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Raus aus den Schulden

Alarmzeichen erkennen und Schuldenfallen vermeiden

Schuldenberge wachsen nicht übernacht und wer Schuldenfallen kennt, kann sie leichter vermeiden. Alexander Maly, Geschäftsführer der Schuldnerberatung Wien über erste Alarmzeichen und Hilfe bei Schulden.

 

Wie erkenne ich, dass ich gefährdet bin, in die Schuldenfall abzurutschen? Was sind typische Alarmzeichen?

Alexander Maly: Alarmzeichen 1: Das eigene Girokonto ist stets im Minus und nicht nur, wenn "Bedarfsspitzen" abgedeckt werden.

Alarmzeichen 2: Um das Girokonto wieder handlungsfähig zu machen, muss ein Kredit aufgenommen werden. Oder wenn vorhandene Kredite auf neue Kredite "umgeschuldet" werden müssen, um eine geringere Rate zu erhalten. Der Preis für die geringere Rate ist eine deutlich längere Laufzeit.

Alarmzeichen 3: Nach Bezahlung aller monatlichen Schuldenverpflichtungen ist zu wenig Geld für die Miete da und es kommt zu Mietrückständen. Das bedeutet: höchste Alarmstufe!

 Wer hilft mir, wenn ich Schulden habe oder gefährdet bin? Wohin kann ich mich wenden?

Maly: Wenn der "gesunde Hausverstand" für das Schuldenmanagement nicht mehr genügt, dann ist der Besuch einer "Staatlich anerkannten Schuldenberatung" dringend zu empfehlen.

Diese arbeiten kostenlos, sind über ganz Österreich verteilt und begleiten im Extremfall bis zum Privatkonkurs. Alle Adressen der staatlich anerkannten Schuldenberatungen findet man unter  www.schuldenberatung.at.

Wie vermeide ich Schuldenfallen? Wo bin ich gefährdet?

Maly: Die klassische Schuldenfalle für junge Erwachsene sind Handyverträge, bei denen ein durchaus teures Smartphone um sehr wenig Geld, oder gar um Null Euro angeboten wird. Diese Verträge laufen meist zwei Jahre lang und weisen eine Monatsbelastung von bis zu 60,- Euro auf. Wenn einige Monatsraten nicht gezahlt werden, dann wird der gesamte Betrag aus zwei Jahren Vertragsdauer auf einmal "fällig".

Vorsicht außerdem bei Teilzahlungsangeboten von Elektro-, Computer und Hifi-Märkten: auch wenn mit niedrigen Monatsraten geworben wird, können mehrere solcher Ratenvereinbarungen das Haushaltsbudget zum Kippen bringen.

Bei Erwachsenen passiert es sehr unmerklich, dass für reinen "Konsum" über einen längeren Zeitraum mehr Geld ausgegeben, als eingenommen (verdient) wird. Durch Umschuldungen kann so eine Fehlentwicklung relativ lange unentdeckt bleiben. Erst wenn niemand mehr bereit ist, Umschuldungen durchzuführen, gibt es ein böses Erwachen: der Schuldenberg ist bereits extrem hoch, gleichzeitig gibt es aber auch keine "Werte", die verkauft werden könnten, um mit dem Erlös den Schuldenberg zu senken.