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Christkind oder Weihnachtsmann?

Es war einmal...

… eine Zeit, in der herrschte tiefer Unfrieden auf der Erde. Überall gab es Krieg und Hass und Terror. Die Großen stritten um Geld und Macht, die Kleinen um die schönste Puppe, das coolste Computer-Spiel, das neueste Smartphone.

Selbst in der Vorweihnachtszeit hörte das Streiten nicht auf. Ganz im Gegenteil: es kam noch ein neuer Konflikt dazu. "Christkind oder Weihnachtsmann – wer bringt die Geschenke?" lautet der Kernpunkt der Auseinandersetzung.

Rasch hatten sich verschiedene Parteien gebildet, die sich heftig bekämpften. Die Christkind-Fraktion zog goldene Kleider an, setzte Engelshaarperücken auf und organisierte in allen Hauptstädten einen "Pro Christkind-Streik". Mit großen Transparenten zogen sie durch die Straßen. "Rettet das Christkind! Stoppt den Weihnachtsmann!" riefen sie.

Durch ihren Protestmarsch brach natürlich in allen Städten der Verkehr zusammen. Die Autos standen still, die Busse waren in den Automassen eingekeilt und zu guter Letzt fuhren auch Straßenbahn und U-Bahn nicht mehr. Die Autofahrer schimpften und fluchten. Was sie sagten, wollen wir hier lieber nicht wieder geben – das soll ja eine Weihnachtgeschichte werden …

Die Händler waren verzweifelt. Wenn alles stillstand, wer sollte dann noch in ihre Geschäfte kommen und Geschenke kaufen? Und Geschenke waren doch das Wichtigste an Weihnachten, oder? Wenn es keine Geschenke gab, warum sollte man dann überhaupt Weihnachten feiern?

Doch die Pro-Christkind-Fraktion fühlte sich absolut im Recht. Der Weihnachtsmann, das war doch nur so eine Erfindung einer Softdrink-Firma, das war doch gar kein richtiger Himmelsbote, sondern eine Kunstfigur. Das Christkind war das Echte, Wahre, das Einzige, das wirklich an Weihnachten erinnerte – an Jesus Christus als Kind in der Wiege.

Doch die Weihnachtsmann-Anhänger schlugen zurück. Im Internet entstanden Tausende Foren, Millionen Mails wurden versandt, die Glasfaserkabel glühten. "Das Christkind ist einfach megaout, vollkommen veraltet. Wer cool und hip ist, glaubt an den Weihnachtsmann. Das Christkind kann man ja nicht mal sehen, wer weiß, ob es überhaupt existiert. Der Weihnachtsmann ist ein Typ zum Anfassen, mit dem kann man Spaß haben. Ein echter Kerl mit dickem Bauch und roten Backen, nicht so wenig fassbar wie das Christkind" – so lautete die Botschaft.

Blöd nur, dass die Weihnachtsmann-Anhänger im Eifer des Gefechts auch ein paar Viren und Trojaner mit verschickten. Und so standen nach kurzer Zeit die PC´s still und auch hier lautete die Devise: "Nichts geht mehr".

Die Online-Händler waren verzweifelt. Wenn alles stillstand, wer konnte dann noch in ihre Online-Shops surfen und Geschenke kaufen? Und Geschenke waren doch das Wichtigste an Weihnachen, oder? Wenn es keine Geschenke gab, warum sollte man dann überhaupt Weihnachten feiern?

Und so tobte der Streit, wurden die Diskussionen immer heftiger. Keine der Parteien wollte nachgeben, jede fühlte sich im Recht. So beschäftigt waren sie mit ihrem Streit, dass sie auf alles andere vergaßen. Und so gab es in diesem Advent auf der Welt keine Adventkränze, keine Adventkalender, keine Adventbeleuchtung.

Die Christbaumverkäufer blieben auf ihren Tannen und Fichten sitzen und die Händler auf ihren Geschenken. Niemand buk Weihnachtskekse und niemand schnitt Barbarazweige. Es war ein dunkler Advent und es wäre wohl auch ein dunkles Weihnachtsfest geworden, wenn nicht …

… wenn nicht der Weihnachtsmann und das Christkind schon lange dem Treiben der Menschen von oben zugeschaut hätten. "Siehst du das?" fragte der Weihnachtsmann. "Selbst das Weihnachtsfest ist für die Menschen nur Anlass zu Zank und Hader! Dabei sind wir doch beide Gabenbringer! Mein Vorbild ist der heilige Nikolaus, der Bischof von Myra, der sein Vermögen unter den Armen verteilt hat. Und du hast den Menschen das Geschenk der Liebe gebracht, hast dich selbst den Menschen geschenkt. Ist denn das alles vergessen?"

Das Christkind schaute still auf die Erde hinunter. "Nein, vergessen ist es wohl nicht. Aber so vieles ist wichtiger geworden als die Liebe. Wir wollen den Menschen zeigen, dass es mehr gibt als Macht und Geld und Playstations und Computerspiele."

Am Vormittag des Heiligen Abend kam den Menschen plötzlich zu Bewusstsein, dass sie in ihrem Streit auf die Vorbereitungen zum Fest vergessen hatten. Kein Baum stand im Wohnzimmer, keine Keksdosen in den Küchen und keine Geschenke versteckt in den Schränken. Nun wollten sie das alles nachholen und stürmten zu den Geschäften und den Christbaummärkten. Aber – oh weh - die Geschäfte waren geschlossen und die Christbaumverkäufer verschwunden.

Inzwischen war es dunkel geworden. Die Menschen gingen langsam und mit gesenkten Köpfen heim. Doch -  was blinkte und strahlte denn da in den Häusern und Wohnungen? Welcher Duft zog sich da durch die Räume?

Da waren ja die Christbäume und die Weihnachtkekse und in den Strassen strahlte die Weihnachtsbeleuchtung und die Menschen strahlten mit. Kühlschränke und Öfen waren mit Leckereien gefüllt und bei jenen, die ans Christkind glaubten, lag unter jedem Baum ein großes Paket. Jene, die an den Weihnachtmann glaubten, fanden große Stiefel am Kamin stehen.

Was drinnen war in den Paketen und Stiefeln? So ganz genau weiß ich das nicht, aber es muss viel Liebe drinnen gewesen sein, denn die Menschen waren auch ohne neuem Handy und toller Playstation zufrieden - und glücklich, mit ihren Lieben Weihnachten feiern zu können.

Ach, ihr wollt noch wissen, wie es möglich war, dass alle Menschen gleichzeitig Weihnachtsbaum und Kekse und Stiefel und Pakete bekamen? Tja, da müsst ihr schon das Christkind oder den Weihnachtsmann fragen. Irgendwie hab´ ich das Christkind "Zusammenarbeit" und den Weihnachtsmann "Teamwork" flüstern gehört, aber vielleicht hab´ ich das alles ja auch nur geträumt …