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Kunst & Geld

Tipps für den Umgang mit einem besonderen Markt

Der Kunstmarkt ist kein Markt wie jeder andere: Auch wenn hohe Geldbeträge bewegt werden, agieren doch viele Marktteilnehmer nicht nach ökonomischen Kriterien. Wer Kunst auch (oder ausschließlich) aus Veranlagungsgründen kauft, kann sich aber zumindest an einigen Regeln im Umgang mit diesem eigenwilligen Markt orientieren:

  • Der Kunstmarkt liebt große Namen
    Bei Künstlern vergangener Epochen ist leicht festzustellen, wer dazu zählt. Bei Künstlern der Gegenwart gibt es wichtige Anhaltspunkte: Regelmäßige internationale Ausstellungen in angesehenen Galerien und Museen und Ankauf der Arbeiten durch prominente Sammlungen.

    Oswald Oberhuber
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1952

  • Qualität setzt sich auch in schlechten Zeiten durch
    In Zeiten des Booms am Kunstmarkt genügt oft der prominente Name: Dann wird (fast) alles zu Rekordpreisen gehandelt. Wenn aber der Boom zu Ende ist, dann setzt sich die Qualität durch. Als besonders innovative – und teure – Perioden gelten oft nur wenige Jahre eines Künstlerlebens. Bei zeitgenössischen Künstlern muss man sich mit deren Schaffensgeschichte genau auseinandersetzen – mit Gefühl und Erfahrung lässt sich vielleicht eine herausragende Periode bereits identifizieren.

  • Seltenheit ist gut, ...
    ... aber zu selten ist schlecht: Künstler – oder auch die Werke einer bestimmten Periode – sollen weder zu häufig noch zu selten am Kunstmarkt vertreten sein. Zu viel Angebot ruiniert die Preise, und zu wenig lässt gar keinen Markt entstehen. Dies gilt auch unter regionalen Gesichtspunkten: Künstler, die in ihrer Heimat berühmt, international aber wenig bekannt sind, werden in den großen Kunstzentren relativ schlechte Ergebnisse erzielen, auf ihren "Heimmärkten" aber gut abschneiden.

  • Echtheit – ein leidiges Thema
    Selbstverständlich muss ein Kunstwerk echt sein, um Spitzenpreise zu erzielen: Mit einer Kopie, einer Fälschung oder auch einer Variation ist der Markt nicht zu begeistern. Aber was ist echt? Vor hundert Jahren hat das anerkannte Werkverzeichnis Rembrandts noch mehr als 1.000 Werke umfasst – heute sind es gerade noch 200 und der Wert der übrigen ist ins Bodenlose gestürzt.

  • Die Herkunft des Kunstwerkes muss geklärt sein
    Nicht zuletzt aufgrund der Gefahr von Fälschungen hat sie entscheidende Bedeutung. Idealerweise lässt sich die Werkgeschichte vom Künstler bis zum gegenwärtigen Besitzer lückenlos nachvollziehen. Gibt es einen prominenten Vorbesitzer, bringt dies am Kunstmarkt einen zusätzlich Aufschlag. Wenn bekannte, noch aktive Sammler ein Kunstwerk verkaufen, kann dies aber auch den Wert drücken – die anderen Marktteilnehmer stellen sich dann die Frage, ob das Werk einen Makel hat.

  • Nicht alles kann vom Restaurator gerettet werden
    Schlechter Zustand drückt den Preis. Vor dem Kauf sollte man ein Kunstwerk auf unsachgemäße Restaurierungen, Übermalungen oder Schäden untersuchen lassen – und darüber nachdenken, wie man selbst das Kunstwerk über Jahre oder Jahrzehnte sachgemäß aufbewahren will. Bei manchen modernen Exponaten wird man die Haltbarkeit des verwendeten (z.B. organischen) Materials analysieren müssen, damit man nicht Kunst mit Ablaufdatum statt langfristiger Werte erwirbt.

Kein ernsthafter Sammler will sich dabei erwischen lassen, dass er Kunstwerke kauft, weil sie einfach schön sind. Aber Tatsache ist, dass Blumen oder Landschaften – oder auch abstrakte Bilder mit kräftigen, dekorativen Farben – überdurchschnittliche Preise erzielen. Kunst muss auch mit den modernen Wohnbedürfnissen übereinstimmen: Meterhohe Bilder oder tonnenschwere Skulpturen werden daher nur einen eingeschränkten Kreis von Interessenten ansprechen.