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Ostern 2016

Fasten- und Passionskrippen

Wer an "Krippe" denkt, denkt automatisch an Weihnachten, an Ochs und Esel und das Kind im Stall. Doch die Gläubigen früherer Zeit wollten auch die Ereignisse der Karwoche vor Augen haben - viele konnten ja nicht lesen. So entstanden Darstellungen vom Gebet am Ölberg bis zur Auferstehung.

Ebenso wie die Weihnachtskrippe geht die Entstehung der Fastenkrippe in die Zeit des frühen Mittelalters zurück. Besonders gefördert wurde sie von den Jesuiten in der Zeit der Gegenreformation. Die Idee von der Darstellung des Heiligen Grabes dürfte wohl von den Teilnehmern der Kreuzzüge stammen. Zuerst standen die Fastenkrippen nur in den Kirchen und Klöstern, ab dem späten 18. Jahrhundert dann auch in Privathäusern.

Fastenkrippen stellen szenisch die Passion Christi dar und stehen vor allem eng mit dem geistlichen Schauspiel der Barockzeit in Verbindung. Beginnend mit dem Einzug in Jerusalem am Palmsonntag werden die einzelnen Geschehen gereiht, bis zur Kreuzigung, manchmal auch bis zur Auferstehung.

Große Fastenkrippen sind meist aus Holz geschnitzt oder ausgesägt. Zur Aufstellung in den privaten Häusern wurden häufig Papierkrippen geschaffen. Sie wurden von bekannten Künstlern gezeichnet oder gemalt, dann in großer Auflage als Ausschneidebögen verlegt.

Tirol

Fastenkrippe Götzens

Anders als ihre weihnachtlichen Pendants feiern die Fastenkrippen ein weit blutigeres, brutaleres und damit auch ergreifenderes Geschehen: die Passion Christi. So ausufernd die Ereignisse rund um die Passion waren, so ausufernd sind die Szenen und Bildgestalten, mit denen diese Geschichte erzählt wird. Über 250 Figuren aus bemaltem Papier, ca. 16-18 cm hoch, braucht die Krippe in Götzens dazu. Aus der Hand Georg Hallers (1772-1838) stammend, haben sie ihren Auftritt in einem historisch gut eingefühlten Krippenberg (Franz Eigentler um 1912) und Hintergrund (Franz Pernlochner um 1913).

Fünfundreißig Einzelszenen werden hier dramatisch zur bewegenden Aufführung gebracht. Die Götzner Fastenkrippe ist von Aschermittwoch bis Ostern in der Pfarrkirche zu sehen.

Oberösterreich

Schwanenstadt: Das "Werkl" am Philippsberg

Die Philippsbergkirche bei Schwanenstadt beherbergt eine volkskundliche Rarität: Über einem mit bunten Glaskugeln geschmückten Hl. Grab wird eine bewegliche Fastenkrippe, das "Werkl", aufgestellt. Auf einer Drehbühne ziehen in zwei Ebenen etwa 20 cm große, im Stile des späten Bauernbarock geschnitzte und bemalte Figuren am Betrachter vorbei. Sie zeigen die Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes.

Die Fastenkrippe ist nur am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag in der Zeit von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen.