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Monika Rosen-Philipp, Chefanalystin Bank Austria Private Banking, über den längsten Bullenmarkt der US-Geschichte.

Im März würde der aktuelle Bullenmarkt im S&P 500 seinen zehnten Geburtstag feiern. Bereits jetzt ist er der längste der US-Börsegeschichte. Wie lange wird er noch anhalten?
Fest steht, dass der aktuelle Zyklus bzw. das Wachstum der Unternehmensgewinne und der Konjunktur in den USA früher oder später ein Ende finden wird. Die große Frage ist: Wie viel Benzin befindet sich noch im Tank der US-Wirtschaft? Von Seiten der Geldpolitik der US-Fed gibt es keine Unterstützung mehr. Nach einer Zinsanhebung im Dezember werden voraussichtlich zwei weitere im ersten Halbjahr 2019 folgen. Auch die EZB hat für 2019 einen ersten Zinsschritt in Aussicht gestellt. Das Umfeld für Aktien wird also nicht einfacher. Auf der anderen Seite befindet sich die US-Wirtschaft noch immer auf einem hohen Niveau. Allein im dritten Quartal sind die Unternehmensgewinne um 25 Prozent gestiegen. An sich wäre also noch Rückhalt für eine weitere Aufwärtsbewegung da.

Sollte man sein Portfolio in puncto USA vorsichtshalber nicht doch neu positionieren?
Wir bleiben bei unserer Untergewichtung in US-Aktien, da wir in anderen Märkten bessere Chancen sehen. An der Wall Street ist schon viel Positives in den Kursen enthalten, der lange wirtschaftliche Boom fand definitiv seinen Niederschlag auch in den Kursen. Grundsätzlich sehen wir Aktien aber durchaus positiv, vor allem relativ zu Anleihen. Die Renditen sind zum Jahreswechsel nochmals zurückgegangen, der Spielraum für weitere Rückgänge scheint also begrenzt. Langfristig sind wir von der Anlageklasse "Aktien" weiterhin absolut überzeugt.

Welche Rolle spielen die Handelskonflikte zwischen den USA und China sowie zwischen den USA und der EU an den Börsen?
Sie sind sicherlich ein Thema. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat im ersten Halbjahr 2018 die Performance der Schwellenländermärkte belastet. In den USA sind die Handelskonflikte aber nur einer von mehreren Gründen, die 2019 eine Abkühlung an den US-Börsen einleiten könnten.

Wie wird das Börsenjahr 2019 für Europa und die Schwellenländer ausfallen?
Wir gehen davon aus, dass sich der Effekt, den wir 2018 gesehen haben - nämlich, dass alle Märkte mehr als die USA verloren haben -, 2019 aufheben bzw. ausgleichen sollte.

Sind die Märkte auf eine mögliche Zinserhöhung durch die EZB im Laufe des Jahres 2019 vorbereitet?
Die Inflationsdaten sind in Europa zuletzt hinter den Erwartungen geblieben - auch aufgrund des massiven Ölpreisrückgangs. Dazu passt, dass die erste Zinsanhebung, die von der EZB in Aussicht gestellt wurde, wohl erst nach dem kommenden Sommer erfolgen soll. Auf der anderen Seite ist das Thema schon so lange im Markt präsent, dass es niemanden mehr überraschen sollte.

Wie wird sich der bevorstehende Brexit auf die Börsen auswirken?
Wir sehen den Brexit als einen von mehreren Unsicherheitsfaktoren, die die Börsen 2019 beschäftigen könnten.

Zur aktuellen Ausgabe des Magazins "Unternehmerbank konkret".

Wichtige rechtliche Information:

Dieser Artikel ist weder eine Anlageberatung noch eine Anlageempfehlung oder eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

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