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Strategie & Märkte

Die Entwicklung der nationalen und internationalen Kapitalmärkte wird von den Expertinnen und Experten des Bank Austria Private Banking laufend beobachtet und analysiert. Daraus resultiert die jeweils aktuelle Marktmeinung. Diese ist Grundlage für die Anlagestrategie des Bank Austria Private Banking und unsere individuelle Vermögensberatung.

Anleihen

Renditen von Anleihen der Kernländer tendierten in den letzten Wochen seitwärts. Weiterhin beherrscht die Diskussion über eine Leitzinserhöhung in den USA das Geschehen an den Rentenmärkten, woran sich bis zur US Notenbanksitzung am 21. September auch nichts ändern dürfte.

Auf kurze Sicht bilden die weitere Entwicklung in Großbritannien sowie die US-Präsidentenwahl noch Unsicherheitsfaktoren. In Folge sollten diese jedoch in den Hintergrund treten, und ein sich moderat fortsetzendes Wirtschaftswachstum in den USA sowie der Eurozone das Renditeniveau von Anleihen der Kernländer auf mittlere Frist leicht ansteigen lassen. Eine Zinserhöhung in den USA gegen Jahresende sollte diese Entwicklung untermauern. Daher halten wir an unserer Untergewichtung von Renten fest. Bei Unternehmensanleihen gehen wir selektiv vor, da wir das aktuelle Kursniveau nur noch bedingt für attraktiv erachten. Äußerste Vorsicht lassen wir hingegen bei Hochzinsanleihen walten. Dort stellt die Liquiditätssituation ein mögliches Problemfeld dar. Schwellenländeranleihen weisen bei hoher Rendite eine verhältnismäßig gute Bonität auf, und bleiben vorerst übergewichtet.

Aktien

An den internationalen Aktienmärkten machte sich die Urlaubssaison in Form von dünnen Handelsumsätzen bemerkbar. Ungeachtet dessen verzeichnete ein Großteil der Börsen Kurszuwächse, auch wenn diese oftmals in sehr vorsichtigen Schritten vollzogen wurden. Marktteilnehmer zeigten sich angesichts der Aussagen von Vertretern der US-Notenbank über den Fortgang des US-Zinsanhebungszyklus zum Teil abwartend.

Zwar können die weiter bestehenden politischen Risiken (wie z.B. Brexit-Fortgang, US-Präsidentenwahl) jederzeit als Auslöser etwaiger Störfeuer dienen, ungeachtet dessen sollten sich jedoch die positiven Argumente für Aktien (anhaltendes Konjunkturwachstum, positiver Gewinntrend, attraktive Dividendenrendite, Unterstützung durch globale Notenbanken) langfristig durchsetzen können. Folglich sehen wir uns in Bezug auf unsere Vermögensallokation weiter gut positioniert und gewichten Aktien gegenüber Anleihen über. Unsere favorisierten Regionen sind Europa, Japan und die Schwellenländer. Die Auswirkungen des Brexit auf die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sollten sich in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Zudem sollte die Binnennachfrage für positive Impulse sorgen. Japanische Aktien standen seit Jahresbeginn unter Druck. Wir sind jedoch der Ansicht, dass sich langfristig deren Attraktivität durchsetzen kann, da die Bewertung vor allem relativ zu anderen Aktienmärkten günstig erscheint. Darüber hinaus sollte das jüngst verabschiedete Konjunkturpaket Unterstützung bieten. In den Schwellenländern sorgt seit Jahresbeginn eine Stimmungsaufhellung, gekoppelt mit attraktiven Bewertungen, für Auftrieb. Zudem traten zuletzt einige Belastungsfaktoren, wie eine baldige US-Zinserhöhung, in den Hintergrund. Die USA haben wir, aufgrund der Kombination aus hoher Bewertung, rückläufigem Gewinnwachstum sowie Unsicherheit im Zuge der bevorstehenden US-Wahlen, untergewichtet.

Alternative Veranlagungen

Die Anlageklasse der Absolute-/Total-Return-Produkte sowie jene der Rohstoffe nutzen wir weiterhin zur Steigerung der Diversifikation und zur Optimierung des Risiko-/Ertrags-Verhältnisses.

Datum: 08. September 2016.

Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Anleihen der europäischen Kernländer zeigten sich gegenüber den etwas höheren US-Zinsanhebungserwartungen unbeeindruckt, und tendierten im August lediglich seitwärts. Obwohl sich die Wirtschaft der Eurozone auch nach dem Brexit-Votum bisher gut behaupten konnte, und die negativen Implikationen vorerst nicht im befürchteten Ausmaß eingetreten sind, entwickeln sich die Inflationsindikatoren und –erwartungen für den Währungsraum noch nicht in den gewünschten Bahnen. Im August lag die Inflationsrate bei 0,2%, damit unverändert gegenüber dem Vormonat und weiterhin deutlich von dem von der EZB definierten Zielwert von knapp unter 2% entfernt. Europäische Unternehmensanleihen mit Top-Bonitäten tendieren im August mit einem Plus von 0,07% (alle Angaben inkl. anteiliger Zinsen) seitwärts, wohingegen diese seit Jahresbeginn eine Performance von 5,92% aufweisen. Ihre amerikanischen Pendants verzeichnen auf Monatssicht einen Zugewinn von 0,20%, seit Jahresanfang stehen plus 9,47% zu Buche. Das risikoreichere Segment der Hochzinsanleihen legte im August um 1,89% zu, und avancierte seit Jahresbeginn 13,61%. Schwellenländeranleihen stehen in der Gunst der Anleger in diesem Jahr ganz oben. Als Antriebsfeder diente dabei der Umstand, dass die Weltwirtschaft zwar wächst, allerdings läuft der Konjunkturmotor zu untertourig, als dass dies die Inflation antreiben würde und die Zinsen großflächig angehoben werden müssten.

Aktien

Die US-Börsen kletterten Mitte August noch auf ein Rekordhoch, anschließend ging ihnen angesichts durchwachsener Signale über den Zustand der US-Wirtschaft etwas die Luft aus. Der US-Leitindex S&P 500 handelte dabei im Monatsverlauf in der engsten Kursspanne seit Bestehen des Börsenbarometers, nachdem Marktteilnehmer nach Möglichkeiten suchten, Einblicke in die Pläne der Fed über den Zeitpunkt einer Leitzinserhöhung zu bekommen. Aufgrund des saisonal dünnen Handelsvolumens zeigten sich auch die europäischen Börsen im August antriebslos und oszillierten seitwärts. Einzig der Sektor der Finanzdienstleister zeigte sich gefragt und kann auf die beste Monatsperformance seit Februar 2015 zurückblicken, nachdem besser als erwartete Ergebnisse in der abgelaufenen Berichtssaison für Auftrieb sorgten. Die Schwellenländerbörsen stellen mit einem Kurszuwachs von rund 10% im heurigen Jahr andere Anlageregionen in den Schatten. Als eine der Antriebsfedern dienten hierfür die weltweiten Notenbanken, die weiterhin eine äußerst expansive Geldpolitik betreiben. Ferner verlieh die Erholung der Rohstoffpreise, die im Februar dieses Jahres eingesetzt hat, den Schwellenländern Auftrieb. Geholfen hat sicher auch, dass die Dollarstärke etwas an Dynamik verloren hat, und die Schwellenländer Verbesserungen bei Fundamentaldaten, wie z.B. Wirtschaftswachstum und Schuldenabbau, aufweisen.

Währungen und Rohstoffe

Rohstoffe stehen in diesem Jahr wieder in der Gunst der Anleger, auch wenn unter den einzelnen Sektoren zu differenzieren ist. Nachdem der Preis für Rohöl im Juli neuerlich auf rund USD 40 je Fass einknickte, setzte Anfang August einen Trendumkehr ein, woraufhin die Ölpreisnotierungen um rund 16% anstiegen, und damit ihre Verluste wieder wettmachen konnten. Die Preise von Gold und Silber profitierten in den vergangenen Monaten vom Tiefzinsumfeld und der politischen Unsicherheit in Europa. Viele Anleger suchten in den Edelmetallen einen sicheren Hafen. Auf Monatssicht verzeichnete Gold im August jedoch den ersten Preisrückgang seit Mai, nachdem Äußerungen der Fed Vorsitzenden Janet Yellen Erwartungen an eine Zinserhöhung noch in diesem Jahr beflügelten.

Der US-Dollar zeigte in den ersten Wochen des Monats August gegenüber dem Euro Schwächetendenzen. Diesen wurde schließlich Einhalt geboten, nachdem Fed-Chefin Janet Yellen auf dem Notenbanktreffen in Jackson Hole die Tür für eine weitere Zinserhöhung in diesem Jahr offen gehalten hatte. Der japanische Yen legte gegenüber dem Euro seit Jahresbeginn um knapp 12% und damit deutlich an Stärke zu. Der Yen profitierte dabei in Phasen erhöhter Unsicherheit von seinem Status als sicherer Hafen. Vor allem nach dem Brexit-Votum war der Yen gesucht. Seine Stärke belastet jedoch die exportgetriebene Wirtschaft Japans. Dem versuchte die Bank of Japan kürzlich entgegenzuwirken, indem sie neuerlich die Bereitschaft bekundete, ihre Geldpolitik weiter zu lockern. Zuletzt schwächte sich der Schweizer Franken gegenüber dem Euro etwas ab. Damit zeigt die eidgenössische Währung zwar die von der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gewünschten Abwertungstendenzen, allerdings konnte diese Entwicklung zum Teil nur unter Zuhilfenahme von Devisenmarktinterventionen, vor allem nach dem Brexit-Referendum, erreicht werden.

Datum: 08. September 2016.