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1938-1945

1943 Widerstand in Creditanstalt und ihren Industriebetrieben

Vereinzelt kommt es in hohen Positionen der Creditanstalt-Gruppe zu Widerstandsaktionen. So muss etwa Franz Josef Messner, Generaldirektor der Semperitwerke, seine Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Geheimdienst OSS mit dem Leben bezahlen. Aber auch Josef Joham berichtet unter dem Decknamen 680 spätestens seit September 1943 an die Amerikaner und bleibt unentdeckt.

1942 Deutsche Bank übernimmt Creditanstalt

Die Deutsche Bank, die mit der Creditanstalt seit 1938 mit einem "Freundschaftsvertrag" verbunden ist, übernimmt im April 1942 von der VIAG 25% an Creditanstalt-Aktien. Damit erhält die Deutsche Bank nun die Mehrheitsbeteiligung an der Creditanstalt. Nach dieser Vereinbarung bleibt die VIAG aber weiterhin ein wichtiger Aktionär der Creditanstalt, wenngleich sich das Beteiligungsverhältnis zwischen Deutscher Bank und VIAG nun umkehr. Die VIAG hält nach dem Deal nur noch knapp über 25%, die Deutsche Bank hingegen 51%.

1939 Beraubung jüdischer Bankkundinnen und Bankkunden

"Jüdische Kundinnen und Kunden verlieren in allen österreichischen Geldinstituten in kürzester Zeit jegliche Verfügung über ihre Konten. Die Behörden geben „Sicherungsanordnungen“ aus, wodurch Juden gezwungen sind, Konten unter der Bezeichnung „beschränkt verfügbares Sicherungskonto“ (b.v.S.-Konto) bei einer Devisenbank (also einer Bank, die in ausländischer Valuta handeln kann) zu eröffnen. Von diesem Konto dürfen die Eigentümer monatlich einen Freibetrag abheben und weitere Zahlungen wie Steuern und Arztrechnungen begleichen. Für andere Verfügungen ist die Genehmigung der Devisenstelle erforderlich. Die „Verordnung über die Anmeldung feindlichen Vermögens“ vom 3. November legt fest, dass das ""im Gebiet des Großdeutschen Reiches befindliche Vermögen von Angehörigen der feindlichen Länder oder von dort niedergelassenen Personen“ erfasst wird. Die Anmeldepflicht der Banken und Sparkassen umfasst alle Vermögenschaften (Guthaben, Depots etc), die von ihnen verwahrt werden. Die Enteignung von Konten jüdischer Kunden Kundinnen erfährt schließlich durch die berüchtigte 11. Durchführungsverordnung zum Reichsbürgergesetz am 25. November ihren Abschluss, nach der alle deutschen und im Ausland lebende staatenlose Jüdinnen und Juden ihre Staatsbürgerschaft verlieren, während ihre Vermögenstitel dem Reich verfallen.

1939 Südosteuropa-Programm

1939 Ausbruch des Zweiten Weltkriegs

Der Überfall NS-Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 markiert den Beginn des Zweiten Weltkriegs.

1939 Änderung des Namens auf „Creditanstalt-Bankverein“

Die Bank ändert am 16. Juni 1939 ihren Firmenwortlaut von "Österreichischer Creditanstalt - Wiener Bankverein" auf "Creditanstalt-Bankverein".

1938 Novemberpogrom

"In der Nacht vom 9. auf den 10 November kommt es im gesamten Reich zu vom nationalsozialistischen Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen gegen Juden und Jüdinnen („Reichskristallnacht“). Dabei werden bis 13. November etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe werden zerstört und etwa 30.000 Juden und Jüdinnen in Konzentrationslagern inhaftiert. Der jüdischen Bevölkerung deutscher Staatsangehörigkeit wird auf Verlangen Hermann Görings eine Kontributionszahlung von einer Milliarde Reichsmark als „Sühneleistung“ für „die feindliche Haltung des Judentums gegenüber dem deutschen Volk“ auferlegt. Unmittelbar danach wird die „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ (12. November) erlassen, mit der alle reichsdeutschen Juden und Jüdinnen weitgehend enteignet und aus dem Wirtschafts- und Kulturleben entfernt werden sollen. Die „Verordnung über den Einsatz jüdischen Vermögens“ (3. Dezember) schreibt der jüdischen Bevölkerung vor, Gewerbebetriebe und Grundbesitz zu verkaufen bzw. abzuwickeln, Wertpapiere bei einer Devisenbank zu hinterlegen und verbot die Veräußerung von beweglichen vermögenswerten (Juwelen, Edelmetalle, Kunstgegenstände etc.).

1938 Ausweitung des Bankgeschäfts nach Annexion des Sudetenlandes

1938 Zwangsenteignung und "Arisierung" durch Kontrollbank

Am 18. Mai 1938 wird die "Vermögensverkehrsstelle" (VVSt) errichtet, der die Aufgabe zukommt, den Verkauf von Unternehmen und Eigentum von Juden und Jüdinnen in jedem Wirtschaftszweig zu organisieren, zu koordinieren und letzten Endes zur Entscheidung zu bringen. Als „Auffanggesellschaft für nichtarische gewerbliche Unternehmungen bzw. Anteile an solchen gewerblichen Unternehmungen“ fungiert die Kontrollbank für Handel und Industrie (Aktienmajorität hatte die Creditanstalt-Bankverein mit über 65%) ab September. Über die Kontrollbank werden alle "Arisierungen" abgewickelt. In der Praxis sieht die Vorgangsweise wie folgt aus: Die Kontrollbank versucht, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Unternehmen jüdischer Eigentümer möglichst günstig zu verkaufen. Überdies verwaltet sie den "Gewinn", der den jüdischen Eigentümern erst nach Abzug der Unternehmensverbindlichkeiten, sowie der „Reichsfluchtsteuer“ und der „Sühneabgabe“ ausbezahlt wird. 1940 wird die Kontrollbank, nachdem alle "Arisierungen" in der "Ostmark" durchgeführt sind, liquidiert und 1942 endgültig aus dem Handelsregister gelöscht.

1938 Beschlagnahmen und diskriminierende Maßnahmen

Konten, Depots, Safes oder Sparguthaben von jüdischen Kunden oder Regimegegnern werden von Polizei, Gestapo und Devisenbehörden gesperrt und beschlagnahmt. In der Folge werden diskriminierende Steuern, Maßnahmen und Verordnungen zur „Ausschaltung“ der Juden und Jüdinnen Österreichs aus dem Wirtschaftsleben und zur gewaltsamen Übernahme ihrer Vermögenswerte erlassen. So wird am 27. April 1938 die sogenannte Vermögensanmeldung der jüdischen Bevölkerung zwingend auferlegt, in der in- und ausländischen Vermögenswerte (Immobilien, Betriebsvermögen, Wertpapiere, Forderungen, Sparguthaben, Einkommen, Renten, Versicherungen, Wertsachen, Schmuck, Kunstgegenstände, Urheber- und Patentrechte, Schulden) zu deklarieren sind und wodurch Reichsfluchtsteuer ("Sicherheitsbescheid") und „Juva“ („Judenvermögensabgabe“) berechnet werden können.

1938 Beherrschung der Creditanstalt durch VIAG

Mit der Verhaftung von Louis Nathaniel Rothschild 1938 und dessen anschließender erzwungener Auswanderung endet die 118-jährige Verbindung der Bank zum Hause Rothschild. Die jüdischen Mitarbeiter der Creditanstalt sind binnen kurzer Zeit eliminiert. Die Aktienmehrheit an der Bank geht in eine Holdinggesellschaft des Deutschen Reiches, der Vereinigten Industrie Unternehmungen A.G. (VIAG) über.

1938 Einführung der Deutsche Reichsmark

Nach dem "Anschluss" wird der Schilling mit einem für Österreich scheinbar günstigen Kurs von 1,5 Schilling für 1 Reichsmark umgewechselt. Gleichzeitig beschlagnahmt das deutsche Reich den Gold- und Devisenschatz der Oesterreichischen Nationalbank. Damit können die völlig erschöpften Devisenreserven des NS-Staates wieder aufgefüllt werden: 78,3 Tonnen Feingold im Wert von 467,7 Millionen Schilling sowie Devisen und Valuten im Wert von 60,2 Millionen Schilling (auf der Basis der niedrigeren Berliner Kurse) werden zur Reichsbank nach Berlin transferiert.

1938 "Freundschaftsvertrag" zwischen Creditanstalt und Deutscher Bank

Am 26. März 1938 wird ein „Freundschaftsvertrag“ zwischen der Creditanstalt und der Deutschen Bank in Wien unterzeichnet. Die Präambel betont die zehnjährige Freundschaft der beiden Banken und die Vertretung der Deutschen Bank im Verwaltungsrat der Creditanstalt. Im Pakt erklärt sich die Deutsche Bank vorbehaltlich der Zustimmung des Reichswirtschaftsministeriums bereit, Aktienanteile von 51 Prozent des Aktienkapitals der Creditanstalt. Grundsätzlich sieht der Vertrag vor, dass sich die beiden Banken in allen wichtigeren geschäftlichen Angelegenheiten gegenseitig begünstigten und unterstützen, bei der Ausgabe von Wertpapieren an den Börsen sowie bei der Vertretung gegenüber den Behörden zusammenarbeiteten. In der Schlusspassage wird fetgehalten, dass beide Vertragschließenden glauben, dass dem Wiener Platz eine besondere Bedeutung für die Erledigung der großdeutschen Industrie- und Handelsgeschäfte in Südost-Europa zukommen sollte.

1938 "Anschluss" Österreichs an NS-Deutschland

Mit dem Einmarsch deutscher Wehrmachts-, SS- und Polizeieinheiten in Österreich am 12. März 1938 und dem am 13. März 1938 verabschiedeten "Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich" wird die Diktatur des Ständestaates vom nationalsozialistischen Regime abgelöst. Damit endet die staatliche Existenz Österreichs.

1939 Länderbank übernimmt "Hermes" durch Länderbank

Im Sommer 1939 übernimmt die Länderbank die Wiener Zweigstelle der „Hermes“ Ungarische Allgemeine Wechselstube und wandelt diese in eine eigene Zweigestelle um, die sich besonders den Ausländern in Wien widmen soll. Darüber hinaus übernimmt die Bank 1939 auch das Wiener Geschäft der Milanese Societá Italiana di Credito. Damit vermag sie ihre 33 Wiener Zweistellen von Juli 1938 auf 36 bis zum Kriegsausbruch zu steigern. Die weit größere Creditanstalt verfügt zu diesem Zeitpunkt über 24 Zweigstellen in Wien.

1939 Beraubung jüdischer Bankkundinnen und Bankkunden

"Jüdische Kundinnen und Kunden verlieren in allen österreichischen Geldinstituten in kürzester Zeit jegliche Verfügung über ihre Konten. Die Behörden geben „Sicherungsanordnungen“ aus, wodurch Juden gezwungen sind, Konten unter der Bezeichnung „beschränkt verfügbares Sicherungskonto“ (b.v.S.-Konto) bei einer Devisenbank (also einer Bank, die in ausländischer Valuta handeln kann) zu eröffnen. Von diesem Konto dürfen die Eigentümer monatlich einen Freibetrag abheben und weitere Zahlungen wie Steuern und Arztrechnungen begleichen. Für andere Verfügungen ist die Genehmigung der Devisenstelle erforderlich. Die „Verordnung über die Anmeldung feindlichen Vermögens“ vom 3. November legt fest, dass das ""im Gebiet des Großdeutschen Reiches befindliche Vermögen von Angehörigen der feindlichen Länder oder von dort niedergelassenen Personen“ erfasst wird. Die Anmeldepflicht der Banken und Sparkassen umfasst alle Vermögenschaften (Guthaben, Depots etc), die von ihnen verwahrt werden. Die Enteignung von Konten jüdischer Kunden Kundinnen erfährt schließlich durch die berüchtigte 11. Durchführungsverordnung zum Reichsbürgergesetz am 25. November ihren Abschluss, nach der alle deutschen und im Ausland lebende staatenlose Jüdinnen und Juden ihre Staatsbürgerschaft verlieren, während ihre Vermögenstitel dem Reich verfallen.

1938 Ausweitung des Bankgeschäfts nach Annexion des Sudetenlandes

Länderbank und Creditanstalt profitieren von der Annexion des Sudetenlandes im Herbst 1938. So übernimmt die Länderbank die Niederlassungen der Böhmischen Escompte-Bank in Znaim, Ludenburg und Nikolsburg – und zwar offenbar auf dem Weg von deren Überführung zunächst an die Dresdner Bank und dann an deren Tochtergesellschaft, die Länderbank.

1938 Novemberpogrom

"In der Nacht vom 9. auf den 10 November kommt es im gesamten Reich zu vom nationalsozialistischen Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaßnahmen gegen Juden und Jüdinnen („Reichskristallnacht“). Dabei werden bis 13. November etwa 400 Menschen ermordet oder in den Selbstmord getrieben. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe werden zerstört und etwa 30.000 Juden und Jüdinnen in Konzentrationslagern inhaftiert. Der jüdischen Bevölkerung deutscher Staatsangehörigkeit wird auf Verlangen Hermann Görings eine Kontributionszahlung von einer Milliarde Reichsmark als „Sühneleistung“ für „die feindliche Haltung des Judentums gegenüber dem deutschen Volk“ auferlegt. Unmittelbar danach wird die „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“ (12. November) erlassen, mit der alle reichsdeutschen Juden und Jüdinnen weitgehend enteignet und aus dem Wirtschafts- und Kulturleben entfernt werden sollen. Die „Verordnung über den Einsatz jüdischen Vermögens“ (3. Dezember) schreibt der jüdischen Bevölkerung vor, Gewerbebetriebe und Grundbesitz zu verkaufen bzw. abzuwickeln, Wertpapiere bei einer Devisenbank zu hinterlegen und verbot die Veräußerung von beweglichen vermögenswerten (Juwelen, Edelmetalle, Kunstgegenstände etc.).

1938 Zwangsenteignung und "Arisierung" durch Kontrollbank

Am 18. Mai 1938 wird die "Vermögensverkehrsstelle" (VVSt) errichtet, der die Aufgabe zukommt, den Verkauf von Unternehmen und Eigentum von Juden und Jüdinnen in jedem Wirtschaftszweig zu organisieren, zu koordinieren und letzten Endes zur Entscheidung zu bringen. Als „Auffanggesellschaft für nichtarische gewerbliche Unternehmungen bzw. Anteile an solchen gewerblichen Unternehmungen“ fungiert die Kontrollbank für Handel und Industrie (Aktienmajorität hatte die Creditanstalt-Bankverein mit über 65%) ab September. Über die Kontrollbank werden alle "Arisierungen" abgewickelt. In der Praxis sieht die Vorgangsweise wie folgt aus: Die Kontrollbank versucht, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmten Unternehmen jüdischer Eigentümer möglichst günstig zu verkaufen. Überdies verwaltet sie den "Gewinn", der den jüdischen Eigentümern erst nach Abzug der Unternehmensverbindlichkeiten, sowie der „Reichsfluchtsteuer“ und der „Sühneabgabe“ ausbezahlt wird. 1940 wird die Kontrollbank, nachdem alle "Arisierungen" in der "Ostmark" durchgeführt sind, liquidiert und 1942 endgültig aus dem Handelsregister gelöscht.

1938 Fusion der Länderbank mit Mercurbank

Die Länderbank steht seit dem "Anschluss" unter massiven politische Druck und verliert bis zum 30. Juni 1938 fast ein Drittel ihrer Depositen. Von 800 ihrer österreichischen Angestellten sind 260 jüdischer Herkunft, darunter Vizepräsident Emil Freund, drei der fünf Direktoren, alle zehn Stellvertreter und zwölf der sechzehn Prokuristen. Ab 1. April 1938 verhandelt Hans Pilder als Vertreter der Dresdner Bank Henry Reuter in Paris. Die Länderbank soll in der viel kleineren Mercurbank aufgehen, welche bereits seit 1934 zum Konzern der Dresdner Bank gehört. Am 15. Juni 1938 wird der Kaufvertrag unterzeichnet. Es erfolgt die Fusion der Länderbank mit der Merkurbank und der Wiener Niederlassung der Živnostenská banka. Reuter gelingt es, eine Garantie über die Bezahlung von Gehälter und Pensionen aller früheren Länderbank-Angestellten (ohne Unterschied zwischen Juden und "Ariern") auszuverhandeln. Der Übernahmepreis beträg 75 Mio. Francs, darunter ein „goodwill“ von 6,7 Mio., die bar bezahlt werden sollen. Letztere Position wirdr nicht eingehalten. Die neue Bank, die „Länderbank Wien AG“ ist damit Tochtergesellschaft der Dresdner Bank und übernimmt alle Immobilien und Geschäfte ihrer Vorgängerinstitute. Mit der Übernahme ist die 60-jährige österreichisch-französische Zusammenarbeit am Finanzsektor beendet.

1945 Ende des Zweiten Weltkriegs

Die bedingungslose Gesamtkapitulation der Deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945 bedeutet das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa.

1945 Bombentreffer auf Zentralsparkasse-Hauptanstalt

Die Arbeit in der Zentralsparkasse geht unter schwierigsten Bedingungen weiter. Teilweise wird im Luftschutzkeller gearbeitet. Kurz vor Kriegsende, am 12. März 1945, finden durch einen Bombentreffer im Luftschutzraum der damaligen Hauptanstalt 38 Mitarbeiter den Tod.

1942 Kredite für die Rüstung

Mit Erlass des Reichsstatthalters in Wien am 30. Oktober 1942 erfolgt die Hinaufsetzung des Kredithöchstbetrages von 50.000 RM auf 150.000 RM, wobei Kredite für große Rüstungsaufträge auch bis zu RM 200.000 vergeben werden dürfen. Trotz aller kreditpolitischen Maßnahmen bleibt die tatsächliche Kreditinanspruchnahme weit hinter den Erwartungen zurück. Die Ursachen liegen im stetig wachsenden Geldvolumen und der Schließung zahlreicher Gewerbebetriebe.

1939 Übernahme von Gemeindesparkassen

Die Zentralsparkassen übernimmt die Gemeindesparkassen von Mödling, Liesing (Sparkasse seit 1897), Purkersdorf und Klosterneuburg; diese Städte werden im Herbst 1938 zu Groß-Wien eingemeindet.

1939 Beraubung jüdischer Bankkundinnen und Bankkunden

Jüdische Kundinnen und Kunden verlieren in allen österreichischen Geldinstituten in kürzester Zeit jegliche Verfügung über ihre Konten. Die Behörden geben „Sicherungsanordnungen“ aus, wodurch Juden gezwungen sind, Konten unter der Bezeichnung „beschränkt verfügbares Sicherungskonto“ (b.v.S.-Konto) bei einer Devisenbank (also einer Bank, die in ausländischer Valuta handeln kann) zu eröffnen. Von diesem Konto dürfen die Eigentümer monatlich einen Freibetrag abheben und weitere Zahlungen wie Steuern und Arztrechnungen begleichen. Für andere Verfügungen ist die Genehmigung der Devisenstelle erforderlich. Die „Verordnung über die Anmeldung feindlichen Vermögens“ vom 3. November legt fest, dass das "im Gebiet des Großdeutschen Reiches befindliche Vermögen von Angehörigen der feindlichen Länder oder von dort niedergelassenen Personen“ erfasst wird. Die Anmeldepflicht der Banken und Sparkassen umfasst alle Vermögenschaften (Guthaben, Depots etc), die von ihnen verwahrt werden. Die Enteignung von Konten jüdischer Kundinnen und Kunden erfährt schließlich durch die berüchtigte 11. Durchführungsverordnung zum Reichsbürgergesetz am 25. November ihren Abschluss, nach der alle deutschen und im Ausland lebende staatenlose Jüdinnen und Juden ihre Staatsbürgerschaft verlieren, während ihre Vermögenstitel dem Reich verfallen.

1939 Ausbruch des Zweiten Weltkriegs

Der Überfall NS-Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 markiert den Beginn des Zweiten Weltkriegs.

1939 Ausweitung des Kreditgeschäfts bei Zentralsparkasse

Die Kreditgewährung, die ursprünglich auf Gewerbe und Handel beschränkt ist, wird ab Juli 1939 auf Grund der geänderten Satzung auf alle Wirtschaftzweige und Bevölkerungsschichten der Stadt Wien ausgedehnt. Die Zentralsparkasse betätigt sich ab sofort auch im Personalkreditgeschäft.

1939 Richtlinien des Reichsverbands deutscher Sparkassen

Der Reichsverband deutscher Sparkassen erlässt am 3. Mai 1939 detaillierte Richtlinien, mit denen die Verbandsmitglieder auf die Verpflichtung zur Legitimierung von Sparbüchern, Konten und Depots aufmerksam gemacht werden.