr robust, da die Amerikaner vor allem Pick-up Trucks und SUV’s kaufen. Allein auf die Trucks entfallen zwei Drittel aller Neuwagen-Verkäufe, während der Anteil der klassischen Familienlimousinen in den letzten Jahren von 25% auf 15% gesunken ist. Sollten die Neuwagen-Verkäufe aber irgendwann unter 16 Millionen fallen, dann könnte es erstmals seit 2011 in den USA wieder Werksschließungen geben. Außerdem zeigt die Erfahrung, dass die Rabattschlacht in der Autobranche zwar Marktanteile bringt, die Margen aber extrem belastet. Last, but not least sollte man die Rechnung keinesfalls ohne Tesla machen. Der Hersteller von Elektro-Autos verbuchte 2017 einen Kursanstieg von 44% - die Börse hat ihr Votum also offenbar schon gefällt.

Monika Rosen, Chefanalystin Bank Austria Private Banking

Stand: 19. Jänner 2018

Monika Rosen, Chefanalystin Private Banking

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