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Monika Rosen, Head of Research der UniCredit Private Banking Division
Zügel werden gestrafft
Anfang März hat EZB Chef Trichet die Märkte auf eine baldige Zinserhöhung in der Eurozone vorbereitet, bereits im April könne sie erfolgen. Dann allerdings wurde Japan von dem schweren Erdbeben und Tsunami getroffen, mit den bekannt desaströsen Folgen für das AKW Fukoshima. Daher herrschte im Markt durchaus eine Zeit lang die Auffassung, vor diesem Hintergrund werde sich die EZB mit ihrer ersten Zinsstraffung seit fast drei Jahren noch Zeit lassen. Diese Sichtweise hat sich mittlerweile relativiert.
EZB Vertreter haben wiederholt betont, dass die wirtschaftliche Einschätzung der Notenbank in den letzten Wochen unverändert geblieben sei. Allerdings hätten die Katastrophe in Japan und auch der Rücktritt der Regierung in Portugal neue Unsicherheiten aufgeworfen. Nichtsdestotrotz würde man das aktuelle Zinsniveau eigentlich nicht mehr für angebracht halten, mittelfristig seien die Inflationsrisiken gestiegen. Andererseits hielt Trichet in seinen ursprünglichen Äußerungen auch fest, dass eine Zinserhöhung keinesfalls der Beginn eines Straffungszyklus sei. Vielmehr möge man die (damals) überraschende Ankündigung der Zinswende als Maßnahme sehen, die Inflationserwartungen zu verankern. Immerhin liegt die Teuerungsrate in der Eurozone mit 2,4 % derzeit klar über der Marke von zwei Prozent, bis zu der die Währungshüter von stabilen Preisen sprechen.
Überhaupt sind die Bedenken bezüglich des Anziehens der Inflation zuletzt weltweit stärker geworden. In den Schwellenländern läuft ja schon seit geraumer Zeit eine Welle von Zinsanhebungen, da dort Nahrungsmittel- und Energiepreise bei der Berechnung der Teuerung eine stärkere Rolle spielen. In diesen Kanon reihte sich Anfang März eben auch die EZB ein, und zuletzt gab es sogar aus Kreisen der US Notenbank vereinzelte Stimmen, die über einen vorzeitigen Ausstieg aus den quantitativen Lockerungsmaßnahmen (QE II) nachdachten.
1. April 2011.
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