UniCredit Bank Austria UniCredit Bank Austria
Allgemeine Anfragen
Kartensperren
UniCredit Bank Austria UniCredit Bank Austria
OnlineBanking | BusinessNet
Vorlesen

Firmenkunden

Umweltschädliches Verhalten: Risikopotenzial für die Wirtschaft

Verändertes Umweltbewusstsein führte zu einer steigenden Anzahl von Umweltgesetzen und Richtlinien sowie ökologisch bedingten Marktveränderungen. Unternehmen, die sich nicht auf die daraus resultierenden Rahmenbedingungen einstellen, haben mit finanziellen Einbußen bis hin zu existenzbedrohenden Belastungen zu rechnen.

Eine detaillierte Umweltplanung ist daher in vielen Fällen ein entscheidender Managementfaktor. Das Umweltrisiko betreffende Fragen müssen im Vorfeld wirtschaftlicher Entscheidungen abgeklärt werden, um die Liquidität gefährdende Folgekosten zu vermeiden.

Unterstützung bei Erkennung von Risken und beim Altlastenmanagement
Das Umweltreferat der Bank Austria unterstützt Sie in folgenden Bereichen:

  • Erkennung der Umweltrisken und Erarbeitung von eventuellen Lösungsansätzen
  • Behördenmanagement im Umweltbereich
  • Analyse von Gutachten
  • Beratung bezüglich der aktuellen Umweltgesetze
  • Beratung bei der Erstellung von Kaufverträgen (um Risken zu vermeiden)
  • Vermittlung von Gutachtern

Auch im Zuge des Altlastenmanagements und bei einer Wiederbelebung oder neuer Nutzung kontaminierter industrieller Brachflächen, genießen Sie mit der Bank Austria Expertise aus erster Hand. Recycling von Brachflächen (Brownfields) bedeutet die nutzungsbezogene Wiedereingliederung vormals industriell/gewerblich genutzter Grundstücke in den Wirtschafskreislauf durch eventuelle Sanierung, vor allem aber durch Klärung der Haftungsverhältnisse, was wiederum einen Ansporn für die Wirtschaft, Umweltschutz und die Verhinderung von Verbrauch zusätzlicher Grünflächen zur Folge hat.

Umweltprüfungen als Basis nachhaltiger Kreditvergabe

Umweltaspekte können Erträge und Vermögenswerte beeinflussen und/oder den Ruf von KundInnen beeinflussen. Sie haben also Auswirkungen auf die Bonität, die Besicherung und das Image. Die Beurteilung der Umweltrisiken sind Teil des Risikomanagements.

Umweltrisikoprüfungen im Finanzierungsgeschäft sind Beiträge der Bank Austria zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Die Bank Austria hat bereits 1993 die Erklärung des United Nations Environmental Program (UNEP) zu Umwelt und nachhaltiger Entwicklung unterzeichnet. Im Einklang mit dieser Erklärung werden potenzielle Umweltrisiken mit Hilfe von aktualisierten Branchenchecklisten identifiziert.

Auch das Rating-System für Firmenkundinnen und Firmenkunden berücksichtigt Umweltfaktoren als Teil jener qualitativen Faktoren, die über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens Auskunft geben wodurch auch die Kriterien von Basel II erfüllt werden.

Umweltprüfung bei Kreditvergabe
Sowohl bei Neukrediten als auch bei Überwachungen wird eine Umweltprüfung in Bezug auf folgende Kriterien durchgeführt:

  • Kontaminationen: heutige und frühere Verwendung des Areals
  • Produktrisiken: was wird produziert: verwendete Stoffe, Produktionsprozess, Produktpalette
  • Produktionsrisiken: wie (sauber) wird produziert, gibt es ein Umweltmanagementsystem, wie geht man mit dem Störfallrisiko, wie mit der Entsorgung um, welche Sicherheitsmaßnahmen (Arbeitssicherheit) sind getroffen.
  • Umfeld- und Standortfaktoren: wo befindet sich das Grundstück, könnten Lärm und/oder Emissionen die Anrainer stören, ist in der Nähe ein Natura 2000 Gebiet, könnten sich Emissionen negativ auf Fauna und Flora dieses Gebiets auswirken, besteht eine Hochwassergefahr etc.

Die Gesetzeskonformität (Legal Compliance), Umwelthaftung, Genehmigungen, Bescheide und eventuelle Auflagen sind Aspekte, die bei der Risikobeurteilung berücksichtigt werden müssen und bei der Bewertung eines Unternehmens eine Rolle spielen.

Gesetzliche Grundlagen

Nationale und EU-weite Gesetze und Verordnungen
Die gesetzlichen Grundlagen sind im Geweberecht, im Wasserrecht, im Luftreinhalterecht und im Abfallwirtschaftsrecht geregelt. So ist es wichtig zu wissen, dass eine Tischlerei zum Beispiel von der VOC-Anlagenverordnung, eine Gerberei zum Beispiel von der IPPC Anlage-Verordnung und eine Fleischerei zum Beispiel von der branchenspezifischen Abwasseremissions-Verordnung betroffen sein kann.

Diese Gesetze betreffen unsere Kundinnen und Kunden in den verschiedensten Branchen, beispielsweise:

  • die Gewerbeordnung, die UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) - Richtlinie,
  • REACH (Registrierung, Bewertung und Zulassung von Chemikalien - Registration, Evaluation, Authorisation of Chemicals),
  • Emissionshandelsgesetz,
  • Umwelthaftungsrichtlinie,
  • die EU-Richtlinie WEEE (Waste from Electrical and Electronic Equipment) über Elektro- und Elektronik-Altgeräte (EAG),
  • die EU-Richtlinie RoHS (Restriction of Hazardous Substances) zur Beschränkung der Verwendung bestimmter gefährlicher Stoffe in Elektro- und Elektronikgeräten,
  • die VOC Anlagen Verordnung (regelt Grenzwerte für diffuse Emissionen flüchtiger organischer Verbindungen in die Luft, den Boden oder das Wasser),
  • das Gentechnikgesetz und
  • das Emissionshandelsgesetz.

Projektfinanzierung: Equator Principles

Unter einer Projektfinanzierung versteht man die Finanzierung einer selbständig lebensfähigen wirtschaftlichen Einheit, bei der nicht die Eigenkapital gebenden Unternehmen, sondern allein der Cash-Flow des Projektes den erforderlichen Kapitaldienst aufbringen muss.

Im Gegensatz zur herkömmlichen Kreditfinanzierung, bei der es im Wesentlichen auf die Bonität und das Geschäftsmodell des finanzierten Unternehmens ankommt, steht bei der Projektfinanzierung die erwartete Rentabilität des zu finanzierenden Projektes selbst im Vordergrund. Um die zufrieden stellende Generierung des Cash-Flows für die Finanzierung sicherzustellen, werden im Rahmen der Prüfung auf Finanzierbarkeit eines Projektes insbesondere auch die Fertigstellungs- und Performancefähigkeit, die Zuliefer- und Abnahmegarantien Dritter etc., durch die Bank beurteilt.

Die Bank Austria bekennt sich zu den Standards der Weltbank, den "Equator Principles", die auf Projektfinanzierung mit einem Investitionsvolumen von mehr als 10 Mio. US $ weltweit angewendet werden sollen.

Equator Principles sind freiwillige Leitlinien, die von den Banken basierend auf den Standards und Leitlinien der Weltbank und der "International Finance Corporation" (IFC) im Hinblick auf Sozial- und Umweltfragen bei der Finanzierung von Entwicklungsprojekten erarbeitet wurden.

Durch die Annahme dieser Prinzipien setzen sich die Banken ein, Projekte mit einem Investitionsvolumen von mehr als 10 Mio. US $ nur dann zu finanzieren, wenn die Träger der Bank gegenüber belegen können, dass sie fähig und willens sind, umfangreiche Verfahren durchzuführen, mit deren Hilfe sichergestellt werden soll, dass diese Projekte auf sozial und ökologisch verantwortliche Weise durchgeführt werden. Um dies sicherzustellen führen die Banken eine umfangreiche Prüfung des Projektes diesbezüglich durch.

Exportfinanzierung: Einhaltung der OeCD Common Approaches

Österreichische und ausländische Exporteure können ihre Liefergeschäfte genauso wie die finanzierenden Banken die dazugehörigen Finanzierungen bei der OeKB oder anderen staatlichen Exportkreditversicherungsagenturen ("ECA") versichern lassen, wodurch attraktive Finanzierungslösungen für ihre Exportaktivitäten (Lieferungen, Projektvorhaben, Auslandsinvestitionen) maßgeschneidert werden können.

Bei Exportfinanzierungen mit Absicherung der OeKB oder anderen ECAs werden von diesen zur Deckung beantragte Transaktionen einem Umweltprüfverfahren in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der OECD betreffend die "Common Approaches on Environment and Officially Supported Export Credits" unterzogen.

Die Ergebnisse der ECA-Umweltprüfung sind ein wesentlicher Bestandteil für die Deckung und Kreditvergabe.