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Ökologische Aspekte der Kreditvergabe

Umweltprüfungen als Basis nachhaltiger Kreditvergabe

Umweltaspekte beeinflussen Erträge und Image

Umweltaspekte können Erträge und Vermögenswerte beeinflussen und/oder den Ruf von KundInnen beeinflussen. Sie haben also Auswirkungen auf die Bonität, die Besicherung und das Image. Die Beurteilung der Umweltrisiken sind Teil des Risikomanagements.

Umweltrisikoprüfungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen im Finanzierungsgeschäft sind Beiträge der Bank Austria zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Die Bank Austria hat bereits 1993 die Erklärung des United Nations Environmental Program (UNEP) zu Umwelt und nachhaltiger Entwicklung unterzeichnet. Im Einklang mit dieser Erklärung wurden potenzielle Umweltrisiken in den Katalog der Risikobeurteilungs- und Risikosteuerungskriterien aufgenommen.

Auch das Rating-System für Firmenkundinnen und Firmenkundinnen berücksichtigt Umweltfaktoren als Teil jener qualitativen Faktoren, die über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens Auskunft geben.

Im Rahmen von Basel II berücksichtigt die Bank Austria die Umweltaspekte bei der Bonitätsanalyse von Unternehmen.

Umweltprüfung bei Kreditvergabe

Sowohl bei Neukrediten als auch bei Überwachungen wird eine Umweltprüfung in Bezug auf folgende Kriterien durchgeführt:

Kontaminationen:   heutige und frühere Verwendung des Areals
Produktrisiken:   was wird produziert: verwendete Stoffe, Produktionsprozess, Produktpalette
Produktionsrisiken:   wie (sauber) wird produziert, gibt es ein Umweltmanagementsystem, wie geht man mit dem Störfallrisiko, wie mit der Entsorgung um, welche Sicherheitsmaßnahmen (Arbeitssicherheit) sind getroffen.
Umfeld- und Standortfaktoren:   wo befindet sich das Grundstück, könnten Lärm und/oder Emissionen die Anrainer stören, ist in der Nähe ein Natura 2000 Gebiet, könnten sich Emissionen negativ auf Fauna und Flora dieses Gebiets auswirken, besteht eine Hochwassergefahr etc.

Die Gesetzeskonformität (Legal Compliance), Umwelthaftung, Genehmigungen, Bescheide und eventuelle Auflagen sind Aspekte, die bei der Risikobeurteilung berücksichtigt werden müssen und bei der Bewertung eines Unternehmens eine Rolle spielen.

 Gesetzliche Grundlagen

Projektfinanzierung: Equator Principles

Unter einer Projektfinanzierung versteht man die Finanzierung einer selbständig lebensfähigen wirtschaftlichen Einheit, bei der nicht die Eigenkapital gebenden Unternehmen, sondern allein der Cash-Flow des Projektes den erforderlichen Kapitaldienst aufbringen muss.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Kreditfinanzierung, bei der es im Wesentlichen auf die Bonität und das Geschäftsmodell des finanzierten Unternehmens ankommt, steht bei der Projektfinanzierung die erwartete Rentabilität des zu finanzierenden Projektes selbst im Vordergrund. Um die zufrieden stellende Generierung des Cash-Flows für die Finanzierung sicherzustellen, werden im Rahmen der Prüfung auf Finanzierbarkeit eines Projektes insbesondere auch die Fertigstellungs- und Performancefähigkeit, die Zuliefer- und Abnahmegarantien Dritter etc., durch die Bank beurteilt.

Die Bank Austria bekennt sich zu den Standards der Weltbank, den "Equator Principles", die auf Projektfinanzierung mit einem Investitionsvolumen von mehr als 10 Mio. US $ weltweit angewendet werden sollen.

Equator Principles sind freiwillige Leitlinien, die von den Banken basierend auf den Standards und Leitlinien der Weltbank und der "International Finance Corporation" (IFC) im Hinblick auf Sozial- und Umweltfragen bei der Finanzierung von Entwicklungsprojekten erarbeitet wurden.

Durch die Annahme dieser Prinzipien verpflichten sich die Banken, Projekte mit einem Investitionsvolumen von mehr als 10 Mio. US $ nur dann zu finanzieren, wenn die Träger der Bank gegenüber belegen können, dass sie fähig und willens sind, umfangreiche Verfahren durchzuführen, mit deren Hilfe sichergestellt werden soll, dass diese Projekte auf sozial und ökologisch verantwortliche Weise durchgeführt werden. Um dies sicherzustellen führen die Banken eine umfangreiche Prüfung des Projektes diesbezüglich durch.

 mehr zu den Equator Principles

Exportfinanzierung: Einhaltung der OeCD Common Approaches

Österreichische und ausländische Exporteure können ihre Liefergeschäfte genauso wie die finanzierenden Banken die dazugehörigen Finanzierungen bei der OeKB oder anderen staatlichen Exportkreditversicherungsagenturen ("ECA") versichern lassen, wodurch attraktive Finanzierungslösungen für ihre Exportaktivitäten (Lieferungen, Projektvorhaben, Auslandsinvestitionen) maßgeschneidert werden können.

Bei Exportfinanzierungen mit Absicherung der OeKB oder anderen ECAs werden von diesen zur Deckung beantragte Transaktionen einem Umweltprüfverfahren in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der OECD betreffend die "Common Approaches on Environment and Officially Supported Export Credits" unterzogen.

Die Ergebnisse der ECA-Umweltprüfung sind ein wesentlicher Bestandteil für die Deckung und Kreditvergabe.