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Das verschwundene Lebkuchenrezept

Es war einmal …

… kurz vor Weihnachten und im Himmel fehlte Entscheidendes. Die Back-Engel bemerkten es als erstes, aber auch den anderen Engeln ging etwas ab: der süße Duft frisch gebackener Lebkuchen, der sich sonst durch den ganzen Himmel zog.

Die Engel schauten in die himmlische Backstube, um zu sehen, was los war. Und schon bald stellte sich heraus, dass das Rezept für den himmlischen Lebkuchen verschwunden war und alle Back-Engel eifrig danach suchten.

Das Rezept hing immer am großen Bord in der Backstube, es war ein uraltes Rezept, dessen Ursprung niemand mehr wusste – und nun war es verschwunden.

Die Back-Engel waren verzweifelt, während die Organisations-Engel sich in ihrer Meinung bestätigt sahen: es war ziemlich leichtsinnig gewesen, das Rezept nur im Original aufzuheben, handgeschrieben und ohne Kopie.

Inzwischen hatten sich alle Engel an der Suche beteiligt, aber das Lebkuchenrezept blieb verschwunden. „Wir haben diese Lebkuchen so viele Jahre gemacht“, dachten die Back-Engel, „wir werden es wohl auch ohne Rezept schaffen.“ Gesagt, getan, der Teig wurde gemacht, die Lebkuchen ausgestochen und ins Backrohr geschoben und schon bald erfüllte wieder der süße Duft den Himmel.

Nicht ganz das Original

„Gerade noch mal gut gegangen“, dachten die Engel, als sie die ersten Bleche herausnahmen. Doch – oh weh! Die Lebkuchen dufteten zwar verführerisch und sahen auch gut aus, aber sie waren steinhart! Und dabei waren die Engel doch so stolz auf ihr himmlisches Rezept gewesen, bei dem die Lebkuchen vom ersten Tag an weich waren und weich blieben.

Und so herrschte wieder große Verzweiflung in der Backstube. Nur die Deko-Engel waren begeistert. „Eure Lebkuchen eignen sich hervorragend als Schmuck für den Christbaum“, sagten sie. „Wir wickeln einfach goldene Bänder zum Aufhängen herum – die Menschen werden begeistert sein.“

Die Back-Engel konnten die Freude nicht teilen. „Weihnachten ohne Lebkuchen? Niemand wird begeistert sein“, sagten sie. Und sie machten sich daran, ein neues Blech mit Lebkuchen zu belegen, diesmal mit leicht veränderter Rezeptur. Aber so sehr sie sich auch bemühten, es gelang ihnen nicht, wieder die originalen Lebkuchen herzustellen.

Und so kam es, dass am Ende des Tages in der Backstube Mehl und Gewürze ausgingen, da die Back-Engel in ihrer Hektik vergessen hatten, die Zutaten für den Teig nachzubestellen. Ganz still war es plötzlich in der himmlischen Bäckerei, ohne Zutaten konnte man keine Lebkuchen machen.

„Wie wäre es, wenn wir einfach einmal andere Kekse machen?“, fragte da plötzlich ein kleiner Hilfs-Engel. „Andere Kekse?“, kam es vielstimmig von den Back-Engeln zurück.

Dazu muss man wissen, dass früher im Himmel und auf der Erde zu Weihnachten nur Lebkuchen gebacken wurden, alle anderen Weihnachtskekse waren noch gar nicht erfunden.

„Ja“, sagte der kleine Engel, „wir haben noch genug Eier und Mandelsplitter, daraus könnten wir schon was machen. Und weil dieses Gebäck so leicht und zart ist, könnten wir es „Himmlische Wölkchen“ nennen.“

Die Back-Engel, die soeben noch traurig und ratlos waren, horchten auf. Und dann begannen sie, die verschiedensten Zutaten zu mischen, zu kosten, neu zu mischen und schließlich hatte jeder Back-Engel ein ganz persönliches Rezept für „seine“ Kekse gefunden.

Da gab es die „Pflastersteine“ zur Erinnerung an den heiligen Stephan, Spekulatius und Nikolowecken als Erinnerung an den heiligen Nikolaus und vieles mehr.

Der kleine Hilfsengel hatte noch eine Idee. Er wollte ein ganz besonderes Weihnachtsgebäck erfinden. Und nach vielen Versuchen klappte es schließlich auch: der allererste Christstollen entstand, mit viel Puderzucker obenauf – als Erinnerung an das Christkind in seinen weißen Windeln.

Es heißt, dass so manche Engel in diesen Tagen Bauchweh hatten vom vielen Naschen, aber so ganz will ich das nicht glauben. Ganz sicher ist jedenfalls, dass die Freude über die vielen neuen Kekse bei den Engeln und bei den Menschen groß war.

Und besonders große Freude herrschte in der himmlischen Backstube, als wenige Tage vor Weihnachten das verschollen geglaubte Lebkuchenrezept wieder auftauchte.

Wer es wohl genommen hatte? Die Kreativ-Engel, um ihre Back-Kollegen zu neuen Rezepten anzuregen? Der kleine Hilfsengel, weil er immer schon was Neues ausprobieren wollte?

Oder gar das Christkind selbst?