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Tierische Weihnachten

Weihnachten am Gnadenhof

Doris Hofner-Foltin, ihres Zeichens "Bergbäurin" auf einem wunderschönen Gnadenhof in Oberösterreich, schreibt witzige, herzliche und satirische Geschichten über wahre Begebenheiten mit Mensch und Tier, die sie im Laufe ihrer Karriere als Tierretterin erlebt hat. Gemeinsam mit ihrem Mann bietet sie derzeit rund 300 misshandelten und verstoßenen Geschöpfen ein liebevolles Zuhause.

Unsere Weihnachtsgeschichte schildert, wie das Weihnachtsfest auf einem Tierhof so aussehen kann ...

... Wie immer in der Früh war der Fütterungsstress, denn jedes unserer Tiere glaubt auf der Stelle zu verhungern, wenn Harald und ich nicht sofort zu ihren Diensten stehen. Bei Minusgraden jonglierte ich die vollgefüllten Katzenschüsseln über die Leiter auf den Heuboden, wo Dr. Sheba bereits mit ungeduldigem Blick und Gehabe auf mich wartete. Die Zehen und Finger bereits eingefroren. Das Zähneklappern nicht zu vergessen! Den Viechern ist das egal, Hauptsache die Portionen stimmen und die Geschmacksrichtung auch.

Auch am 24.12. klopfen die Pfaue an die Fenster und verschmieren diese und auch am 24.12. kreischen die Wellensittiche um die Wette, um nicht vergessen zu werden. Auch am 24.12. machen die Hunde Terror. Weihnachten - was ist das? Noch mehr Stress als sonst, so meine ich!

Nachdem alle Bewohner versorgt waren, hing uns die Zunge bis zum Boden. Eigentlich war der Weihnachtstag wie jeder andere Tag auch. Stallausmisten, schmusen mit den Nasenbären und die Schweine kontrollieren, dass sie nicht wieder zu den Nachbarn in die Küche stapfen, aber das ist eine andere Geschichte.

...

Harald und Sohn Paul machten einen Weihnachtsbesuch zwei Höfe weiter und ich schmückte den Stall mit Reisig und Lichterketten. Aber nicht ohne vorher die Viecher eingesperrt zu haben, denn den Pferden und Ziegen würden die Fichtenzweige sehr schmecken. Vom Heuboden warf ich Strohballen, um die Geschenke darauf zu platzieren und auch um darauf sitzen zu können. Untermalt wurde meine Aktion von friedvollem, zufriedenem Gemurmel und Geschmatze der Tiere.

Während unserer Aufbauarbeiten brachte unsere Nachbarin selbstgebackene Kekse und wünschte ein besinnliches Fest. Da alle meine Freundinnen und Hofnachbarinnen wissen, dass ich weder Zeit noch Lust zum Backen habe, bekommen wir das köstliche Gebäck fast tonnenweise. Obwohl ich nicht backe, habe ich sicher die meisten Kekse von allen Hausfrauen. Naja, ich habe auch genug Werbung für meine Faulheit gemacht - gewusst wie!

Der Stall war geschmückt, die Packerl sorgfältig und dekorativ arrangiert, so bereitete ich die Schmankerl für die Tiere vor. In großen Körben schleppte ich Bananen, Karotten, Äpfel, Salat, Kiwi und vieles mehr an. Die Hälse wurden immer länger und man soll es nicht glauben, wie sich Pferde plötzlich in Giraffen verwandeln können - oder sollte ich besser Gier-Affen sagen? Auch die Leckerlis für die Hunde fehlten nicht und auch nicht die Faschingskrapfen für die Nasenbären Carlos und Pauline.

Harald und Paul tauchten auch schon aus den Nebelschwaden auf und kehrten von ihrem Weihnachtsbesuch heim. Mein Gedanke: Hoffentlich haben sie nicht zuviel Punsch getrunken, denn sie waren schon sehr lange unterwegs. Nachdem nun alle vollzählig daheim waren, konnten wir endlich mit der Bescherung beginnen - oder doch nicht? Unser Hund Sascha fehlte ...

Nach mehreren Telefonaten wurde ich fündig. Er kontrollierte 3 Höfe weit von uns entfernt, ob seine Freundin Irmgard auch den Christbaum schön schmückt, denn schließlich muss ja alles seine Ordnung haben. Natürlich war ich davon überzeugt, dass ihm auch ein paar Weihnachtskekse die Kontrolle nicht nur verschönten, sondern auch versüßten. Also fuhr mein Mann los, um unseren keksefressenden Hund abzuholen. Ich wartete und wartete...

Super, jetzt kamen weder Herrl, noch Hund heim. Ich liebe Weihnachten!
Lebhaft konnte ich mir vorstellen, was da 3 Höfe weiter vor sich ging. Hund frisst Weihnachtskekse, Herrl trinkt Schnaps (unter uns gesagt, ich hatte Recht mit meiner Vermutung).

Irgendwann kamen sie dann heim. In der Zwischenzeit hatte einer unserer Nachbarn Weihnachtskekse vor die Tür gestellt, was nicht so gut war, denn ich fand nur noch die leere Dose vor und zerfetztes Weihnachtspapier. Da unsere Husky-Mischlingshündin Hexi das Goldband um den Hals gewickelt hatte und sich verdächtig um die Schnauze schleckte, wusste ich, wo die Kekse "abgegeben" worden waren - in Hexis Hundebauch, der ohnehin schon einen stattlichen Umfang hatte. Außerdem klebte noch Staubzucker an ihren Ohren.

...

Also schritten wir andächtig mit 5 Hunden in den Stall, um endlich die Bescherung zu machen. Die Bescherung in der Küche hatte ich ja schon! In den Boxen standen 5 glotzende Pferde, ein quietschender Esel, blökende Schafe, ein mit starrem Blick auf den Müsliriegelkorb fixierter Jakob Ziegenbock und drei unmögliche, grunzende Schweine, die mit ihren Schweinshaxen schon über die Box hingen. Wie das Lied "Stille Nacht, heilige Nacht" hörte sich dieses Getobe nicht an – schon eher wie Underground-Musik. In Windeseile schnappte sich jeder von uns Gemüse, Müsliriegel und vieles mehr, um dieses Konzert zu stoppen. Von einer ohrenbetäubenden Geräuschkulisse ging alles in wohliges Gegrunze und Geschmatze über …

Ich begann die vielen Packerl der Tierpaten zu öffnen und als alle Geschenke für die Viecher ausgepackt waren, hatten wir einen ganzen Wäschekorb voll mit Leckerlis für Hunde, Hasenfutter, Pferdezuckerl und anderes mehr. Hexi, ohnehin schon am Platzen, stahl und stahl und schleppte sich ein Hundestangerl nach dem anderen weg. Als wir in den Papierbögen saßen und alles weggefuttert war, blieben wir noch eine Zeit lang bei den Tieren. Das machen wir jedes Jahr so ...

Auszug aus "Weihnachten am Gnadenhof" aus dem Buch "SaTierische Geschichten"

(Die ungekürzte Weihnachtsgeschichte können Sie im Buch "SaTierische Geschichten" nachlesen.)

Geschenktipp: Verbinden Sie das Angenehme mit dem Nützlichen und überraschen Sie Ihre Lieben mit einem Geschenk, das auch für andere dringend notwendige Hilfe bedeutet - mit einem der vier bisher erschienenen Bücher "Bunte Hunde & Schräge Vögel", SaTierische Geschichten", "Gemüse beisst nicht" oder "Mit Krücken, Charme und Gummistiefel".

Weitere Leseproben und mehr über das Tierparadies Schabenreith finden Sie auf  www.tierparadies.at.