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Strategie & Märkte

Die Entwicklung der nationalen und internationalen Kapitalmärkte wird von den Expertinnen und Experten des Bank Austria Private Banking laufend beobachtet und analysiert. Daraus resultiert die jeweils aktuelle Marktmeinung. Diese ist Grundlage für die Anlagestrategie des Bank Austria Private Banking und unsere individuelle Vermögensberatung.

Anleihen

Renditen von Anleihen der Kernländer verzeichneten in Folge der US-Präsidentenwahlen deutliche Anstiege. Marktteilnehmer leiten von Trumps Vorhaben, mit Hilfe umfangreicher Infrastrukturmaßnahmen die US-Wirtschaft anzukurbeln, ein stärkeres Anziehen der US-Inflation ab. Dies ließ zuletzt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed im Dezember die Leitzinsen erhöht, nochmals ansteigen. Allerdings waren aufgrund von anziehenden Inflationsraten in westlichen Industrienationen bereits vor der US-Wahl ansteigende Renditen bei Anleihen der Kernländer zu beobachten. Zudem spricht der Basiseffekt im Zuge der Ölpreisstabilisierung für ein weiteres Anziehen der Verbraucherpreise. In Folge sollte das Renditeniveau von Anleihen der Kernländer weiter schrittweise nach oben tendieren. Renten in Summe bzw. EUR-Staatsanleihen gewichten wir daher weiterhin unter. Bei Unternehmensanleihen gehen wir selektiv vor, da wir das aktuelle Kursniveau nur noch bedingt für attraktiv erachten. Äußerste Vorsicht lassen wir jedoch bei Hochzinsanleihen walten. Dort stellt die Liquiditätssituation ein mögliches Problemfeld dar. Hingegen bieten globale inflationsindexierte Staatsanleihen im Zuge langsam anziehender Verbraucherpreise Opportunitäten. Auch Schwellenländeranleihen weisen langfristig Potenzial auf und bleiben vorerst übergewichtet.

Aktien

Die globalen Aktienmärkte zeigten sich in Bezug auf das Ergebnis der US-Präsidentenwahl schockiert. Innerhalb kürzester Zeit vollzogen diese jedoch einen Stimmungswechsel, der die Börsen, in Aussicht auf Wachstumsimpulse für die US-Wirtschaft, in weiterer Folge zumeist auf höhere Niveaus klettern ließ als vor der Wahl. Eine Ausnahme stellen jedoch Schwellenländer dar, die Kursabschläge zu verzeichnen hatten.

Da die Auswirkungen von Donald Trumps Präsidentschaft zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht umfassend eingeschätzt werden können und sich die Aktienmärkte in den ersten Tagen nach der Wahl positiv entwickelt haben, halten wir vorerst an unserer aktuellen Positionierung in der Vermögensverwaltung, die durch Übergewichtung von Aktien und Untergewichtung von Anleihen gekennzeichnet ist, fest. Wir beobachten die weiteren Ereignisse jedoch mit größter Sorgfalt, und stehen im Bedarfsfall bereit, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Unsere favorisierten Regionen bleiben weiterhin Europa, Japan und die Schwellenländer. Die Auswirkungen des Brexit auf die Konjunkturentwicklung in der Eurozone sollten sich in einem überschaubaren Rahmen bewegen. Zudem besteht die Aussicht auf eine Verbesserung der Ertragslage bei europäischen Konzernen, was frische Impulse liefern könnte. Japanische Aktien standen seit Jahresbeginn unter Druck. Wir sind jedoch der Ansicht, dass sich langfristig deren Attraktivität durchsetzen kann, da die Bewertung vor allem relativ zu anderen Aktienregionen günstig erscheint. Darüber hinaus sollte das Konjunkturprogramm Unterstützung bieten. Wir bleiben bei unserer positiven Haltung zu den Schwellenbörsen, Selektivität ist aber gefragt, und auch die Erholung der Rohstoffmärkte sollte Unterstützung bieten. Die USA haben wir, aufgrund der hohen Bewertung, untergewichtet.

Alternative Veranlagungen

Die Anlageklasse der Absolute-/Total-Return-Produkte sowie jene der Rohstoffe nutzen wir weiterhin zur Steigerung der Diversifikation und zur Optimierung des Risiko-/Ertrags-Verhältnisses.

Datum: 15. November 2016.

Lesen Sie unsere Analyse des aktuellen Geschehens auf den Finanzmärkten.

Anleihen

Seit der Wahl Donald Trumps zum neuen US-Präsidenten verzeichneten Staatsanleihen der Kernländer deutliche Kursverluste, im Gegenzug stiegen deren Renditen auf das höchste Niveau seit Jänner. Die Rentenmärkte reagieren dabei auf die Ankündigungen von Trump, umfangreiche Infrastrukturmaßnahmen durchführen zu wollen, was der US-Konjunktur mehr Auftrieb verleihen könnte. Aber auch sein Plan, Freihandelsabkommen eingrenzen zu wollen, könnte höhere Preise bei Importgütern zur Folge haben. In beiden Fällen wäre künftig mit einer höheren Inflation zu rechnen. In einer vom Wall Street Journal monatlich durchgeführten Umfrage erwarten Ökonomen im kommenden Jahr ein US-Wirtschaftswachstum von 2,2 %, nach 1,5 % heuer, sowie ein Anziehen der US-Inflation auf 2,2 %. Vor diesem Hintergrund zeigen sich Marktteilnehmer beunruhigt, die nun einen strafferen Zinsanhebungszyklus in den USA befürchten. Einer US-Zinserhöhung im Dezember wird bereits eine Wahrscheinlichkeit von über 92 % beigemessen.

Aktien

Auf Donald Trumps unerwarteten Sieg folgte die nächste Überraschung, nämlich die Reaktion der Aktienmärkte. Am Tag nach den US-Wahlen brachen der S&P 500 Futures zunächst um 5 % ein, und die europäischen Aktien eröffneten mit Abschlägen im unteren einstelligen Bereich. Im Tagesverlauf erholten sich die Aktienmärkte jedoch kräftig und beendeten den Tag im Plus. Diese heftigen Ausschläge lassen sich insofern erklären, als Trump in seiner ersten Rede als designierter Präsident einen versöhnlichen Ton anschlug, sowie mit Erwartungen, dass die geplanten Steuersenkungen, Infrastrukturinvestitionen und Deregulierungsüberlegungen die US-Konjunktur – zumindest kurzfristig – und die Inflation ankurbeln könnten.

Dennoch macht es die derzeit noch mangelnde Visibilität der neuen US-Wirtschaftspolitik gefährlich, die Dynamik der letzten Wochen zu extrapolieren. Die Investoren werden in den Nachrichten aufmerksam nach Orientierungshilfen suchen. Wen nimmt Trump in sein Kabinett auf, und für welche Politik stehen diese Personen? Welche politischen Prioritäten setzt Trump zu Beginn seiner Präsidentschaft? In dieser Hinsicht ist wichtig, auf welche Aspekte des Programms sich der Markt in der ersten Zeit nach der Wahl konzentriert (Impulse für 2017 oder spätere Wachstumsrisiken?).

Zwar stehen nach den anfänglichen Turbulenzen die Ampeln an den Aktienmärkten vorwiegend auf grün, wenn auch die Kurstendenz nicht so eindeutig ist wie am Anleihenmarkt. Zudem gibt es Regionen, die zuletzt etwas unter Druck gerieten. Die Märkte der Schwellenländer leiden unter der Aussicht auf steigende US-Renditen und mögliche handelshemmende Tendenzen.

Währungen und Rohstoffe

Zuletzt wurde der Rohölpreis nach unten gedrückt, nachdem der im Nachgang zur US-Wahl erstarkte US-Dollar Druck auf den Ölpreis ausübt. Weiters mehrten sich Zweifel an einem endgültigen Zustandekommen der koordinierten Drosselung der Fördermenge. Entsprechende Bedeutung wird somit dem OPEC-Treffen am 30. November zu teil.

In Folge der Wahl von Donald Trump als US-Präsident machte der Goldpreis einen Satz nach oben. Doch wenig später verpuffte der Effekt. Zum einen zeigten sich die Märkte nur kurz verunsichert. Zum anderen stiegen Renditen der Kernländer und damit auch die Opportunitätskosten für Anleger an. Zudem belastet der US-Dollar, der zuletzt an Stärke zulegen konnte. Gold könnte aber interessant bleiben: Wenn die US-Inflation stärker als die nominellen Zinsen anziehen und damit zu niedrigeren realen Zinsen führen würde.

Datum: 21. November 2016