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Journalistenpreis: Writing for CEE

SPIEGEL-Journalist Takis Würger gewinnt "Writing for CEE 2014"

Reportage über Bewacher einer Lenin-Statue in ukrainischer Provinzstadt ausgezeichnet

Takis Würger, Reporter des deutschen Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" gewinnt den Journalistenpreis "Writing for CEE 2014". Er erhielt die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung am Mittwochabend in Wien für eine Reportage aus Illitschiwsk, einer Provinzstadt im Süden der Ukraine. Anhand des Kampfs um eine Lenin-Statue veranschaulichte Würger die Gespaltenheit des Landes.

v.l.: Bank Austria Finanzvorstand Francesco Giordano, APA-Chefredakteur Michael Lang, ORF-Journalistin Cornelia Vospernik (Jurorin / Laudatorin), Preisträger 2014 Takis Würger ("Der Spiegel"), Schriftsteller Wladimir Kaminer (Gastredner), APA-Außenpolitikchef Edgar Schütz

"Das Große durch das Kleine begreifbar machen." (Laudatorin Cornelia Vospernik)


Würgers Text beginnt mit einem Gerücht: Bewaffnete Männer aus der Westukraine seien auf dem Weg nach Illitschiwsk, um den sieben Meter großen, goldenen Lenin abzureißen, hieß es. Bewohner der Schwarzmeerstadt wie die 21-jährige Kristina versammelten sich daraufhin, um das Denkmal zu bewachen. "Die Wächter von Illitschiwsk" erlebten große Ungewissheit in diesen Tagen Anfang März. Sie stritten um die Zukunft des tiefgespaltenen Landes. Der deutsche Journalist traf radikale ukrainische Nationalisten ebenso wie Sowjetnostalgiker. Die russischsprachige Hauptprotagonistin Kristina ist weder pro-europäisch noch uneingeschränkt pro-russisch. Sie wünscht sich einen Kompromiss zwischen Ost und West: Lenin steht für sie für ein multinationales Miteinander.

Auch der Ehrengast der Preisverleihung Wladimir Kaminer widmete sich der Ukraine. In einer Rede sprach der deutsch-russische Schriftsteller über die Ukraine-Politik Russlands.

Vorurteile und Grenzen überwinden


Der von APA - Austria Presse Agentur und UniCredit Bank Austria jährlich verliehene Journalistenpreis "Writing for CEE" wurde 2014 zum elften Mal vergeben. Der Preis setzt sich das Ziel, die journalistische Auseinandersetzung mit Fragen der europäischen Integration zu fördern. Ausgezeichnet werden Beiträge, die Zentral- und Osteuropa (CEE) zum Thema haben, die dem gegenseitigen Verständnis dienen und Grenzen sowie Vorurteile überwinden. "Einreichungen aus 21 Ländern belegen deutlich, dass dieses Signal im gesamten CEE-Raum und darüber hinaus deutlich gehört wird", betonte APA-Chefredakteur Michael Lang.

Die Preisträgerin bzw. der Preisträger wird von einer Expertenjury ausgewählt, die in unterschiedlichen Konstellationen zusammentritt. Diese umfasste 2014 den Vorjahressieger Sebastien Gobert, den tschechischen Kommunikationsexperten Milan Smid, den slowakischen Publizisten Michael Berko, die Kommunikationsberaterin Ildiko Füredi-Kolarik, die ORF-Journalistin Cornelia Vospernik, die polnischen Journalisten Igor Janke und Pawel Bravo, den früheren Berater des tschechischen Präsidenten Jiri Pehe, die ungarische Radio-Journalistin Julia Varadi, den bulgarischen Publizisten Ivan Bakalov, den Osteuropa-Pressesprecher der UniCredit Bank Austria Tiemon Kiesenhofer sowie die Jurysprecherin Alexandra Demcisin.

Den Gewinnerbeitrag, eine Selektion der eingereichten Texte sowie weitere Informationen zu "Writing for CEE" finden Sie unter

Die Liste der bisherigen "Writing for CEE" Preisträger:

   
2014
Takis Würger, Deutschland
"Die Wächter von Illitschiwsk"
2013 Laurent Geslin und Sébastien Gobert, Frankreich
"Voyage aux marges de Schengen"
2012 Martin Ehl, Tschechische Republik
"No longer so powerless"
2011 Meta Krese, Slovenien
 "Living conditions – At home with the Roma in Dolensjka"
2010 Azra Nuhefendic, Bosnien / Italien
 "The train"
2009 Florian Klenk, Österreich
 "Behind the wire"
2008 Anna Koktsiduo, Griechenland / Deutschland
"Faces of Europe: The new foreigners – Greece and its immigrants"
2007 Martin Leidenfrost, Österreich
"The world behind Vienna – A series on Central Europe"
2006 Sefik Dautbegovic, Bosnien
"My country - which road to Europe"
2005 Diana Ivanova, Bulgarien
"Frau Bulgarin, Ivan Milev and Gustav Klimt"
2004 Lubos Palata, Tschechische Republik
"The seventh stage of powerlessness"

 

Obwohl die Einreichungen einen klaren inhaltlichen Bezug auf Europa haben sollen, gehen die Ursprungsländer der Bewerbungen längst über die Grenzen des Kontinents hinaus. So haben jüngst sogar Journalist/innen und Autor/innen aus den USA, Kanada, Russland und den GUS-Staaten Beiträge an die Jury gesendet.
Der "Writing for CEE" Journalistenpreis ist mit 5.000 Euro dotiert.