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Presseinformation

02.07.2015

UrlaubsEuro Sommer 2015:
„UrlaubsEuro“ ist 2015 in Europa mehr, in Übersee deutlich weniger wert

  • UrlaubsEuro ist in Europa aufgrund höherer österreichischer Inflation mehr wert
  • In Übersee jedoch wegen schwächerem Euro rund 15 Prozent weniger wert
  • Weiterhin Ungarn, Türkei und Kroatien an der Spitze der Topdestinationen
  • UrlaubsEuro in USA ungefähr so viel wie zu Hause wert, in England 10 Prozent weniger
  • Schweiz bleibt mit Abstand teuerste Urlaubsdestination

Der Wert des UrlaubsEuros für Österreicher 2015 zeigt keinen einheitlichen Trend. „Im Durchschnitt ist der UrlaubsEuro im Sommer 2015 gleich viel wert wie vor einem Jahr“, analysiert Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der Bank Austria die aktuellste Berechnung des UrlaubsEuros, ergänzt aber: „Betrachtet man jedoch den UrlaubsEuro bezogen auf Fernreisen, zeigt sich, dass dieser in diesem Bereich derzeit um rund 17 Prozent weniger wert ist.“ Dabei sind heuer bei den beliebtesten Urlaubsdestinationen zwei unterschiedliche Tendenzen feststellbar. Einerseits hat in den Euroländern der UrlaubsEuro im Durchschnitt an Wert im Vergleich zu Österreich gewonnen – eine Folge der höheren Inflation in Österreich. Andererseits hat der UrlaubsEuro in den Ländern, die nicht den Euro haben, für Österreicher an Wert deutlich verloren, da der Euro spürbar abgewertet hat. „Der UrlaubsEuro profitierte in vielen Euroländern von der niedrigeren Inflation als in Österreich, in den Nichteuroländern litt er unter der Abwertung des Euro“, fasst Stefan Bruckbauer die Situation im Sommer 2015 zusammen.

Unter den wichtigsten Urlaubsdestinationen der Österreicher bekommt der österreichische Urlauber derzeit in Ungarn und der Türkei am meisten für seinen UrlaubsEuro. Auch in Kroatien, in Slowenien, Griechenland und Portugal erhält man erkennbar mehr als in Österreich „Wer seinen Urlaub heuer in den USA verbringt, kann mit einem ähnlichen Preisniveau wie in Österreich rechnen, vor einem Jahr war es noch rund ein Fünftel billiger“, so Bruckbauer. In vielen Ländern Ost- und Südosteuropas ist der UrlaubsEuro ebenfalls deutlich mehr wert als in Österreich, allen voran in Bulgarien, Rumänien und Polen und der Vorteil hat sich gegenüber dem letzten Sommer sogar noch einmal leicht erhöht. „In Griechenland ist der UrlaubsEuro heuer rund 20 Prozent mehr wert als in Österreich, erneut ein Zugewinn von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist eine Folge der sinkenden Preise in diesem Land“, so Bruckbauer. Seit Krisenbeginn 2008 hat sich damit der Wert des UrlaubsEuros eines österreichischen Urlaubers in Griechenland um rund fünf Prozent erhöht.

In Übersee spielt die etwas höhere Inflation in Österreich kaum eine Rolle beim Wertvergleich für den UrlaubsEuro, hier ist die Wechselkursentwicklung wichtiger. „Die Abwertung des Euro seit dem Sommer 2014 reduzierte den UrlaubsEuro in Übersee für den Touristen aus Österreich deutlich, heuer bekommt man rund 17 Prozent weniger als noch vor einem Jahr“, so Bruckbauer. Vor allem in Asien, aber auch in Afrika verlor der Wert des UrlaubsEuro deutlich, während sich der schwächere Euro weniger negativ in Süd- und Mittelamerika bemerkbar machte, weil auch diese Währungen an Wert verloren haben. Im Durchschnitt ist der Unterscheid in Ländern wie Brasilien oder der Dominikanischen Republik zum Vorjahr zwar gering, in Mexiko beträgt er jedoch 20 Prozent. Verbringt jemand den Urlaub im Vereinigten Königreich, so wird er heuer feststellen, dass der UrlaubsEuro dort wieder etwas weniger wert ist wie zu Hause, vor einem Jahr war er noch 9 Prozent mehr wert. „Beim Urlaub in London ist der UrlaubsEuro heuer erstmals erkennbar weniger wert als zu Hause in Österreich und rund 12 Prozent weniger als vor einem Jahr“, so Bruckbauer. Dies gilt auch für einen Urlaub in Kanada.

Unverändert teuer ist weiterhin der Urlaub in der Schweiz, wo 100 UrlaubsEuro nun nur mehr 59 Euro wert sind – die Deflation in der Schweiz kann die stark angestiegene Währung nicht ausgleichen. Alternativ zur Schweiz, aber auch zu Österreich, würde der UrlaubsEuro bei einem Urlaub in Deutschland oder in Spanien etwas mehr wert sein, allerdings möglicherweise wenig spürbar und zu wenig, um die längere Anreise auszugleichen. Definitiv weniger für seinen UrlaubsEuro als in Österreich bekommt man weiterhin in Irland und Schweden.

Abschließend weisen die Ökonomen der Bank Austria darauf hin, dass es sich um Durchschnittswerte handelt, einzelne Regionen (wie etwa London als Zentralregion) können davon abweichen. Das Preisniveau bezieht sich auf den Durchschnitt der Güter und Dienstleistungen in den einzelnen Ländern, einzelne Produkte (speziell für Touristen) können davon deutlich abweichen. Daher wurde auch für die Ferndestinationen kein Wert, sondern nur dessen Veränderung angegeben. Zudem ist die Tatsache, dass das Preisniveau in einigen Urlaubsländern so viel günstiger als in Österreich ist, vor allem auf das hohe Einkommensniveau in Österreich zurückzuführen. Würde Österreichs Preisniveau niedriger liegen, wäre auch das Einkommensniveau geringer und Urlaube schwer leistbar.

 Tabellen (PDF; 110 KB)

Rückfragen: Bank Austria Economics and Market Analysis Austria
Stefan Bruckbauer, Tel. +43 (0) 50505 - 41951
E-Mail: stefan.bruckbauer@unicreditgroup.at

Bank Austria Pressestelle Österreich
Matthias Raftl, Tel. +43 (0) 50505 - 52809
E-Mail: matthias.raftl@unicreditgroup.at