Hürden beim Gang an die Börse

Der überaus erfolgreiche Börsengang von Snap heuer im März löste große Hoffnungen auf einen IPO Boom in der Technologie aus. Hoffnungen, die sich bis dato so aber nicht erfüllt haben. Und das, obwohl die Kursentwicklung bei Tech-Aktien zuletzt zwar reichlich volatil, aber doch mehrheitlich positiv war.

Zugegebenermaßen gibt es Bedenken, was die Bewertung von Tech-Aktien betrifft. Sie sei reichlich ambitioniert, sagen Marktbeobachter, und das habe auch den Kursrutsch bei Tech-Werten Anfang Juni ausgelöst. Dazu kommt, dass in den letzten Jahren in den USA sehr viel privates Kapital in Start-Ups geflossen ist.

Die viel zitierten "Einhörner", also Startups mit einer Bewertung von über 1 Mrd. Dollar, wurden reichlich mit Liquidität ausgestattet und können es sich daher immer noch leisten, den Börsengang aufzuschieben. Börsengänge sind auch deshalb etwas weniger populär geworden, weil die Unternehmen beim Sprung aufs Parkett oft eine geringere Bewertung erzielen als davor am privaten Markt. Man spricht von der so genannten "down round", wenn das Unternehmen nach dem Börsengang weniger wert ist als vorher.

Für die zweite Jahreshälfte erwarten einige Börsianer allerdings eine Belebung bei den Börsengängen, auch weil der Zustrom an privatem Kapital in die Einhörner zuletzt etwas nachgelassen hat.

Interessante Fragen könnten sich auch noch im Zuge der Übernahme von Whole Foods durch Amazon ergeben. Immerhin gehören Supermärkte zu den großen Hoffnungsgebieten der Technologie.

Monika Rosen, Chefanalystin Bank Austria Private Banking

Stand: 21. Juni 2017.

Monika Rosen, Chefanalystin Private Banking

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