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Zinsentwicklung

Orientierung an der Europäischen Zentralbank

Vielen Sparen sind die hohen Zinsen, die sie im Herbst 2008 erhielten, noch in bester Erinnerung. Dementsprechend lautet eine häufig gestellte Kundenfrage: "Warum sind die Zinsen so niedrig?"

Banken legen die Zinsen für Sparprodukte bzw. Kredite natürlich nicht nach Lust und Laune fest. Die Höhe der Zinsen orientiert sich an den von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegten Leitzinsen.

Was sind "Leitzinsen"?

Unter "Leitzinsen" versteht man die von Zentralbanken festgelegten Zinssätze zu denen sich Geschäftsbanken Geld bei der Zentralbank ausleihen können. Diese Zinssätze dienen zur Steuerung der Zinsen am gesamten Geldmarkt und beeinflussen damit die Kundenzinssätze der Banken sowohl bei Krediten als auch bei Einlagen.

Noch Anfang Oktober 2008 lag der wichtigste Leitzinssatz in der Eurozone, der sogenannte "Reposatz" (Zinssatz der Hauptrefinanzierungsgeschäfte) bei hohen 4,25 Prozent. Im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise hat die EZB die Leitzinsen Schritt für Schritt gesenkt. Derzeit (August 2009) beträgt der Leitzinssatz nur noch historisch niedrige 1,00 Prozent.

Dementsprechend stark gesunken sind seit Herbst 2008 auch die Sparzinsen und die Kreditzinsen. "Des Sparers Leid – des Häuslbauers Freud", so könnte man die aktuelle Entwicklung zusammenfassen.

Wovon hängt die Höhe der Leitzinsen ab?

Das Hauptziel der EZB ist es, das Preisniveau und damit den Wert des Euro stabil zu halten. Ist dies gewährleistet und die Wirtschaft wächst unter ihrem Potential, so versucht sie das Wirtschaftswachstum anzukurbeln.

Wichtige Zielgrößen sind dabei die Inflation (Geldentwertung) und das Wirtschaftswachstum. Die EZB kann die Inflation und das Wirtschaftswachstum dadurch beeinflussen, dass sie den "Preis" für verliehenes Geld erhöht oder senkt, also die Leitzinsen verändert.

Vereinfacht gesprochen senkt die EZB die Leitzinsen, wenn es eine Wirtschaftsflaute und relativ niedrige Inflation gibt. Sie wird die Leitzinsen aber wieder anheben, sobald die Wirtschaft erneut in Fahrt gekommen ist und die Inflationsgefahr steigt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) und ihre Aufgaben

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Zentralbank der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Sie hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Zusammen mit der Oesterreichischen Nationalbank und den nationalen Notenbanken der anderen 26 EU-Mitgliedstaaten bildet die EZB das "Europäische System der Zentralbanken".

Das "Eurosystem" wiederum bilden die EZB und die 16 Zentralbanken jener Staaten, die derzeit den Euro als offizielle Währung eingeführt haben. Dies sind: Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern. Diese Länder bilden gemeinsam die sogenannte "Eurozone".

Die EZB wacht unter anderem über die Ausgabe der Euro-Banknoten. Eine wichtige Aufgabe der EZB ist die Festlegung der Leitzinsen in der Eurozone.