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Zins- und Währungsausblick für das 2. Quartal 2010

Euro-Turbulenzen verzögern Leitzinserhöhungen der EZB

Die massiven Turbulenzen rund um den Euro werden nach aktueller Einschätzung der UniCredit Group unmittelbar keine negativen Auswirkungen auf die konjunkturelle Erholung haben. Stattdessen sollten die Aufwärtsrevisionen der verschiedenen Wachstumsprognosen weiter anhalten, wobei die Konjunkturdynamik je nach Region recht unterschiedlich ausfällt. "Der Bank Austria Konjunkturindikator etwa hat im April ein Zwei-Jahres-Hoch erreicht. Insbesondere das stark gestiegene Verbrauchervertrauen und die bessere Stimmung in der Industrie lassen die kurzfristigen Wachstumsaussichten wieder günstiger erscheinen", sagt Helmut Bernkopf, Bank Austria Vorstand Corporate & Investment Banking, "Wir rechnen unverändert mit einem Anstieg des österreichischen BIP um plus 1,3 Prozent 2010."

Anleihen: Der Rettungsschirm wird die Peripherie-Märkte im Euroraum beruhigen
Beim Kauf von Staatsanleihen durch die EZB bzw. die nationalen Notenbanken ist nicht eine bestimmte Performance das Ziel, vielmehr geht es darum, die Bondbären im Zaum zu halten. Ein erstes Beispiel ihrer Entschlossenheit hat die EZB dabei am Montag letzter Woche geliefert, als sie die Rendite von zweijährigen griechischen Staatsanleihen um mehr als 10 Prozentpunkte nach unten drückte. "Und dieser Erfolg wird wohl anhalten, denn schließlich verfügt die Europäische Zentralbank über unendliche Feuerkraft", meint Michael Rottmann, Global Head of Fixed Income & Forex Strategy UniCredit Group, "Dazu kommt, dass die Notenbankkäufe auf eine extrem niedrige Liquidität treffen."

Bei ihren Aufkäufen dürfte die EZB durchaus ein Gefüge relativer Renditeniveaus im Hinterkopf haben. "Spanien, Portugal und Irland hätten es mit hoher Sicherheit als ‚ungerecht’ empfunden, sich zu höheren Kosten am Markt zu refinanzieren, als den Preis, den Griechenland für sein Hilfspaket zahlen muss", vermutet Rottmann, "Als Obergrenze dieser Länder würde ich daher ein Renditeniveau von Swap plus 300 Basispunkte plus 50 Basispunkte Bearbeitungsgebühr über Laufzeiten bis 3 Jahre hinweg ansetzen bzw. Swap plus 400 Basispunkte plus Bearbeitungsgebühr für Laufzeiten von mehr als 3 Jahren." Entsprechend dieser Überlegung sollten die Renditen der betroffenen Länder künftig deutlich unter diesen Niveaus handeln.

Anders als die Fed und die Bank of England 2009 kauft sich die EZB zu ungleich attraktiveren Renditeniveaus ein, sodass kaum mit einem frühzeitigen Verkauf zu rechnen ist. Stattdessen sollte man davon ausgehen, dass die gekauften Anleihen bis zur Endfälligkeit gehalten werden.

Keine Indizien für höhere Inflationserwartung, Vertrauen in Euro-Mitgliedsländer gestiegen
Trotz der Stabilisierungsmaßnahmen für die Gemeinschaftswährung lässt sich bis dato weder im Spread zwischen gängigen und inflationsgeschützten Staatsanleihen noch in Inflationsswaps oder Forwards inflationsindexierter Bonds eine höhere Inflationserwartung ablesen. Zudem haben sich die Geldmarktforwards in der vergangenen Woche deutlich reduziert - ebenfalls keine Indikation für steigende Inflationsängste.

"Auch für höhere Risikoprämien auf Grund einer schwindenden Kredibilität des gesamten Euroraumes gibt es derzeit keine Indizien", sagt Zinsexperte Michael Rottmann. So sind die Credit Default Swaps, CDS, im Euroraum nicht nur in den Ländern gesunken, die unmittelbar von den Käufen der Zentralbank betroffen waren. Die CDS-Levels sämtlicher Länder sind deutlich zurückgegangen, obwohl die Renditen der Kernländer gestiegen sind. Diese Kombination ist allerdings auch ein klares Zeichen dafür, dass die Euro-Kernländer den Status sicherer Häfen verloren haben.

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Stand: 19. Mai 2010