Vor Spurwechsel?

Auch in Europa liegen nun die Unternehmenszahlen für das 1. Quartal fast vollständig vor, bei den 600 größten europäischen Unternehmen wurde ein Gewinnanstieg von 4,5% gegenüber dem 1. Quartal 2017 erzielt. Im Automobilsektor ist das Bild jedoch weniger vorteilhaft, hier erhöhten sich die Gewinne um lediglich 1,8 %. Auch in Zukunft könnte die Gewinndynamik in der Auto-Branche hinter jener in anderen Industriesektoren zurückbleiben, wobei sich drei Faktoren als besonders problematisch erweisen: die Wachstumsraten bei Welthandel und Konjunktur dürften ihren Höhepunkt überschritten haben, die gestiegenen Ölpreise belasten das Verbrauchervertrauen und somit auch den Auto-Absatz, und die Branche unterliegt auch einem tiefgreifenden strukturellen Wandel (Stichwort: E-Mobilität), der stark steigende Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen erfordert. In der Vergangenheit haben höhere Ölpreise den Auto-Absatz gebremst, da sie als zusätzliche implizite Steuer für die Nutzung eines Fahrzeugs wirken. Außerdem könnte der Auto-Absatz seinen zyklischen Höhepunkt bereits überschritten haben. Gerade schwere Fahrzeuge wie SUVs (die mehr Kraftstoff verbrauchen als Pkws) haben in den letzten Jahren einen wichtigen Beitrag zum Absatzwachstum in der Branche geleistet, wobei die niedrigen Ölpreise zusätzlich unterstützend wirkten. Wenn diese Dynamik auch dank steigender Ölpreise ausgehebelt wird, könnte dieses Marktsegment, das zu den profitabelsten der Branche zählt, unter Druck kommen.

 

 

Monika Rosen, Chefanalystin Bank Austria Private Banking

Stand: 25. Mai 2018

Monika Rosen, Chefanalystin Private Banking

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