CEE Quarterly, 01/2012 — englische Version (PDF; 1,9 MB)
CEE Quarterly 01/2012
CEE: Vorstoß in unbekanntes Terrain
Die meisten Industriestaaten durchlaufen derzeit einen mehrjährigen Anpassungsprozess. Dementsprechend beginnt das Jahr 2012 mit einem niedrigeren Wachstum, während die Abwärtsspirale der Konjunktur, die auf den Schuldenabbau der Banken und die Sparpolitik der Länder zurückzuführen ist, durch eine lockerere Geldpolitik aufgefangen wird. Auch wenn die Eurozone im Mittelpunkt des Geschehens bleibt, blicken die Marktteilnehmer auch auf die USA, die weiterhin mit ihrem Schuldenproblem zu kämpfen hat. Bei Redaktionsschluss war die Eurozone mit der Ausarbeitung einiger Initiativen beschäftigt, um auf eine Fiskalunion hinzuarbeiten und „Firewalls“ zu errichten. 2012 dürfte für die EWU mit Sicherheit ein konstruktiveres Jahr werden. Doch die angespannte Marktlage wird sich voraussichtlich nur schrittweise beruhigen.
CEE 2012: Voraussichtlich wieder ein Jahr der zwei Hälften
Zumindest Anfang 2012 wird die CEE-Region mit besonderen Herausforderungen konfrontiert sein. Das größte Fragezeichen ist dabei die EWU – und das in mehrfacher Hinsicht. Ein schwächeres Wachstum in der EWU impliziert eine geringere Auslandsnachfrage nach CEE-Exporten. So wie die Marktverwerfungen in der EU zu einem signifikanten Rückgang der weltweiten Risikobereitschaft geführt und die Kapitalflüsse in die Schwellenländer gebremst haben, verzeichnete auch die CEE-Region in den letzten Quartalen einen erheblichen Rückgang der Mittelzuflüsse aus ihrer Hauptquelle. Letztendlich steht dem EWU-Bankensektor ein umfassender Entschuldungsprozess bevor, der zu Kapitalabflüssen aus der CEE-Region und einer erneuten Abkühlung führen könnte.
|